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Kreatives für Kinderhände
Kleine, bunte Stücke aus aufgeschäumtem Maisgrieß. Ein bisschen Wasser genügt – und aus Playmais entstehen Löwen, Elefanten und Schlösser, aber auch Raketen, Architekturmodelle und ganze Fantasiewelten.
Britta Loick hat schon vieles gesehen, was Kinder, Studierende und Künstler aus den Maisbausteinen gebaut haben. Am meisten beeindruckt die Geschäftsführerin des Dorstener Unternehmens jedoch, was kleine Kinder aus ihrer eigenen Fantasie heraus erschaffen – gerade dann, wenn Erwachsene zunächst gar nicht erkennen, was es darstellen soll.
Seit 2024 führt Britta Loick das Unternehmen Playmais. Seitdem konzentriert sie sich darauf, die Marke zu stärken – zum Beispiel durch ein neues Corporate Design.
Für die Pädagogin ist genau das die Stärke von Playmais: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Entscheidend ist, was Kinder selbst darin sehen und mit den eigenen Händen daraus machen. Schon als Lehrerin arbeitete sie nach dem Grundsatz: „Begreifen hat mit Greifen zu tun.“
Die Idee für das Spielzeug hatte ihr Mann Hubert: Aus einem Verpackungsmaterial aus Mais klebte der Landwirt und Unternehmer kleine Figuren und erkannte das Potenzial. Seit 2000 ist Playmais auf dem Markt. Ein Jahr später präsentierte das Unternehmen das Produkt erstmals auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. 2002 folgte der erste Großauftrag: eine komplette Lkw-Ladung. In den folgenden Jahren erschloss das Unternehmen internationale Märkte. Heute wird das Produkt in 23 Ländern verkauft.
Landwirtschaftliche Wurzeln
Die Wurzeln des Bastelspielzeugs liegen auf dem Hof der Familie Loick in Dorsten-Lembeck. Dort befindet sich bis heute die Unternehmenszentrale der Loick AG – in umgebauten Stallungen, in denen auch das Playmais-Team arbeitet. Hier begann auch die Produktion des Spielzeugs, zunächst in einer großen Scheune. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für die Loick AG, die neben dem Bastelspielzeug in den Geschäftsfeldern Biowertstoffe, Bioenergie, Landwirtschaft und Handel tätig ist. Sie produziert unter anderem Verpackungsmaterialien und technische Erzeugnisse aus nachwachsenden Rohstoffen und entwickelt und betreibt Bioenergieanlagen. Dass Playmais ausgerechnet aus Mais entsteht, passt zur Herkunft des Unternehmens: Die Familie Loick betreibt weiterhin Landwirtschaft und baut auch Mais an.
Sichtbar auf LinkedIn und Co.
Rückblickend sieht Britta Loick jedoch ein Versäumnis: „Wir haben den Fehler begangen, nicht die Marke aufzubauen, sondern uns nur um das Produkt zu kümmern.“ Seit sie 2024 die Geschäftsführung übernommen hat, treibt sie den Markenaufbau voran. Playmais wurde visuell und kommunikativ neu ausgerichtet, die Website überarbeitet, Social Media und digitale Werbung ausgebaut. Zugleich macht sich die Geschäftsführerin selbst stärker sichtbar – auf LinkedIn, in Podcasts und in Interviews: „Menschen vertrauen Menschen, nicht Produkten.“
Zum Sortiment gehören unter anderem Sets zum Kleben von Dinos, Drachen oder Fahrzeugen sowie die Bestseller: Eimer mit 600 oder 1200 Playmais-Stücken in neun Farben. Verkauft wird über zahlreiche Kanäle. Im Playmais-Team kümmert sich eine Mitarbeiterin ausschließlich um das Amazon-Geschäft. Und das hat auch einen Grund: „Amazon ist für mich nicht nur ein Vertriebskanal, sondern auch ein wichtiges Marketinginstrument.“ Der Nutzen liege daher nicht allein im direkten Umsatz, sondern vor allem in der Sichtbarkeit der Marke. Daneben ist Playmais über Onlineshops wie Thalia erhältlich. Hinzu kommen Großhändler, inhabergeführte Spielwarengeschäfte, Spielwarenketten sowie Discounter und Drogeriemärkte. Auch Bildungseinrichtungen zählen zu den Abnehmern.
Um künftig auf steigende Nachfrage reagieren zu können, ist die Produktion 2024 in ein neu gebautes Produktions- und Forschungszentrum nach Dorsten-Hervest umgezogen. Dort werden neben Playmais auch weitere Produkte der Loick AG hergestellt – zum Beispiel Verpackungsmaterial. Die zwölf Millionen Euro teure Halle sei auch eine Investition in die Zukunft, erklärt Britta Loick. Denn als Familienunternehmerin denke sie langfristig und somit auch an die nächste Generation.
USA-Geschäft als Türöffner
Ihr Blick geht daher auch über den Atlantik. Trotz Zöllen und politischer Unsicherheiten seien die USA für das Dorstener Unternehmen ein strategischer Zukunftsmarkt. „Der Markt ist zu wichtig und zu groß, um ihn zu ignorieren“, sagt Loick. Schon seit längerer Zeit arbeitet das Unternehmen in den USA mit einem Vertriebspartner zusammen, der das Unternehmen zum Beispiel auf Messen präsentiert. Das Dorstener Unternehmen konnte bereits namhafte Kunden gewinnen: die Buchhandelskette Barnes & Noble, das amerikanische Pendant zu Thalia, verkauft das deutsche Spielzeug in seinen Regalen. Loick hofft, den US-Markt in den kommenden Jahren deutlich stärker zu erschließen. Für sie kann ein erfolgreiches US-Geschäft auch ein „Türöffner“ für weitere internationale Märkte sein.
In dieser Maschine wird Playmais in neun verschiedenen Farben gleichmäßig gemischt.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
