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Der Blickwinkel macht den Unterschied
Ein Lackhersteller aus dem Münsterland lässt Studierende eine Strategie zur Erweiterung des Verkaufsgebietes erarbeiten. Und folgt ihrem Rat. Das war kein Zufall: Dr. Bernd Rohe, Geschäftsführer der brocolor Lackfabrik in Gronau, wollte den niederländischen Markt für Industrielacke erschließen. Anstatt die Aufgabe intern zu vergeben, übergab er sie dem deutsch-niederländischen Studierendenteam. Acht Wochen lang analysierten die Studierenden den Markt und stellten Fragen, die intern so noch nicht gestellt wurden. „Interne Teams haben viel Fachwissen", sagt Rohe. „Das ist allerdings nicht immer hilfreich, wenn es darum geht, wirklich out of the box zu denken."
Daumen hoch für die Smart Solution Labs: Dr. Bernd Rohe (l.), Geschäftsführer der brocolor LACKFABRIK GmbH aus Gronau, mit Mitarbeitern und Studierenden.
Was Erfahrung kostet
Jessica Richter ist Vice President und Global Head of Talent Development bei der Infineon Technologies AG aus München.
Was ein Lebenslauf nicht zeigt
Ein Format als Antwort
Das Interreg A IV-Projekt, das brocolor und die Studierenden zusammenbrachte, heißt Smart Solution Labs. Es verbindet mittelständische Unternehmen im Westmünsterland mit Studierenden von drei Hochschulen aus Deutschland und den Niederlanden. Der Career & Talent Service der FH Münster ist als Schnittstelle an der Durchführung beteiligt. Die Teams sind bewusst international und interdisziplinär besetzt, teils mit acht Studierenden aus acht verschiedenen Kulturen. Bis Ende Juni sollen rund 120 Studierende und 30 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beteiligt sein.
Sarah Schönfelder, Projektkoordination für das Interreg-VI-Projekt Smart Solution Labs.
Für Mittelständler ohne eigene Innovationsabteilung ist das mehr als ein Recruiting-Format. Sie bringen eine Frage ein und öffnen sie für ein Team, das ohne Betriebsblindheit herangeht. Was intern durch Ressourcenmangel oder Routine liegen bleibt, wird zum Projektauftrag. „Es zeigt, keine Innovationen ohne junge Köpfe“, erklärt die Projektkoordinatorin.
- Smart Solution Labs
Das Projekt „Smart Solution Labs“ wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.Darüber hinaus beteiligen sich folgende Interreg-Partner: das Ministerium für Wirtschaft und Klima und die Provinz Overijssel auf niederländischer Seite und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klima und Energie NRW auf deutscher Seite.Das Projekt Smart Solution Labs wird durch das Programm Interreg VI A Deutschland-Nederland gefördert.Projektdaten:
- Programm: Interreg VI A Deutschland-Nederland.
- Laufzeit: Das Projekt startete am 1. April 2023 und läuft bis zum 30. Juni 2026.
- Fördervolumen: Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf über zwei Millionen Euro.
- Partner: Hauptpartner: WFG für den Kreis Borken mbH | FH Münster,Saxion Hogeschool (NL) und die Westfälische Hochschule (Campus Bocholt) | Verenigde Maakindustrie Oost Nederland.
- Rolle der EUREGIO: Der Regionale Lenkungsausschuss der EUREGIO hat das Projekt genehmigt und begleitet die Umsetzung in der Grenzregion.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
