IHK kritisiert erneute Sperrung des Wesertunnels
9/2026 vom 19. Januar 2026
Die ganztägige Sperrung des Wesertunnels im Zuge der B 437 am Dienstag, 20. Januar 2026, infolge des Streikaufrufs der Gewerkschaften VDStra und Ver.di wird von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) als unverhältnismäßige Belastung für Unternehmen und Beschäftigte in der Region kritisiert. Aus Sicht der IHK trifft die Vollsperrung einer der wichtigsten Weserquerungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Nordwestens in einer ohnehin angespannten Lage besonders hart.
Die Sperrung des Wesertunnels von 0 Uhr bis 24 Uhr zwingt die Verkehrsteilnehmer zu weiträumigen Umleitungen über alternative Weserquerungen und verlängert Fahrzeiten im Berufs- und Lieferverkehr erheblich. Dies betrifft insbesondere Betriebe in der Wesermarsch und den angrenzenden Regionen, deren Touren- und Schichtplanung auf einer verlässlichen Erreichbarkeit beider Weserseiten beruht. Unternehmen sehen sich mit Verzögerungen in der Ver- und Entsorgung sowie steigenden Planungsrisiken in ihren Lieferketten konfrontiert. Auch tausende Pendlerinnen und Pendler müssen längere Fahrzeiten und Staus in Kauf nehmen.
Die IHK erkennt das Streikrecht als wichtiges arbeitsrechtliches Instrument selbstverständlich an, weist jedoch auf die besondere Verantwortung bei der Aufrechterhaltung kritischer Infrastrukturen hin. Wenn eine zentrale Verkehrsachse wie der Wesertunnel vollständig und ganztägig ausfällt, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen.
„Eine ganztägige Vollsperrung des Wesertunnels legt zentrale Verkehrsströme lahm und trifft Betriebe wie Beschäftigte gleichermaßen hart“, erklärt Fokke Fels, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses. „Wer täglich auf diese Verbindung angewiesen ist, kann seine Touren, Schichten und Termine unter solchen Bedingungen kaum noch verlässlich planen. Neben Industrie-, Handwerk- und Logistikunternehmen sind auch Krankenfahrten von dieser Sperrung betroffen.“
Aus Sicht der IHK müssen bei der Planung und Durchführung von Streikmaßnahmen im Bereich der Straßeninfrastruktur die Auswirkungen auf Wirtschaft und Bevölkerung stärker einbezogen werden. Ziel müsse sein, berechtigte Interessen der Beschäftigten mit der Funktionsfähigkeit zentraler Verkehrsverbindungen besser in Einklang zu bringen.
„Gerade in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit sendet eine ganztägige Sperrung einer Schlüsselinfrastruktur das falsche Signal an Unternehmen“, so Fels weiter. Die IHK appelliert an alle Beteiligten, künftige Arbeitskampfmaßnahmen so zu gestalten, dass die Erreichbarkeit der Region auch unter Konfliktbedingungen möglichst weitgehend gewährleistet bleibt.