Medien-Information
NetZero Valley braucht echte Standortvorteile
Auszeichnung ist erst der Anfang
42/2026 vom 05. Mai 2026
Die Anerkennung des „NetZero Valley Nordwest Deutschland“ ist ein wichtiger Schritt für die Positionierung der Region im europäischen Wettbewerb um klimaneutrale Industrieansiedlungen. „Die Auszeichnung unterstreicht die vorhandenen Stärken des Nordwestens – von der Energieinfrastruktur über industrielle Wertschöpfungsketten bis hin zu innovativen Unternehmen“, erklärt Jan Müller, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). „Gleichzeitig gilt: Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Ein Label allein wird keine Investitionsentscheidungen auslösen. Das NetZero Valley ist kein Selbstläufer“, mahnt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink. Entscheidend sei, ob es gelinge, die Standort- und Investitionsbedingungen spürbar und kurzfristig zu verbessern.
Aus Sicht der Wirtschaft brauche es jetzt konkrete und wirksame Maßnahmen statt zusätzlicher Ankündigungen. „Dazu gehört vor allem ein konsequenter Abbau von Bürokratie. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich beschleunigt werden – Fast-Track-Verfahren sollten zum Regelfall für Projekte im NetZero Valley werden“, fordert Björn Schaeper, Geschäftsführer für den Bereich Energie. Und weiter: „Investitionen in klimaneutrale Technologien sollten grundsätzlich als im überragenden öffentlichen Interesse liegend eingestuft werden, um Verfahren zu vereinfachen und zu verkürzen.“ Ebenso wichtig seien wettbewerbsfähige Standortkosten. Dazu gehörten unter anderem steuerliche Anreize, spürbare Entlastungen bei Netzentgelten sowie flexible Experimentierklauseln, die Innovation ermöglichen und regulatorische Hürden abbauen.
„Nur wenn es gelingt, aus der Anerkennung konkrete Standortvorteile zu entwickeln, kann das NetZero Valley Nordwest seine Wirkung entfalten und zu einem echten Magneten für Investitionen werden. Dafür werden wir uns weiterhin tatkräftig einsetzen“, so Jan Müller abschließend.