Wirtschaftsspiegel
Nr. 7080022
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Praxis & Ratgeber

USA-Geschäft: Mehr Chancen, mehr Hürden

Der US-Markt bleibt für deutsche Unternehmen wichtig. Doch er wird schwieriger. Das zeigt eine Sonderauswertung der USA im Rahmen des AHK World Business Outlook Frühjahr 2026. Sie zeichnet ein Bild zwischen neuem Optimismus im eigenen Geschäft und tiefer Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Viele deutsche Betriebe vor Ort bewerten ihre Lage wieder besser. 43 Prozent der befragten Unternehmen bezeicuhnen ihre aktuelle Geschäftslage in den USA als gut. Im Herbst 2025 waren es 39 Prozent. Auch der Blick nach vorn hellt sich auf: 46 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten bessere Geschäfte. Zuvor waren es nur 31 Prozent.
Die US-Konjunktur selbst sehen die Unternehmen deutlich vorsichtiger. Nur 24 Prozent rechnen mit einer Erholung. 30 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Das zeigt: Den eigenen Betrieben trauen viele Unternehmen mehr zu als dem Umfeld, in dem sie arbeiten.
Trotzdem wollen viele Firmen am Standort USA investieren. 41 Prozent planen höhere Investitionen. Im Herbst 2025 waren es 26 Prozent. Auch beim Personal zeigt der Trend nach oben: 35 Prozent wollen zusätzliche Beschäftigte einstellen. Nur 10 Prozent planen Stellenabbau.
Der Optimismus hat aber Grenzen. Das größte Risiko bleiben Handelsbarrieren. 56 Prozent der Unternehmen nennen sie als Belastung. Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bereiten Sorge. 53 Prozent sehen darin ein Risiko. 44 Prozent blicken kritisch auf die Nachfrageentwicklung.
Viele Unternehmen reagieren bereits. 68 Prozent erhöhen ihre Preise, um gestiegene Importkosten weiterzugeben. 40 Prozent setzen stärker auf lokale Lieferketten. 32 Prozent produzieren gezielt in den USA für den US-Markt.
Der Grund ist klar: Wer näher am Markt ist, kann Zölle, Lieferkettenrisiken und politische Unsicherheiten besser abfedern. „Local for Local“ wird für viele Unternehmen deshalb vom Schlagwort zur Strategie.
Zugleich steigt der Aufwand. Die US-Zollpolitik belastet viele Betriebe mit mehr Bürokratie. 59 Prozent berichten von moderatem bis erheblichem Mehraufwand durch Zollverfahren und Compliance-Prüfungen.
Die Folgen reichen über die USA hinaus. Auch Unternehmen, die von anderen Ländern aus in die USA liefern, stellen sich neu auf. 14 Prozent reduzieren ihr US-Geschäft wegen hoher Einfuhrzölle. 15 Prozent suchen alternative Absatzmärkte, um weniger abhängig von den USA zu sein. Andere konzentrieren sich stärker auf ihre Heimatregionen oder prüfen Standorte in Ländern mit Handelsabkommen mit den USA.