Wirtschaftsspiegel
Nr. 6932862
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Unternehmen & Märkte

AGRAVIS setzt auf 44 Tonnen und starke Wasser- und Schienenwege

Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, plädiert für zwei sich ergänzende Maßnahmen, um den Straßengüterverkehr zu stärken: die Anhebung des zulässigen Lkw‑Gesamtgewichts im Regelverkehr auf 44 Tonnen sowie den konsequenten Ausbau der Wasserstraßen und des Schienenverkehrs. „Ziel muss eine wettbewerbsfähige, klimawirksame und verlässliche Logistik für Getreide, Düngemittel und weitere zentrale Betriebsmittel sein“, betont Dr. Köckler.
Dr. Dirk Köckler
Dr. Dirk Köckler am Schiffsanleger des genossenschaftlichen Mischfutterwerks Münster. Für den Vorstandsvorsitzenden der AGRAVIS Raiffeisen AG sind, neben der Straße, Binnenschifffahrt und Schiene unverzichtbar für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. © AGRAVIS
Beide Maßnahmen wären wirksame Hebel für eine effizientere, klimafreundlichere und wettbewerbsfähige Agrarlogistik. Mit weniger Schwerlastverkehr bei gleicher Transportleistung und stabilen Lieferketten durch leistungsfähige Wasser- und Schienenwege werden die Rahmenbedingungen so weiterentwickelt, dass Wirtschaft, Klima und Infrastruktur gleichermaßen profitieren.
In Deutschland liegt das zulässige Lkw‑Gesamtgewicht derzeit bei 40 Tonnen. Aktuell erlauben 13 EU-Länder 44 Tonnen im Regelverkehr, darunter Belgien, Frankreich und Luxemburg. „Eine Harmonisierung mit diesen Standards erlaubt eine einfache Berechnung. 15 Prozent mehr Zuladung erhöhen die Effizienz, reduzieren den Fahrermangel und vermindert den CO2-Ausstoß pro transportierter Tonne in gleicher Höhe“, erklärt Dr. Köckler. „Die Erhöhung des zulässigen Lkw-Gesamtgewichtes auf 44 Tonnen ist ein wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung, Emissionsreduktion und Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland sollte sich auch hier den europäischen Standards anpassen können.”
Agravis-LKW
Mit weniger Schwerlastverkehr bei gleicher Transportleistung und stabilen Lieferketten durch leistungsfähige Wasser- und Schienenwege können Wirtschaft, Klima und Infrastruktur profitieren. © AGRAVIS
Neben der Straße sind Binnenschifffahrt und Schiene unverzichtbar für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie verursacht keine Staus und benötigt keine Parkflächen. Doch marode Schleusen und Engpässe auf Kanälen zwingen Transporte auf die Straße. „Wir benötigen Investitionen in Schleusenmodernisierung, Kanalinstandhaltung und leistungsfähige Umschlagknoten an Standorten mit Wasseranbindung sowie in durchgängige, kapazitätsstarke Schienenachsen mit schlagkräftigen Verlade- und Entladepunkten für Ganzzüge“, erklärt Dr. Köckler.
„Als nationaler Agrarhandels- und Dienstleistungskonzern unterstützt die AGRAVIS die Entwicklung zu einer innovativen, nachhaltigen Landwirtschaft. Wir handeln generationenübergreifend und ressourcenschonend“, fasst Dr. Köckler zusammen.