Landkreis Ammerland: Tourismus und Industrie als Wachstumstreiber
Das Landschaftsbild des Ammerlandes wird von den vielen Baumschulen geprägt, die sich auf Rhododendren- und Koniferenzucht spezialisiert haben. Über 90 Prozent aller Rhododendren in Deutschland werden hier gezogen. Die Land- und Forstwirtschaft stellt daher auch heute noch viele Arbeitsplätze zur Verfügung.
Die wirtschaftliche Entwicklung verlief in den letzten Jahren äußerst günstig. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Vergleich zum IHK-Bezirk überdurchschnittlich zu. Insbesondere der Tourismus spielt im Ammerland eine wichtige Rolle. Hier ist in erster Linie Bad Zwischenahn mit seinen Kuranlagen und Wellnesseinrichtungen zu nennen. Der Gesundheitstourismus wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen und dem Landkreis weitere Chancen bieten.
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Industrie. Vertreten sind im Landkreis vor allem Ernährungsgewerbe und Maschinenbauunternehmen. Die unternehmensnahen Dienstleistungen sind im Vergleich zum Oldenburger Land nur unterdurchschnittlich repräsentiert, konnten aber in den vergangenen Jahren deutliche Beschäftigungs- und Wertschöpfungszuwächse erzielen.
Industrieentwicklung im 1. Halbjahr 2026
Der Industrieumsatz im Landkreis Ammerland ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 20265 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,6 Prozent gefallen. Das Umsatzvolumen nahm um rund 217 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro ab.
Das Auslandsgeschäft reduzierte sich um 4,1 Prozent auf 714 Millionen Euro. Die Exportquote betrug 39,1 Prozent.
Der Umsatzrückgang ist vor allem auf das bedeutende Ernährungsgewerbe zurückzuführen. Dessen Umsatzrückgang betrug zwischen 10 und 30 Prozent. Maschinenbau/ Elektroindustrie meldeten hingegen ein Plus zwischen zehn und 30 Prozent. In der Kunststoffindustrie gab es einen Erlöszuwachs von bis zu zehn Prozent.
In den 35 Industrieunternehmen ab 50 Beschäftigte stieg die Zahl der Angestellten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,8 Prozent. 6.400 Personen waren im Halbjahresdurchschnitt in der Industrie beschäftigt.
In der Bauindustrie gab es ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf rund 210 Millionen Euro. Zurückzuführen ist das Plus auf den Tiefbau. Hier nahm der Umsatz um fast 34 Prozent zu. Im Hochbau fielen die Erlöse um über neun Prozent. Die Beschäftigung stieg mit 3,2 Prozent auf 1.818 Personen im Halbjahresdurchschnitt kräftig an