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„Die Anbindung wird aktiv nachgefragt“
Eine gute Verkehrsanbindung ist für Unternehmen wichtig, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Diese Erfahrung hat Timo Sterzl gemacht, Personalchef der technotrans SE mit Hauptsitz in Sassenberg.
Timo Sterzl ist Personalchef bei der technotrans SE. Seiner Meinung nach ist eine gute Verkehrsanbindung für Unternehmen ein zentraler Baustein, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.
Wirtschaftsspiegel: Welche Bedeutung hat die Erreichbarkeit Ihres Unternehmens für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
Timo Sterzl: Die Erreichbarkeit des Industriegebiets hat für uns eine große Bedeutung. Gerade bei der Gewinnung neuer Mitarbeitender merken wir deutlich, dass die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr aktiv nachgefragt wird. Auch intern zeigt sich der Bedarf klar: Über unseren tt-Dialog – ein Format, über das Mitarbeitende direkt Fragen an den Vorstand richten können – wurde mehrfach nach einem weiteren Ausbau des Busangebots gefragt. Das unterstreicht, wie wichtig das Thema Mobilität für unsere Belegschaft ist. Eine gute Verkehrsanbindung ist für uns daher ein zentraler Baustein, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und Mitarbeitende langfristig zu binden.
Sterzl: Eine sehr große Rolle. Als Unternehmen verfolgen wir ehrgeizige ESG-Ziele – nachhaltige Mobilität ist dabei ein zentraler Bestandteil. Wir möchten die Anbindung per Bus weiterentwickeln und perspektivisch ausbauen. Gleichzeitig fördern wir Elektromobilität durch Ladepunkte auf unserem Firmengelände, die von unseren Mitarbeitenden genutzt werden können. Darüber hinaus planen wir im Zuge der deutlichen Vergrößerung unseres Standorts in Sassenberg eine umfassende Erweiterung der Ladeinfrastruktur mit einer Vielzahl zusätzlicher Ladepunkte für E-Autos. Wir waren eines der ersten Unternehmen in der Region, das Jobbike-Leasing angeboten hat. Damit ermöglichen wir unseren Mitarbeitenden, unkompliziert auf Pedelecs oder E-Bikes umzusteigen und ihren Arbeitsweg nachhaltig zu gestalten. Nachhaltige Mobilität verstehen wir nicht als Einzelmaßnahme, sondern als strategischen Beitrag zu Klimaschutz, Zukunftsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität.
Wie bewerten Sie die Erreichbarkeit des technotrans-Standorts in Sassenberg?
Sterzl: Die Erreichbarkeit unseres Standorts wird insgesamt positiv bewertet – insbesondere seit der Einrichtung der Bushaltestelle direkt am Unternehmen. Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass sich viele Mitarbeitende eine weitere Verbesserung und Ergänzung des Angebots wünschen.
Welche Erfahrungen haben Sie in der Zusammenarbeit mit Kommunen und weiteren Partnern gemacht?
Sterzl: Die Zusammenarbeit mit Kommune und Verkehrsunternehmen erleben wir als konstruktiv und lösungsorientiert. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass insbesondere Anpassungen von Buslinien, Fahrzeiten oder Streckenführungen mit erheblichem Abstimmungsaufwand verbunden sind. Solche Veränderungen betreffen viele Beteiligte und erfordern Ausdauer, Geduld und ein gemeinsames Verständnis für langfristige Ziele.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei die IHK. Durch ihr starkes Netzwerk, ihre regionalen Kontakte und ihre fachliche Expertise bringt sie die relevanten Akteure an einen Tisch und sorgt für Struktur im Prozess. Diese koordinierende und vermittelnde Funktion ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Erfolgsfaktor – ohne diese Unterstützung wären entsprechende Projekte deutlich schwieriger umzusetzen. Für zukunftsfähige Gewerbestandorte braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Infrastruktur vorausschauend zu entwickeln. Nur so bleiben Standorte langfristig wettbewerbsfähig und attraktiv – für Unternehmen wie auch für Mitarbeitende.
Die technotrans SE mit Hauptsitz in Sassenberg stellt Komponenten der Flüssigkeitentechnologie her und beschäftigt an weltweit 17 Standorten 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
