Ursprungsnachweise beim Beantragen von Ursprungszeugnissen

Die IHK Ostbrandenburg stellt Ursprungszeugnisse nicht nur für Waren mit Ursprung in der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise in der Europäischen Union aus, sondern auch für Waren mit Ursprung in Drittländern.

Ergibt sich aus dem Antrag auf Ausstellung eines Ursprungszeugnisses, dass die Waren - "im eigenen Betrieb in der BR Deutschland" - hergestellt wurden, so kann die IHK in der Regel aufgrund der Kenntnis des Produktionsprogramms des Antragstellers den Warenursprung „Europäische Union” oder „Europäische Union (Bundesrepublik Deutschland)"  bescheinigen.
Waren gelten als im eigenen Betrieb in der Bundesrepublik (Hauptsitz, Zweigniederlassung,  Betriebsstätte) hergestellt, wenn sie dort einer ursprungsbegründenden Be- oder Verarbeitung gemäß den Artikeln 60 Absatz 2 des Unionszollkodex der Gemeinschaft sowie der hierzu erlassenen Durchführungsvorschriften unterzogen wurden.

Ergibt sich aus dem Antrag oder ist der IHK Ostbrandenburg bekannt, dass die Waren - "in einem anderen Betrieb" - hergestellt wurden, so müssen bei der Antragstellung Ursprungsnachweise vorgelegt werden, aus denen sich die Herkunft der Waren zweifelsfrei ergibt.

Als Ursprungsnachweise kommen in Betracht:
  • Nicht-präferentielle Ursprungszeugnisse
  • Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 oder entsprechende präferentielle Ursprungserklärungen
  • Warenverkehrsbescheinigungen EUR.MED oder entsprechende präferentielle Ursprungserklärungen, sofern darin nicht erklärt wird, dass Kumulierung angewendet wurde
  • Ursprungszeugnisse nach Formblatt A beziehungsweise entsprechende Ursprungserklärungen, die für präferenzberechtigte Waren aus Entwicklungsländern ausgestellt wurden
  • Lieferantenerklärungen für Waren mit Präferenzursprungseigenschaft, die den Anforderungen der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2447 entsprechen, sofern nicht erklärt wurde, dass Kumulierung angewendet wurde
  • (Langzeit-)Erklärung IHK

Folgende Präferenznachweise können nicht als Ursprungsnachweis anerkannt werden:
  • Freiverkehrsnachweise (zum Beispiel Warenverkehrsbescheinigung A.TR.)
  • Präferenznachweise des Europäischen Wirtschaftsraumes, die nur den EWR-Ursprung bescheinigen
  • Präferenznachweise, die offensichtlich im Rahmen von Veredelungsverkehren ausgestellt wurden
  • Warenverkehrsbescheinigungen EUR.MED oder entsprechende präferentielle Ursprungserklärungen, wenn daraus hervorgeht, dass mit Ländern des Paneuropa-Mittelmeerraums kumuliert wurde
  • Lieferantenerklärungen für Waren ohne Präferenzursprungseigenschaft oder solche mit Präferenzursprungseigenschaft, wenn daraus hervorgeht, dass mit Ländern des Paneuropa-Mittelmeerraums kumuliert wurde

Sonstige Nachweisdokumente:
  • Rechnungen, Lieferscheine und andere Geschäftspapiere oder Belege können unter gewissen Umständen als Ursprungsnachweise anerkannt werden. Halten Sie bitte dazu vor Antragstellung Rücksprache mit Ihrer IHK Ostbrandenburg.