Medien-Information
Iran-Konflikt trifft Oldenburger Unternehmen mit Wucht
Blitzumfrage bei Unternehmen – Entschlossenes Handeln gefordert
38/2026 vom 17. April 2026
Die Unternehmen der Oldenburgischen IHK spüren die Folgen des Iran-Konflikts deutlich. Und das, obwohl viele von ihnen keine direkten Geschäftsbeziehungen in die betroffene Region unterhalten. Das ist das deutliche Stimmungsbild bei einer Blitzumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. 115 Unternehmen aus der Region haben in den vergangenen Tagen an der nicht-repräsentativen Umfrage der Oldenburgischen IHK teilgenommen.
„Die wirtschaftlichen Auswirkungen kommen mit großer Wucht in der Breite der regionalen Wirtschaft an“, sagt Felix Jahn, Geschäftsführer für den Bereich Geschäfte weltweit bei der Oldenburgischen IHK. „Zukünftige Entwicklungen sind auch weiterhin nur sehr schwer einzuschätzen. In vielen Betrieben wächst daher die Verunsicherung“, so Jahn.
Besonders belastend sind steigende Ausgaben für Energie und Treibstoff sowie höhere Transport-, Fracht- und Versicherungskosten. Hinzu kommen Lieferverzögerungen, unsichere Transportwege und wachsender Druck auf betriebliche Abläufe und Planungen. „Viele Unternehmen reagieren bereits mit Preis- und Kostenanpassungen, bauen Lager auf, weichen auf alternative Routen aus oder halten Investitionen zurück“, berichtet Jahn anlässlich des Jahrespressegesprächs der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. Zugleich wird deutlich: Ein spürbarer Teil der Betriebe sieht kurzfristig kaum eigene Handlungsspielräume.
„Die Unternehmen fordern deshalb von der Politik jetzt entschlossenes Handeln“, sagt IHK-Präsident Jan Müller. „Wir brauchen sofort wirksame Entlastungen bei Energie, Kraftstoffen und transportnahen Kosten“, betont der Unternehmer. Verlässliche Energie- und Versorgungssicherheit müsse gewährleistet werden.
Doch das allein reicht nicht aus: „Ebenso zentral für die Oldenburger Unternehmerschaft sind eine klare politische Kommunikation, mehr Planungssicherheit und ein konsequenter Abbau administrativer Hürden – jetzt ist der Zeitpunkt endlich für eine Entbürokratisierung zu sorgen“, so Müller weiter. Und darüber hinaus brauche es einen entschlossenen und gemeinsamen Beitrag der EU zur außenpolitischen Deeskalation.
Das Stimmungsbild ist eine Fortschreibung der Entwicklung, die auch 2025 für die Unternehmen im Oldenburger Land prägend war: nämlich große Unsicherheit. „Ursache waren die zahlreichen geopolitischen Krisen und insbesondere die US-Zollpolitik“, so Jahn. Zugleich konnte die deutsche Politik Zweifel an ihrer Reformbereitschaft nicht ausräumen. Die Unternehmen fordern deshalb auch unabhängig vom Iran-Konflikt dringend Reformen. „Sie sehen aber bis heute kaum konkrete Umsetzungen“, so Jan Müller. Das hat zur Folge, dass viele Betriebe eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit wahrnehmen.
Den gesamten Jahresbericht der Oldenburgischen IHK finden Sie online unter www.ihk.de/oldenburg/jahresbericht25