Medien-Information
Fast-Track Netze: IHK und EWE NETZ fordern Tempo
Netzausbau
67/2026 vom 18.08.2026
Gemeinsamer Appell: Planungs- und Genehmigungsverfahren für Stromnetze auf allen Ebenen müssen deutlich schneller werden.
- Schnellere Verfahren stärken Investitionen und Standorte
- Alle Netzebenen müssen gemeinsam ausgebaut werden
- Konkrete Vorschläge für Bund, Land und Kommunen
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) und EWE NETZ setzen sich gemeinsam für eine deutliche Beschleunigung des Stromnetzausbaus ein. In ihrem Maßnahmenpapier „FastTrack Netze“ zeigen beide Partner konkrete Ansatzpunkte für Bund, Land und Kommunen auf. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen, Flächen frühzeitig zu sichern und Ausbauprojekte besser zu koordinieren. Denn Unternehmen, Kommunen und Projektierer brauchen verlässliche Perspektiven für neue Anschlüsse und Investitionen.
Transformation braucht Infrastruktur und Tempo
Der Nordwesten entwickelt sich im Rahmen von Initiativen wie Powerhouse Nord zu einer Schlüsselregion der Energiewende und der industriellen Transformation. Der Ausbau erneuerbarer Energien, neue Industrieprojekte, Speicher und die zunehmende Elektrifizierung lassen den Bedarf an Netzkapazität stark wachsen. Damit diese Dynamik zur Stärke der Region wird, muss die gesamte Netzinfrastruktur Schritt halten – vom örtlichen Verteilnetz bis zum vorgelagerten 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz. Gerade bei größeren Anschlussvorhaben sind häufig Maßnahmen auf mehreren Netzebenen erforderlich.
Gemeinsame Aufgabe über alle Netzebenen hinweg
EWE NETZ investiert erheblich in den Ausbau und die Modernisierung der eigenen Stromnetze. Zugleich hängen zusätzliche Anschlussmöglichkeiten vielfach davon ab, dass auch im vorgelagerten Hochspannungsnetz ausreichende Kapazitäten geschaffen werden. EWE NETZ steht hierzu in engem Austausch mit dem Hochspannungsnetzbetreiber Avacon. Die gemeinsame Initiative mit der IHK richtet den Blick deshalb bewusst auf das Gesamtsystem: Netzausbau kann nur gelingen, wenn Netzbetreiber, Behörden und Kommunen ihre Verfahren besser verzahnen und Ausbauvorhaben auf allen Ebenen beschleunigen.
„Der Nordwesten bringt beste Voraussetzungen mit, um zu einer Schlüsselregion der Energiewende und der industriellen Transformation zu werden. Doch dazu sind leistungsfähige Netze und verlässliche Zeitpläne unabdingbar. Wenn Unternehmen jahrelang auf ausreichende Netzkapazitäten warten müssen, wird das zunehmend zur Investitionsbremse und zum Standortrisiko“, erklärt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Energie. „Jetzt sind alle Akteure gefordert: Der Bund muss den Rechtsrahmen vereinfachen und verbindliche Fristen schaffen. Das Land sollte Verfahren standardisieren, parallel bearbeiten und Projekte aktiv steuern. Und vor Ort können Kommunen viel bewirken, indem sie Flächen frühzeitig sichern, Tiefbaumaßnahmen koordinieren und Nebenverfahren beschleunigen“, so Schaeper.
Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE NETZ GmbH: „Die Engpässe entstehen nicht trotz, sondern gerade wegen der hohen Dynamik bei Energiewende, Industrie und Elektrifizierung. EWE NETZ baut die eigene Infrastruktur mit hohem Tempo aus. Damit neue Anschlüsse schneller möglich werden, müssen aber auch die vorgelagerten Netzebenen sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren Schritt halten. Unser Maßnahmenpapier ‚Fast-Track Netze‘ zeigt, an welchen Stellen Bund, Land und Kommunen jetzt konkret ansetzen können.“