Landkreis Ammerland: Tourismus und Industrie als Wachstumstreiber

Das Landschaftsbild des Ammerlandes wird von den vielen Baumschulen geprägt, die sich auf Rhododendren- und Koniferenzucht spezialisiert haben. Über 90 Prozent aller Rhododendren in Deutschland werden hier gezogen. Die Land- und Forstwirtschaft stellt daher auch heute noch viele Arbeitsplätze zur Verfügung.
Die wirtschaftliche Entwicklung verlief in den letzten Jahren äußerst günstig. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Vergleich zum IHK-Bezirk überdurchschnittlich zu. Insbesondere der Tourismus spielt im Ammerland eine wichtige Rolle. Hier ist in erster Linie Bad Zwischenahn mit seinen Kuranlagen und Wellnesseinrichtungen zu nennen. Der Gesundheitstourismus wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen und dem Landkreis weitere Chancen bieten.
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Industrie. Vertreten sind im Landkreis vor allem Ernährungsgewerbe und Maschinenbauunternehmen. Die unternehmensnahen Dienstleistungen sind im Vergleich zum Oldenburger Land nur unterdurchschnittlich repräsentiert, konnten aber in den vergangenen Jahren deutliche Beschäftigungs- und Wertschöpfungszuwächse erzielen.

Industrieentwicklung im Jahr 2021

Der Industrieumsatz im Landkreis Ammerland ist im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent gestiegen. Das Umsatzvolumen nahm um rund 313 Millionen Euro auf 3,2 Milliarden Euro zu.
Zurückzuführen ist das Plus auf das Auslandsgeschäft, dessen Umsätze sich mehr als verdoppelt haben (+119,5 Prozent). Der Exportumsatz stieg auf 1,1 Milliarden Euro. Die Exportquote stieg auf 35,2 Prozent (Vorjahreszeitraum 17,8 Prozent).
Der Metallbau sowie die Branche Maschinenbau/ Elektroindustrie melden jeweils einen Umsatzzuwachs zwischen zehn und 30 Prozent. Im Ernährungsgewerbe betrug das Plus bis zu zehn Prozent.
In den 35 Industrieunternehmen ab 50 Beschäftigte blieb die Zahl der Angestellten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu konstant (+0,6 Prozent). Über 6180 Personen waren im Jahresdurchschnitt in der Industrie beschäftigt.
In der Bauindustrie gab es ein kräftiges Umsatzplus von 11,8 Prozent auf 333 Millionen Euro. Im Tiefbau nahm der Umsatz um 13,2 Prozent zu, im Hochbau stiegen die Erlöse um 10,5 Prozent, hier insbesondere im öffentlichen Bau (+58,7 Prozent) und im Wohnungsbau (15,5 Prozent). In der Sparte Wirtschaftsbau gab es ein Minus von fast 19 Prozent. Die Beschäftigung stieg um fast acht Prozent auf rund 1.609 Personen im Jahresdurchschnitt.

Industrieumsatz

Bruttoinlandsprodukt

Beschäftigung