Wirtschaftsspiegel
Nr. 6967100
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Unternehmen & Märkte

Großbatteriespeicher in Ibbenbüren geplant

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche in Ibbenbüren soll einer der größten Batteriespeicher Nordrhein-Westfalens entstehen. Geplant sind rund 340 Container – jeweils etwa sechs Meter lang und zweieinhalb Meter breit sowie hoch. Die Anlage würde sich über eine Fläche von rund sieben Fußballfeldern erstrecken. Mit einer vorgesehenen Speicherkapazität von etwa 1,9 Gigawattstunden (GWh) ist es nach Angaben der Projektentwickler derzeit das größte in Nordrhein-Westfalen in Planung befindliche Vorhaben dieser Art.

Was leistet der Großbatteriespeicher?

Großbatteriespeicher nehmen Strom auf, wenn Wind- und Solaranlagen mehr Energie erzeugen als verbraucht wird. Sie geben diese Energie wieder ins Netz ab, sobald Erzeugung und Bedarf auseinanderfallen. Die Anlage in Ibbenbüren soll im Durchschnitt zweimal täglich geladen und entladen werden.
Nach Angaben der Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH (GFGBA) könnte die gespeicherte Energiemenge rechnerisch rund 500.000 Vier-Personen-Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgen.
Ein weiterer Aspekt ist die Netzstabilität. Durch eine automatisierte Steuerung kann die Anlage kurzfristig auf Schwankungen reagieren und zur Stabilisierung der Netzfrequenz beitragen. Die Nähe zum geplanten Konverter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion gilt dabei als Standortvorteil.

Strukturwandel auf dem ehemaligen Zechengelände

Das Projekt ist Teil der Entwicklung des sogenannten I-NOVA Parks auf dem früheren Bergbauareal. Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer sieht darin einen weiteren Schritt im Strukturwandel:
„Der I-NOVA Park steht für den Wandel vom traditionellen Energiestandort zu moderner Infrastruktur.“
Auch aus Sicht der Projektentwickler war die Zusammenarbeit mit der Kommune ein entscheidender Faktor. Peter Jumpertz (GFGBA) betont die Offenheit der Stadt für neue Technologien.

Bauantrag in Vorbereitung

Derzeit bereitet die GFGBA den Bauantrag vor. Der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen – vorausgesetzt, das Grundstück wird vollständig aus der Bergaufsicht entlassen. Der Ausbau soll schrittweise erfolgen.
Die Stadt prüft zudem perspektivisch, inwieweit der Speicher zur Stabilisierung regionaler Netze beitragen kann.