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„Ich wollte etwas Eigenes aufbauen“
Sven Melchers (36) hat neben seinem Vollzeitjob eine eigene Modemarke aufgebaut. 2024 gründete der Münsteraner „SeVen -ms-“ im Nebenerwerb. Im Interview spricht er über finanzielle Sicherheit, den Alltag zwischen zwei Jobs und die Herausforderungen einer nebenberuflichen Gründung.
2024 gründete Sven Melchers im Nebenerwerb die Modemarke SeVen -ms-. Für ihn ist sein Nebenerwerb ein kreativer Ausgleich zu seinem Vollzeitjob als IT-Systemadministrator.
Wirtschaftsspiegel: Herr Melchers, warum haben Sie sich entschieden, zunächst im Nebenerwerb zu gründen?
Sven Melchers: Ich wollte neben meinem Beruf etwas Kreatives machen. Gleichzeitig hat mich die Möglichkeit gereizt, etwas Eigenes aufzubauen. In meinem Hauptberuf als IT-Systemadministrator arbeite ich analytisch und löse Probleme. Ich designe aber schon lange gerne und mache auch Musik. Daraus ist nach und nach die Idee für die Modemarke entstanden. Mir war wichtig, zunächst klein anzufangen und zu schauen, wie sich die Marke entwickelt. Gerade Mode ist kostenintensiv, weil man für die Produktion in Vorleistung gehen muss.
IHK-Angebot: Gründung im Nebenerwerb
Wer zunächst nebenberuflich gründen möchte, kann sich bei der IHK Nord Westfalen in einer kostenfreien Webinarreihe informieren. Sie wird zweimal im Jahr angeboten, jeweils im Frühjahr und Herbst. Die nächste Reihe startet am 20. Oktober 2026.
Themen sind unter anderem der Einstieg in die Nebenerwerbsgründung, rechtliche Fragen, Steuern und Finanzen sowie Social Media. Die Webinare sind in sich abgeschlossen und können einzeln gebucht werden.
Ergänzend bietet die IHK einen Erfahrungsaustausch für Menschen an, die bereits im Nebenerwerb gegründet haben oder eine Gründung planen.
Termine und Anmeldung
Wer zunächst nebenberuflich gründen möchte, kann sich bei der IHK Nord Westfalen in einer kostenfreien Webinarreihe informieren. Sie wird zweimal im Jahr angeboten, jeweils im Frühjahr und Herbst. Die nächste Reihe startet am 20. Oktober 2026.
Themen sind unter anderem der Einstieg in die Nebenerwerbsgründung, rechtliche Fragen, Steuern und Finanzen sowie Social Media. Die Webinare sind in sich abgeschlossen und können einzeln gebucht werden.
Ergänzend bietet die IHK einen Erfahrungsaustausch für Menschen an, die bereits im Nebenerwerb gegründet haben oder eine Gründung planen.
Termine und Anmeldung
Wann kam der Punkt, an dem Sie gesagt haben: Jetzt mache ich daraus wirklich ein Unternehmen?
Melchers: Als ich die ersten selbst entworfenen Textilien verkauft und gemerkt habe, dass sie ankommen. Ich habe gutes Feedback bekommen und gesehen, dass Menschen bereit sind, die Produkte zu kaufen. Da war für mich klar: Jetzt gründe ich das Nebengewerbe und lasse die Kleidung auch in Serie produzieren.
- Sven Melchers
Sven Melchers (36) kommt aus Münster und arbeitet derzeit in Vollzeit als IT-Systemadministrator bei einem Maschinenbauunternehmen. Sein beruflicher Weg führte ihn zuvor durch unterschiedliche Bereiche: Er machte zunächst eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und später eine weitere zum Steuerfachangestellten. Anschließend begann er in Münster Physik und Philosophie zu studieren. Während des Studiums entschied er sich für einen Wechsel in die IT und absolvierte eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker. 2024 gründete er im Nebenerwerb die Modemarke SeVen -ms-. Das Label bietet fair produzierte Loungewear für Frauen an.
Wie haben Sie den Start finanziert?
Melchers: Am Anfang komplett aus meinem privaten Ersparten. Ich hatte mich bei einer Bank nach einem Kredit erkundigt. Den hätte ich bekommen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ich das Unternehmen hauptberuflich betreibe. Deshalb habe ich mich damals bewusst dagegen entschieden und zunächst eine kleinere Kollektion aus eigener Tasche finanziert. Inzwischen habe ich ein Gründerdarlehen über meine Bank erhalten: Damit kann ich den nächsten Entwicklungsschritt gehen und unter anderem die Produktions- und Lieferstrukturen weiter ausbauen.
Welche Vorteile hat die Gründung im Nebenerwerb für Sie?
Melchers: Vor allem gibt sie mir finanzielle Sicherheit. Die Umsätze schwanken noch stark. Es gibt Phasen, in denen sehr viel passiert und ich merke, dass ich eigentlich mehr Zeit für das Unternehmen bräuchte. Danach kommen aber auch wieder ruhigere Zeiten. Gerade bei einer Modemarke, die hohe Investitionen erfordert, ist es deshalb hilfreich, weiterhin ein festes Einkommen zu haben.
Wie sieht Ihr Alltag zwischen Vollzeitjob und eigenem Unternehmen aus?
Melchers: Es ist natürlich anspruchsvoll, beides miteinander zu verbinden, aber genau diese Abwechslung macht mir auch Spaß. Durch flexible Arbeitszeiten in meinem Hauptberuf kann ich manches zwischendurch klären. Mein Arbeitgeber weiß von meinem Nebengewerbe und unterstützt das. Abends arbeite ich dann E-Mails ab, organisiere Shootings oder Modelcastings und kümmere mich um Social Media. Bestellungen verpacke und verschicke ich ebenfalls selbst. Auch die Ware prüfe, etikettiere und lagere ich in einem dafür eingerichteten Lager- und Versandbereich. Im Grunde erledige ich fast alles selbst.
Was war bei der Gründung besonders schwierig?
Melchers: Vor allem herauszufinden, welche Vorschriften ich beachten muss. Gerade im Textilbereich gibt es viele Vorgaben – etwa bei Verpackungen, Kennzeichnungen oder Materialbezeichnungen. Wenn man ins Ausland verkaufen möchte, kommen weitere Anforderungen hinzu. Das alles zu recherchieren ist zeitaufwendig und gehört zu den Dingen, in die man sich als Gründer erst einmal einarbeiten muss.
Wie haben Sie angefangen, Ihre Produkte zu verkaufen?
Melchers: Zunächst über eBay, um zu testen, wie die Produkte ankommen. Danach habe ich Kleidung auf Märkten und Veranstaltungen angeboten und schließlich meinen eigenen Onlineshop aufgebaut. Inzwischen kann man unsere Mode auch beim Onlinehändler About You kaufen. Außerdem möchte ich künftig stärker in den B2B-Bereich gehen. Mit der neuen Kollektion will ich gezielt Boutiquen in Münster und darüber hinaus ansprechen.
Was würden Sie anderen raten, die über eine Gründung im Nebenerwerb nachdenken?
Melchers: Einfach anfangen. Ich habe zu Beginn sehr viel geplant und vieles zu lange durchdacht, bevor ich überhaupt gestartet bin. Am Ende kommt ohnehin manches anders als gedacht. Natürlich gibt es Rückschläge und Wochen, in denen wenig Umsatz hereinkommt. Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Für mich war der wichtigste Schritt, irgendwann zu sagen: Ich mache es jetzt einfach.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
