Medien-Information

Energiewende als Wirtschaftschance: Neue Studie zeigt enormes Potenzial für Nordwest-Niedersachsen

IHKs legen Studie „Wirtschaft. Wandel. Energie. – Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe“ vor

52/2026 vom 29. Juni 2026
Die Industrie- und Handelskammern der Regionen Weser-Ems und Lüneburg haben gemeinsam mit weiteren Partnern die Studie „Wirtschaft. Wandel. Energie. – Wertschöpfung durch die Transformation zwischen Ems und Elbe“ veröffentlicht. Die Untersuchung schafft erstmals eine gemeinsame und belastbare Datengrundlage für die Energiewende und die wirtschaftliche Transformation in Nordwest-Niedersachsen. Erarbeitet wurde die Studie von der Nefino GmbH.
„Die Studie zeigt, dass die Regionen Weser-Ems und Lüneburg zu den aussichtsreichsten Räumen Deutschlands für die Verbindung von erneuerbaren Energien, Wasserstoffwirtschaft und industrieller Wertschöpfung gehören. Die größten Hebel liegen im Windenergieausbau und der Entwicklung einer großskaligen Wasserstoffwirtschaft“, erklärt Björn Schaeper, Geschäftsführer für den Bereich Energie bei der Oldenburgischen IHK.
Region bereits heute Energie-Schwergewicht
Die Studie belegt, dass die Region schon heute zu den wichtigsten Energiestandorten Deutschlands zählt. Sie verfügt über eine hohe installierte Leistung bei der Onshore- und Offshore-Windenergie, leistungsfähige Strom- und Gasnetze, bedeutende Kavernenspeicher sowie eine starke Hafen- und Logistikinfrastruktur. Gleichzeitig dokumentieren die Analysen einen strukturellen Stromüberschuss, der die Region zu einem zentralen Baustein der deutschen Energiewende macht.
Wasserstoff wird zum strategischen Zukunftsfaktor
Besondere Chancen sieht die Studie beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Die Kombination aus Offshore-Windenergie, leistungsfähiger Netzinfrastruktur, Kavernenspeichern sowie Industrie- und Hafenstandorten schafft hervorragende Voraussetzungen für die Erzeugung, Speicherung, den Transport und die Nutzung von grünem Wasserstoff.
„Die Region verfügt über außergewöhnlich gute Voraussetzungen, um sich als führender Standort der Wasserstoffwirtschaft zu etablieren. Entscheidend wird nun sein, die vorhandenen Energiepotenziale mit industrieller Nachfrage und neuen Wertschöpfungsketten zu verbinden“, so Schaeper.
Windenergiepotenziale fast fünfmal so hoch wie der heutige Bestand
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist das enorme Ausbaupotenzial bei der Windenergie. Bereits heute verfügt die Region über knapp 10 Gigawatt installierte Onshore-Windleistung. Die Potenzialanalyse zeigt jedoch, dass langfristig rund 46,5 Gigawatt installierbare Leistung möglich sind – nahezu das Fünffache des heutigen Bestands.
Ein wesentlicher Hebel liegt dabei im Repowering bestehender Anlagen. Moderne Windenergieanlagen können auf vorhandenen Standorten deutlich höhere Leistungen erzielen und damit zusätzliche Energieerträge ermöglichen, ohne im gleichen Umfang neue Flächen in Anspruch nehmen zu müssen.
Mehr Wertschöpfung aus regionalen Standortvorteilen
Die Initiatoren der Studie betonen zugleich, dass die Region nicht zur reinen Produktions- und Durchleitungsregion für erneuerbare Energien werden dürfe.
„Unser Ziel ist es, die Energiewende mit wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden. Die vorhandenen Standortvorteile müssen gezielt genutzt werden, um zusätzliche Wertschöpfung, industrielle Investitionen und hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Es geht nicht nur darum, Energie zu erzeugen, sondern die daraus entstehenden Chancen für Unternehmen und Beschäftigte vor Ort zu nutzen“, betont Schaeper.
Studie bildet Grundlage für weitere Projektphasen
Die jetzt vorgelegte Studie stellt die erste Phase eines mehrstufigen Projekts dar. Während Phase I die räumlichen, infrastrukturellen und energetischen Potenziale analysiert, werden die folgenden Projektphasen die wirtschaftlichen Auswirkungen vertiefend untersuchen.