Oldenburger Land: Mittelstand und Großunternehmen – ein leistungsstarker Mix
Vorwiegend mittelständische Familienbetriebe prägen die Wirtschaft im Oldenburger Land. Sie stellen das Gros der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Daneben existieren renommierte Großbetriebe und bekannte Markenherstellern, aus den Branchen Maschinenbau, Ernährungsgewerbe, Chemische Industrie und Schiffbau.
Die Wirtschaftsstruktur unterscheidet sich erheblich vom Bundesdurchschnitt. Ursache ist der relativ hohe Anteil der Ernährungsindustrie an der Wirtschaftsleistung. Sie erwirtschaftet mittlerweile rund die Hälfte des Industrieumsatzes im IHK-Bereich und ist damit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Es folgen Fahrzeugbau mit Luftfahrt- und Schiffbau, Kunststoffindustrie sowie Maschinenbau.
Den höchsten Anteil an der Bruttowertschöpfung und an der Beschäftigung erzielen die Dienstleistungsunternehmen. Vor allem die unternehmensnahen Dienstleister, also IT-Dienste, Unternehmensberater, Zeitarbeitsfirmen, Wach- und Sicherheitsdienste sowie Logistikunternehmen etc. waren in den letzten Jahren der Beschäftigungsmotor im Oldenburger Land.
Industrieentwicklung im Jahr 2025
Der Umsatz der Industrieunternehmen im Oldenburger Land ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Auslandsumsatz legt um sechs Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Die Exportquote betrug 29,4 Prozent. Niedersachsenweit stiegen die Industrieumsätze um 3,1 Prozent. Das berichtet die IHK auf Grundlage von Daten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen.
„Die positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf zwei Branchen zurückzuführen“ sagt Björn Schaeper, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik. Zum einen auf das Ernährungsgewerbe, dessen Umsatz um 5,1 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro zunahm. Es erwirtschaftet 47,5 Prozent des gesamten Industrieumsatzes im Oldenburger Land.
„Zum anderen hat der Sonstige Fahrzeugbau, also Flug- sowie Schiffsbau, außerordentlich hohe Auftragseingänge verzeichnet“, so Schaeper. So weist allein die Wesermarsch, in der diese Branche stark vertreten ist, ein Umsatzplus von über 30 Prozent aus.
Ernährungsgewerbe und sonstiger Fahrzeugbau, dessen Umsatz nur zusammen mit der Kfz-Industrie ausgewiesen wird, sind für 62 Prozent des gesamten Industrie-Umsatzanstiegs im Oldenburger Land verantwortlich.
Die Beschäftigung in den Industrieunternehmen ab 50 Beschäftigte stieg um 1,2 Prozent auf 80.824 Personen im Jahresdurchschnitt.
„Der Umsatzanstieg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Industrieunternehmen weiterhin vor großen Herausforderungen stehen”, mahnt der IHK-Geschäftsführer. Die USA-Iran-Krise hat die ohnehin hohen Energiekosten weiter in die Höhe schnellen lassen. Zudem sind die Zollerhöhungen der USA nicht vom Tisch. Hier herrscht nach wie vor große Unsicherheit vor.
Es sind aber auch eigene Hausaufgaben zu erledigen. „Die Standortkosten sind im internationalen Vergleich viel zu hoch und die Produktivität ist zu gering“, so Schaeper. Vieles hemmt in Deutschland die Produktion: Bürokratie, mangelnde Digitalisierung, Fachkräftemangel. Das müsse sich schnell ändern, um international wettbewerbsfähiger zu werden, so der IHK-Geschäftsführer.
Der Umsatz der Bauindustrie im Oldenburger Land stieg im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent auf fast 2,2 Milliarden Euro.
Der Hochbau meldete ein Plus von 3,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die umsatzstärkste Sparte, der Wohnungsbau, verzeichnete einen Umsatzanstieg von 3,3 Prozent auf 488 Millionen Euro, gefolgt vom Wirtschaftsbau mit 457 Millionen Euro (+1,4 Prozent). Das höchste Plus meldete der öffentliche Bau mit 11,3 Prozent auf 182 Millionen Euro.
Der Tiefbau verzeichnete ein Umsatzplus von 19,2 Prozent auf eine Milliarde Euro.