IHK Ostbrandenburg: Aufgaben, Engagement und Erfolge 2025

Von Ausbildung bis Lobbyarbeit: Die IHK Ostbrandenburg macht sich stark für die heimische Wirtschaft – erfahren Sie mehr über die konkrete IHK-Arbeit im Jahr 2025.

Die Aufgaben einer Industrie- und Handelskammer

Was leistet eigentlich eine Industrie- und Handelskammer? Nun, ihre Aufgaben sind in einem eigenen Gesetz, dem IHKG, konkret geregelt. Dort heißt es unter anderem, die IHKs haben die Aufgaben:
1. das Gesamtinteresse der ihnen zugehörigen Gewerbetreibenden … einschließlich der Gesamtverantwortung der gewerblichen Wirtschaft … auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene wahrzunehmen,
2. für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft ihres Bezirks zu wirken,
3. für die Wahrung von Anstand und Sitte der ehrbaren Kaufleute, einschließlich deren sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung, zu wirken.
Hinter diesen Aufgaben verbirgt sich eine breite Palette an ganz konkreten Aufgaben und Aktivitäten. Einige davon, die die Arbeit der IHK Ostbrandenburg im Jahr 2025 widerspiegeln, werden hier exemplarisch - belegt mit Zahlen und Fakten - vorgestellt.

Die Fachkräftesicherung

Ein zentraler Punkt der IHK-Arbeit ist die Fachkräftesicherung. Hier fließen das Gesamtinteresse, die Förderung der Wirtschaft und gesellschaftliche Verantwortung zusammen.

Das regionale Netzwerk für die Duale Ausbildung

Insgesamt hat die IHK Ostbrandenburg 3.780 Ausbildungsverhältnisse im Jahr 2025 betreut, davon wurden 1.520 neu abgeschlossen. Es wurden 1.372 Prüfungen im Zusammenhang mit der dualen Ausbildung abgenommen. Dazu kamen weitere 581 Fortbildungs- und Qualifizierungsprüfungen.
Die Basis für diese Leistung bildet ein breites Netzwerk von 833 ehrenamtlich engagierten Prüferinnen und Prüfern sowie 2.095 registrierten Ausbildern in den Ausbildungsbetrieben des IHK-Bezirkes.

Berufsorientierung als Investition in die Zukunft

Dazu kommt das Engagement der IHK bei der Berufsorientierung. Hier arbeiten wir u.a. mit 141 Ausbildungsbotschaftern zusammen. Das sind Azubis, die an Schulen der Region „direkt aus der Praxis“ ihre Berufe und Lehrbetriebe vorstellen. Die IHK Ostbrandenburg war 2025 auf 24 Ausbildungsmessen präsent und ihre Qualifizierungsberater absolvierten 255 Betriebsbesuche.

Die Politikberatung

Zur Vertretung des Gesamtinteresses und der Förderung der gewerblichen Wirtschaft zählen auch die Politikberatung und wirtschaftspolitische Themensetzung der IHK.

Interessenvertretung auf Basis von Praxiswissen

Basis dafür ist die Aktivität von 13 Fach- und Regionalausschüssen mit insgesamt 300 ehrenamtlich engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern, die ihr Fach- und Sachwissen einbringen.
Auf dieser Basis erfolgt die Politikberatung von der Energie über Infrastruktur bis hin zum Bürokratieabbau. Dabei wurden Themen wie Ostbahn, Betten- und Verpackungssteuer, Grenzkontrollen oder Lieferketten auf den Tisch gebracht. In diesem Rahmen gab es 16 Treffen mit Abgeordneten aus der Region und IHK-Vertreter nahmen an 7 Treffen zum Bürokratieabbau teil.

Messbare Erfolge

Erste Erfolge dabei waren die Anhebung der Wertegrenzen bei Vergaben und die angestrebte Novellierung der Brandenburgischen Bauordnung. Die öffentlichkeitswirksame Kritik der IHK an den Auswirkungen der permanenten Kontrollen entlang der deutsch-polnischen Grenze trug dazu bei, dass auf der A12 eine zweite Fahrspur zur schnelleren Abwicklung des Grenzverkehrs eingerichtet wurde.

Die Kooperationen und Projekte

Die Kooperation mit Polen ist für die Ostbrandenburger Wirtschaft existenziell. Deshalb steht der Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen ganz besonders im Fokus der IHK-Arbeit. Das beginnt mit einer polnischsprachigen Website für Serviceangebote beiderseits der Grenze und Veranstaltungen wie die deutsch-polnische Energiekonferenz oder „Nachbarschaft als Wirtschaftsmotor“, wo Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aus beiden Ländern zusammengebracht werden.

