Medien-Information

Fehlende Mittel für Neubau der Cäcilienbrücke stoßen bei HWK, AGV und IHK auf Unverständnis

Bund muss Voraussetzungen „unverzüglich“ schaffen

45/2026 vom 15. Mai 2026
In einem gemeinsamen Schreiben haben sich die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, des Arbeitgeberverbandes Oldenburg e.V. und der Oldenburgischen Industrieund Handelskammer an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt. Der Grund: Es fehlt die Freigabe der Bundesmittel für den Ersatzneubau der Cäcilienbrücke in Oldenburg – und das, obwohl das Thema seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt ist. Gemeinsam fordern IHK, HWK und AGV deshalb nun, die notwendigen haushaltsrechtlichen Voraussetzungen „unverzüglich“ zu schaffen, damit das Projekt in diesem Jahr in die Umsetzung gehen kann.
„Der Ausfall der Cäcilienbrücke belastet die Stadt Oldenburg in einem Ausmaß, das sowohl aus politischer, verkehrlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht länger hinnehmbar ist“, sagt IHKHauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink. Mit der Sperrung der Brücke ist vor mehr als sechs Jahren eine zentrale Verkehrsachse weggefallen. Die Folgen daraus sind im Stadtverkehr täglich in Form langer Autoschlangen und Rückstaus spürbar. „Die aktuelle Situation ist eine echte Belastung für Beschäftigte und Unternehmen und zugleich auch ein Sicherheitsrisiko“, so Slink weiter. „Und das alles bedeutet eine erhebliche Belastung für den Wirtschaftsstandort Oldenburg“, fügt HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke an. Der ÖPNV, Lieferverkehre, Kundenströme, Pendlerverbindungen und innerstädtische Erreichbarkeiten werden seit Jahren negativ beeinflusst. „Unternehmen müssen mit Zeitverlusten, höheren Transportkosten und sinkender Planbarkeit umgehen“, zählt Henke auf.
Dass sich das Projekt seit Jahren hinzieht, sorgt zunehmend für Unverständnis in der Region, die jüngsten Nachrichten fehlender Gelder verursachen Kopfschütteln: „Bereits 2014 kam das Wasserschifffahrtsamt Oldenburg in einem Sanierungsgutachten zu dem Ergebnis, dass ein Abriss der Brücke aufgrund der gravierenden Mängel alternativlos sei und empfahl einen Neubau für 2017. Es ist ein Skandal, dass sich seitdem wider besseren Wissens nichts getan hat“, sagt Dr. Karsten Tech, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Oldenburg e. V. „Es wundert mich nicht, wenn die Bürger ihr Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates verlieren.“
Der Appell der Hauptgeschäftsführer an den Bundesverkehrsminister ist eindeutig: Die Mittel müssen kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. „Das Oberzentrum Oldenburg, die regionale Wirtschaft und die gesamte Verkehrsstruktur der Stadt können keine weiteren Verzögerungen mehr verkraften“, sagt Heiko Henke. „Oldenburg braucht endlich Planungssicherheit, Verlässlichkeit und sichtbaren Fortschritt bei diesem Projekt“, fügt Dr. Torsten Slink an und macht zugleich ein Angebot: „Wir stehen jederzeit für ein persönliches Gespräch und weiterführenden Austausch zur Verfügung.“