Mensch oder Maschine

IHK Ostbrandenburg empfiehlt, jetzt im Betrieb den Einsatz von KI zu kennzeichnen.
Die IHK Ostbrandenburg weist Unternehmen darauf hin, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Betrieb ab sofort transparent kommuniziert werden sollte. Anlass ist die neue europäische KI-Verordnung (AI Act), die klare Vorgaben zur Kennzeichnungspflicht von KI-Einsatz macht und nun mit gestaffelten Fristen greift.
Ab 2. August gilt die Kennzeichnungspflicht von KI-generierten Inhalten, wenn diese insbesondere politische Informationen, gesellschaftlich relevante Themen oder manipulative, meinungslenkende Informationen enthalten. Damit soll vor allem die KI-Nutzung zur Erstellung von Falschmeldungen, sogenannten Deepfakes, eingeschränkt werden. Die Erstellung von produktbezogenen Werbetexten oder Übersetzungen aus anderen Sprachen ist nicht davon betroffen.
Für Unternehmen, die KI-Systeme für synthetische Inhalte anbieten, ist sie ab 2. Dezember 2026 verpflichtend. Ein Beispiel wäre ein Maschinenbauer, der einen eigenen KI-Assistenten zur automatischen Erstellung von Wartungsberichten entwickelt und diesen als Produkt vertreibt.
Für Unternehmen, die mit Hochrisiko-KI-Systemen arbeiten, gilt sie ab 2. Dezember 2027. Das sind Betriebe, deren Geschäft die Grundrechte berührt, wie Personaldienstleister, Bildungsträger, Kreditgeber, Energieversorger, Wasserwerke.
„Der AI Act verlangt, dass Kunden erkennen können, wenn sie eine KI-unterstützte Ware oder Dienstleistung erhalten“, erklärt Jens Jankowsky, IHK-Referent Innovation und Energie. „Wir empfehlen: Mit Beginn der KI-Nutzung im Unternehmen ist die Kennzeichnung der von KI-generierten Inhalten gleichzeitig mitzudenken. Jedoch ist nicht gleich jeder Text kennzeichnungspflichtig. Eine Übersicht über das Was und Wie gibt es auf der IHK-Webseite.“
Bereits jetzt müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden im Umgang mit KI nachweislich schulen. Es gilt auch die Kennzeichnungspflicht für beispielsweise Chatbots, KI-generierte Texte, Bilder und Avatare. Bei unsachgemäßer KI-Nutzung kann ein Bußgeld drohen.
Weitere Informationen unter http://ihk-obb.de/kikennzeichnen .
Künstliche Intelligenz und deren Chancen und Risiken für die Informationssicherheit sind auch Themen auf dem 15. IT-Sicherheitstag Berlin-Brandenburg am 4. September 2026 an der TH Wildau. Das Programm richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen.
Die IHK Ostbrandenburg ist die größte Interessenvertretung der Wirtschaft zwischen Schwedt und Eisenhüttenstadt, zwischen Berlin und der Oder.