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Urlaubsgrüße vom Kongress
Nach einem ausgedehnten Frühstück das erste Get-Together im topmodernen Hotel. Danach, am Aassee entlang, zum Mühlenhof bummeln, mitten ins Münsterland vergangener Jahrhunderte. Imbiss zwischen Fachwerkhöfen und Bockwindmühle, dann die zweite Tagungsrunde. Jetzt aber auf in den Zoo, der liegt ja nahe, und frische Luft tut gut. Weiter tagen im Tropen-Flair, dann eine geführte Exkursion durch den Dschungel der Meranti-Halle. Ist das alles noch Arbeit oder ist das schon Vergnügen? Sowohl als auch. „Bleisure“ heißt das Zauberwort, erklärt Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster Marketing.
Entdeckungstour durchs Quartier
Ohnehin hätten große Konzerne ihre Business-Veranstaltungen nach der Corona-Pandemie reduziert. Anders die Entwicklung im Städtetourismus: Hier ist Münster ein Magnet. Spinnen nennt Zahlen. Demnach ist innerhalb der vergangenen 20 Jahre die Übernachtungszahl von jährlich einer Mio. auf zwei Mio. angestiegen. Insgesamt hat der Tourismus der Stadt rd. 1,2 Mrd. Euro Bruttoumsatz eingebracht. Die Top-Profiteure sind Gastgewerbe (rd. 455 Mio.), Einzelhandel (449 Mio.) und Dienstleister (rd. 222 Mio.). Rd. 48 Mio. Euro kommen aus dem Tagungs- und Kongresswesen, und von den 16.740 Arbeitsplätzen der gesamten Tourismusbranche lassen sich 1.527 diesem Bereich zuordnen. Jetzt will Münster-Marketing die Faszination, die von der Stadt ausgeht, systematisch für den Kongresstourismus nutzen. Spinnen und ihr Team haben eine Strategie vorgelegt und dabei insbesondere die jüngere Generation adressiert.
Die Stoßrichtung: Entlang der kongresstouristischen Customer Journey sollen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Qualität der Angebote weiterentwickelt werden. Der Clou: Münster Marketing und seine Partner entwickeln auf Anfrage für diese Kundenreise jeweils ein individuelles, passgenaues Konzept und geben damit das Signal für einen Aufbruch – raus aus einem vormals statischen Tagungsgeschehen, hinein in ein „Mikroabenteuer“. Die Gäste sollen „kognitive und emotionale Erfahrungen“ sammeln, die als „Münster Experience“ lange in guter Erinnerung bleiben. Die meisten Anlaufpunkte bilden jeweils ein Cluster und sind tatsächlich vom Tagungsort zu Fuß zu erreichen. Aber auch das Fahrrad oder ein Bus der Stadtwerke können Vehikel der Wahl ein. Spinnen hat ihr Cluster-Konzept auf eine harte Probe gestellt: Branchenprofis aus den Landes-Marketingorganisationen waren an Aasee und Hafen zu Gast. „Sie waren begeistert“, freut sie sich. Weitere Cluster sollen in anderen Stadtteilen folgen. Als Voraussetzung für das Konzept nennt Spinnen die kluge Vernetzung von Orten und Ressourcen. Eine starke Kooperationsbasis sei mit der Kongressinitiative bereits vorhanden. Der Knotenpunkt liegt im Kongressbüro bei Münster Marketing, das seit jeher für die Veranstalter Hotelkapazitäten recherchiert und Impulse für Rahmenprogramme gibt. Jetzt gelte es, die bereits bestehenden Angebote enger zusammenbinden. „Für die Umsetzung brauchen wir Partner aus allen Bereichen – Gastgewerbe, Einzelhandel, Kultur, Sport, Mobilität“, erklärt Spinnen.
Locations für Firmenevents im Münsterland
Das „kult“ in Vreden ist das kulturhistorische Zentrum des Kreises Borken. Es kann auch für Firmenevents und Tagungen gebucht werden.
Mittelalter trifft Business: Die Burg Vischering in Lüdinghausen kann für Firmenevents gebucht werden.
Neben dem Museum „Draiflessen Collection“ in Mettingen befindet sich ein Gebäude für Tagungen und Business-Events – das Veranstaltungszentrum „Draiflessen Conference“.
Die Eingangshalle des LWL Museums für Kunst und Kultur in Münster kann sich in eine Location für Tagungen und festliche Business-Events verwandeln.
Der Bereich „NEO“ im Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland ist speziell auf Firmenevents wie Tagungen oder Workshops ausgerichtet. Auch hybride Veranstaltungen finden hier statt.
Business im Barockbau: Das Schloss Ahaus befindet sich im Herzen der Stadt, nur wenige Meter von der Fußgängerzone entfernt und kann für Veranstaltungen gebucht werden.
Für Kongresse und Tagungen buchbar: Das Kulturgut Haus Nottbeck, ein ehemaliges Rittergut, liegt am Rande des Oelder Stadtteils Stromberg im Kreis Warendorf.
Das GOP Varieté-Theaters in Münster ist eine zentral gelegene Location für Unternehmensevents und Tagungen.
Tagen in tropischer Umgebung: Das geht in der Merantihalle im Allwetterzoo in Münster.
