Zusammenarbeit zur Stärkung des deutsch-polnischen Wirtschaftsverkehrs

Die Industrie- und Handelskammern Ostbrandenburg und Cottbus wollen ihre Mitgliedsunternehmen bei der Markterschließung in Polen noch wirkungsvoller unterstützen und dafür ihre Kräfte bündeln.
Eine entsprechende Vereinbarung haben Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg, und André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, am 15. April 2026 in Gubin im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Außenwirtschaftsausschüsse beider Kammern unterzeichnet.
„Polen ist heute ein zentraler Wirtschaftspartner für Brandenburg. Trotzdem gibt es noch viele Hemmnisse, angefangen vom Steuerrecht bis hin zu Verkehrsengpässen. Hier wollen wir ansetzen und Synergien unserer Arbeit nutzen, die Rahmenbedingungen auf dem grenzüberschreitenden Markt für unsere Mitgliedsunternehmen weiter zu verbessern“, sagt Monique Zweig.
André Fritsche ergänzt: „Wir wollen mit unserer Kooperation die regionale Entwicklung fördern, unternehmerische Interessen stärken und die europäische Idee lebendig gestalten. Das alles zum Vorteil der Wirtschaft und Gesellschaft beiderseits der Grenze, denn die weitere Verflechtung mit Polen bietet unserer Region ein gewaltiges wirtschaftliches Potenzial.“
Konkret geht es bei der Vereinbarung um Punkte wie die Kooperation mit polnischen Wirtschaftskammern und Wirtschaftsförderern oder die Zusammenarbeit bei Netzwerken, Messen und Unternehmerreisen, um die direkten Wirtschaftsbeziehungen zu stärken. Weitere Punkte sind die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit gegenüber politischen Entscheidungsträgern und die intensive Abstimmung bei Fachthemen wie Infrastruktur, Energie, Bildung und Fachkräfte.
Hintergrund:

Mit einem Wachstum von jährlich rund drei Prozent ist Polen einer der wirtschaftlichen Aufsteiger Europas. Im Jahr 2004, als das Land der EU beigetreten ist, war es nicht einmal unter den Top10 der wichtigsten Handelspartner von Deutschland.

2025 exportierte die Bundesrepublik nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes Waren im Wert von 99,9 Milliarden Euro in das Nachbarland. Damit ist Polen derzeit viertgrößter Exportmarkt Deutschlands und für Brandenburg seit Jahren unangefochten der wichtigste Handelspartner Nummer eins.

Im vergangenen Jahr erreichte das brandenburgisch-polnische Handelsvolumen mit 8,6 Milliarden Euro ein neues Höchstniveau. Wichtigste brandenburgische Exportgüter nach Polen sind Kokerei- und Mineralölerzeugnisse, Metalle, Nahrungs- und Futtermittel sowie chemische Produkte. Wichtigste Importprodukte aus Polen bilden elektrische Ausrüstungen, Kraftwagen und Kraftwagenteile und chemische Erzeugnisse.