Nach drei Monaten haben die ersten 16 Teilnehmenden den Pilotlehrgang der H2!Academy „Grundlagen der Wasserstofftechnik für Industriemeister/-innen“ beendet.
Am 29. Januar bekamen sie ihre Zertifikate in der Geschäftsstelle Gelsenkirchen-Buer der IHK Nord Westfalen überreicht. Die IHK Nord Westfalen hat den Weiterbildungs-Lehrgang entwickelt, um den wachsenden Anforderungen aus der Unternehmerschaft zu begegnen. Ulli Schmäing, Geschäftsbereichsleiter Weiterbildung und Qualifizierung bei der IHK: „Die anstehende Transformation in eine Wasserstoff-Wirtschaft ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen herausfordernd. Mit dem jetzt erstmalig durchgeführten Pilotlehrgang unterstützen wir die Unternehmen in der Region und bieten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine innovative und zukunftssichere Weiterbildung. Gleichzeitig arbeiten wir daran, das Thema Wasserstoff zukünftig in der Fortbildung zum Industriemeister zu integrieren.“ An der Fortbildung nahmen 16 Arbeitnehmende aus Gelsenkirchen und Umgebung teil. Ulli Schmäing: „Auf Basis der Rückmeldungen unserer Teilnehmer werden wir den Lehrgang überarbeiten und ein weiteres Mal durchführen.“
Zufriedene Teilnehmende
Doch bereits jetzt äußerten sich die Teilnehmenden positiv: Max Krings, Heizungsbau Krings, lobte vor allem die hochkarätigen Dozenten aus Wissenschaft und Industrie. Er sieht konkrete Einsatzmöglichkeiten der Schulungsinhalte im Bereich Prozesswärme: „Wir wollen Wasserstoff etwa für Sinteröfen oder Thermoprozessanlagen nutzen und damit Erdgas ersetzen.“ Und Teilnehmer Nils Roenspiess, Testtechniker bei Hydrogenics im Bereich Brennstoffzellen, will sein neues Wissen in die Ausbildung der Auszubildenden einfließen lassen. Daneben schätzte er vor allem den Austausch zwischen den Teilnehmenden untereinander als auch mit den Dozenten. Daraus ergäben sich tragfähige Netzwerke für die Zukunft.
Fachlichen Input zum Thema Qualifizierung und Fachkräfteentwicklung im Wasserstoffhochlauf lieferte abschließend Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Westfälischen Hochschule mit Sitz in Gelsenkirchen: „Durch die Umwandlung von regenerativer Energie in Wasserstoff wird umweltfreundliche Energie langzeitspeicherbar und transportierbar gemacht. Daher ist Wasserstoff unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende. Durch den Transfer des Wissens über Wasserstoff kann die H2!Academy, im engen Schulterschluss von IHK, Hochschule, Stadt und regionalem Mittelstand, zum Motor der energetischen und damit der industriellen Transformation werden.“
Die H2!Academy ist ein Projekt im Werkstattbereich des H2Raums, einer Wasserstoff-Transferinitiative im Ruhrgebiet. Die Initiative wird gefördert durch das Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Der H2Raum will dafür sorgen, dass Wasserstoffakteure im Ruhrgebiet voneinander lernen, gemeinsam diskutieren und miteinander Wasserstoffprojekte entwickeln und durchführen. Er adressiert dabei alle Interessierten vom Start-up über kleine und mittelständische Unternehmen, Hochschulen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen über Studierende, Schülerinnen und Schüler bis in die Zivilgesellschaft hinein. Die Westfälische Hochschule und das Fraunhofer IEG sind Initiatoren des H2Raums.
Die Westfälische Hochschule forscht seit über 20 Jahren im Bereich der Wasserstofftechnologie. Sie ist Partnerin zahlreicher regionaler und überregionaler Initiativen. Seit dem Wintersemester 24/25 bietet die Hochschule den Studiengang „Wasserstoffsysteme und Erneuerbare Energien“ an. Und mit dem „H2 Solution Lab“ entsteht – gefördert im Rahmen des 5-StandorteProgramms von Bund und Land NRW – ein zukunftsweisendes Wasserstofflabor an der Westfälischen Hochschule als wichtige Säule des Wasserstoffstandortes Gelsenkirchen.
Das Fraunhofer IEG beschäftigt sich als Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft schwerpunktmäßig mit Geothermie, Energieinfrastrukturen sowie der industrienahen Wasserstoffforschung. Es leitet mit TransHyDE eines der drei Leitprojekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zu Wasserstofftechnologien, entwickelt innovative Speicherlösungen und unterstützt bei der Integration von Wasserstofftechnologien in die Energiesysteme.