Das „kult“ in Vreden ist das kulturhistorische Zentrum des Kreises Borken. Es kann auch für Firmenevents und Tagungen gebucht werden.
Mittelalter trifft Business: Die Burg Vischering in Lüdinghausen kann für Firmenevents gebucht werden.
Neben dem Museum „Draiflessen Collection“ in Mettingen befindet sich ein Gebäude für Tagungen und Business-Events – das Veranstaltungszentrum „Draiflessen Conference“.
Die Eingangshalle des LWL Museums für Kunst und Kultur in Münster kann sich in eine Location für Tagungen und festliche Business-Events verwandeln.
Der Bereich „NEO“ im Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland ist speziell auf Firmenevents wie Tagungen oder Workshops ausgerichtet. Auch hybride Veranstaltungen finden hier statt.
Business im Barockbau: Das Schloss Ahaus befindet sich im Herzen der Stadt, nur wenige Meter von der Fußgängerzone entfernt und kann für Veranstaltungen gebucht werden.
Für Kongresse und Tagungen buchbar: Das Kulturgut Haus Nottbeck, ein ehemaliges Rittergut, liegt am Rande des Oelder Stadtteils Stromberg im Kreis Warendorf.
Das GOP Varieté-Theaters in Münster ist eine zentral gelegene Location für Unternehmensevents und Tagungen.
Tagen in tropischer Umgebung: Das geht in der Merantihalle im Allwetterzoo in Münster.
Kongress tanzt
Umland lockt
Doch kann das Umland mehr, wie Michael Kösters deutlich macht. Er leitet den Bereich Tourismus beim Münsterland e.V., der Mitglied der Kongressinitiative ist. „Die Stärke unserer Region ist die Kombination von Stadt und Land, das haben externe Experten im Zuge unseres Markenbildungsprozess gezeigt“, erklärt er. Viele Gäste machen beispielsweise eine Radtour auf der 100-Schlösser-Route, steuern den Erbdrostenhof in Münster an, und lernen somit die Stadt kennen. Auch das Umland hat Anziehungskraft. Das Münsterland biete gute Gründe, eine Geschäftsreise nach Münster um ein paar Freizeittage zu verlängern. „Stay-Longer“ wird dieser Trend genannt, den die Kongressinitiative noch mehr nutzen will. „Der Münsterland e.V. greift ihn erfolgreich auf, zum Beispiel durch passgenaue Reiseangebote und entsprechende Inspirationen in den sozialen Medien“, sagt Kösters. Künftig will er in dieser Sache die strategische Vernetzung mit der Stadt Münster noch weiter vorantreiben. Im Bereich Open Data sei die Zusammenarbeit schon jetzt intensiv, so werden Tourismusdaten gemeinschaftlich erfasst und ausgespielt, etwa an Tourismus NRW oder die Deutsche Zentrale für Tourismus. Zudem weiß Kösters, dass im Umlandspannende Kongress- und Tagungsstandorte – etwa in Schlössern und Burgen, in Museen und Orten mit moderner Architektur, zu finden sind. „Dass wir den Kongresstourismus jetzt noch systematischer und kooperativer angehen, ist eine gute Nachricht“, findet auch Sascha von Zabern, Hoteldirektor des ATLANTIC Hotels Münster.
„Vielleicht hat sich Münster in den vergangenen Jahren auf dem nationalen Tablett, aber auch international, etwas zu wenig sichtbar gehalten“, sagt der Hotelier und ergänzt: „Wir können viel und sind stark, das müssen wir jetzt rausposaunen, Verkaufspower ist gefragt.“ „Münster Experience“, sei genau die richtige Headline, allerdings könne die Strategie ein Manko nicht über Nacht lösen: Der Flughafen FMO sei zwar schnell erreichbar, es fehle aber an Verbindungen in europäische Metropolen, um noch mehr internationales Business nach Münster zu ziehen. Das aber sei erstrebenswert, denn je größer die Tagungen und Kongresse, um so mehr partizipierten fast alle Branchen, erklärt von Zabern. Er skizziert beispielhaft eine Wertschöpfungskette, die mit der Taxifahrt der Gäste vom FMO in die City beginnt, über den Prinzipalmarkt, durch Museen, in ein Restaurant sowie in ein Varieté führt und mit einem Absacker in der Skybar des ATLANITC Hotels endet. „Es gibt im Bereich Kongresstourismus noch einiges zu holen, wir müssen nur smart und easy zusammenarbeiten“, sagt der Hotelier.
„Münster überzeugt als attraktiver Kongressstandort"
Dr. Jana Burchard, IHK-Geschäftsbereichsleiterin, Branchen und Infrastruktur, fasst zusammen: „Tagungen und Kongresse stärken die Region als innovativen Standort für Wirtschaft und Wissenschaft und fördern die lokale Wertschöpfung branchenübergreifend. Münster überzeugt als attraktiver Kongressstandort: durch kurze Wege vor Ort, seine große Vielfalt an Leistungsträgern und besondere Veranstaltungsorte. Getragen wird dies nicht zuletzt von einem starken Netzwerk, zu dem auch die IHK Nord Westfalen gehört."
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
