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UKM geht neue Wege
Die Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Münster (UKM) arbeiten seit dem 1. Januar 40 Stunden pro Woche. Bislang waren es 42. Ein neuer Tarifvertrag sieht es so vor. Die Arbeit bleibt. „Die Anforderungen an unser ärztliches Personal sind hoch, insbesondere administrative Tätigkeiten sorgen für zusätzlichen Aufwand,“ sagt Katja Kümmel, Leiterin des Geschäftsbereichs IT und CIO am UKM.
Das UKM digitalisiert. Aber nicht blind. KI soll Prozesse modernisieren, Mitarbeitende entlasten und zugleich Haltung zeigen. „KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz“, betont Kümmel. Gerade im Gesundheitsbereich bleibe der Mensch „zur Kontrolle, zur Verantwortung, zur Entscheidung unverzichtbar“.
KI läuft mit
Auch in der Diagnostik kommt KI bereits zum Einsatz - bei der Karies-Erkennung, in der Hauttumor-Vorsorge, in der Radiologie. „Das ist teilweise schon etabliert.“
Cloud mit Grenzen
Doch dort, wo KI entlastet, wächst Verantwortung. Denn Patientendaten sind der Klinik höchstes Gut. Am UKM liegen mehrere Petabytes davon. Umgerechnet sind ein Petabyte rund 500 Milliarden Textseiten; genug, um ganze Bibliotheken zu füllen. „Davon geht nichts nach draußen“, so Kümmel. Darum nutzt die Klinik zwar Cloud-Lösungen, etwa SAP-Systeme. Aber nicht dort, wo es um sensible Daten geht. „Wenn Cloud, dann nur in Deutschland oder maximal in Europa, mit entsprechenden Zertifizierungen“, sagt Kümmel. „Nach Amerika, China oder Russland geht da nichts.“
Mit 12.664 Mitarbeitenden gehört das Uniklinikum Münster zu den größten Arbeitgebern im Münsterland.
- Uniklinikum Münster
Das UKM (Universitätsklinikum Münster) besteht in seiner heutigen Form seit 1925, als die Medizinische Fakultät Münster mit den dazugehörigen Universitätskliniken offiziell eröffnet wurde.Aktuelle Zahlen:
- 52.147 stationäre Fälle:
- 535.085 ambulante Besuche:
- 1.513 Betten
- 12.664 Mitarbeitende
Orientierung statt Technik
Wer KI nutzen will, muss Verantwortung organisieren – nicht nur Technik einkaufen. Genau deshalb ist das UKM in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Stand auf der data:unplugged vertreten, dem KI-Festival in Münster. Kümmel war im vergangenen Jahr als Besucherin dort: „Das ist eine richtig gute Daten- und KI-Konferenz, hier in Münster, nicht in Frankfurt oder Berlin.“ Dieses Jahr werden 10.000 Gäste erwartet. Als größter Arbeitgeber der Region wolle sich das UKM dort nicht nur als technologisch fortschrittlich präsentieren, sondern auch mögliche neue Mitarbeiter ansprechen. „Es geht nicht nur um IT-Fachkräfte“, sagt Kümmel. Die Konferenz erreiche auch Menschen, die mit IT bislang wenig Berührung hätten – Führungskräfte, Entscheider, Verantwortliche aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
Gerade ihnen empfiehlt sie den Besuch. „Man muss KI nicht technisch durchdringen, aber man braucht ein Gefühl dafür“, sagt Kümmel. Ein Gefühl dafür, was möglich ist, wo Risiken liegen – und welche Fragen man stellen sollte, bevor man Entscheidungen trifft.
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