Das POLSMA-Projekt

Hier reiht sich auch das POLSMA-Projekt ein, wo die IHK Ostbrandenburg der Lead-Partner ist. POLSMA unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen mit konkreter Hilfestellung bei der Umsetzung des „Green Deals“ der EU. So konnte POLSMA 2025 u. a. insgesamt 432 Teilnehmer an Veranstaltungen und Sprechstunden verzeichnen. Es gab 42 Sensibilisierungsgespräche mit Unternehmern und 86 Projektvorstellungen und 33 CO2-Bilanzierung. Parallel wurde „GoGreen“, das deutsch-polnische Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, mit seinen Standorten Frankfurt (Oder) und Gorzów auf den Weg gebracht.

Das ETI-Projekt

Bei dem Projekt ETI-Brandenburg geht es um die Förderung der Entwicklung innovativer, energie- und CO2-sparender Technologien. Hier hat die IHK geholfen, 53 Energiescouts in regionalen Unternehmern zu qualifizieren, die 15 konkrete Vorhaben realisiert haben, z. B. die Leistungsfähigkeit von Solarparks analysiert oder Gebäude optimiert.

Die hoheitlichen Aufgaben

Zur Förderung der Wirtschaft zählen auch viele hoheitliche Aufgaben, die der Kammer von Staat übertragen wurden – mit der Prämisse, sie effektiv und kostengünstig durchzuführen. Aufgaben, die zwar im Hintergrund stattfinden, aber für das Funktionieren der regionalen Wirtschaft wichtig sind.
So hat die IHK Ostbrandenburg 266 Verfahren zur Bauleitplanung begleitet oder fast 2.000 Sach- und Fachkundeprüfungen durchgeführt – als notwendige Qualifizierungsnachweise im Bewachungsgewerbe, für Taxifahrer, Gefahrgutfahrer oder Verkehrsleiter.
Die IHK hat 976 firmenrechtliche Stellungnahmen auf Anfragen von Gerichten oder Unternehmen abgegeben und 1.706 Ursprungszeugnisse und Bescheinigungen für den internationalen Warenverkehr ausgefertigt. Dazu kommen rund 17.000 An-, Um- und Abmeldungen bei Handelsregister- und Gewerbemeldungen.

Die Unternehmensförderung

Zentrale Faktoren für eine lebendige Wirtschaftsregion sind Wissenstransfer, gute Netzwerke und Unternehmensförderung.

Netzwerken und Wissenstransfer

Vor diesem Hintergrund boten 2025 die drei Regionalcenter der IHK Ostbrandenburg 51 Informationsveranstaltungen an – von Webinaren über regionale Unternehmerfrühstücke bis zu Gründer- und Unternehmertagen.

Unterstützung vor Ort

IHK-Mitarbeiter haben mit 226 Stellungnahmen, Bürgschaften oder Gutachten die Investitions- und Fördervorhaben regionaler Unternehmen begleitet. Dazu kam – im Rahmen der digitalen Unternehmenswerkstatt Deutschland – die fachliche Begleitung von 378 Unternehmensgründungen, 14 Unternehmensübergaben und 7 Sicherungen.
Das Bild wird abgerundet von 350 Unternehmensbesuchen im Zusammenhang mit der Mitgliederbetreuung, von 470 Sensibilisierungsgesprächen zur Unternehmensnachfolge und 115 Nachfolgechecks direkt im Unternehmen.

Die Kommunikation

Die IHK Ostbrandenburg kommuniziert ihre Aktivitäten und Services über eine Vielzahl von Kanälen. Dazu gehört das FORUM-Magazin, dessen Regionalteil Ostbrandenburg monatlich mit einer Auflage von 14.000 Exemplaren erscheint. Dazu gehören Social Media wie Facebook, Instagram und LinkedIn – und auch diese Website ihk.de/ostbrandenburg mit ihren rund 530.000 Seitenaufrufen.

Zur IHK Ostbrandenburg:

Die IHK Ostbrandenburg hat rund 43.000 Mitgliedsunternehmen. Ihr Kammerbezirk umfasst die Landkreise Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim und Uckermark sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder).

Neben dem Hauptsitz in Frankfurt (Oder) verfügt die IHK Ostbrandenburg über drei Regionalcenter, um die Mitgliederbetreuung in der Fläche zu gewährleisten. Das sind das Regionalcenter „Oderland“ am Hauptsitz für den Süden und Osten des Kammerbezirkes, das Regionalcenter „Berliner Umland“ in Erkner sowie das Regionalcenter „Barnim-Uckermark“ in Eberswalde.