Themenfeld 4
Lieferketten
„Die EU muss unsere Wirtschaftsinteressen im globalen Wettbewerb durchsetzen.”
Ralph Weidling (Geschäftsführer der WEICON GmbH & Co. KG, Münster)
Aktuelle Situation
- Unternehmen sind im globalen Handel auf funktionierende Lieferketten angewiesen.
- Pandemische Ereignisse haben selbst innerhalb der EU zu geschlossenen Grenzen und zu Problemen bei der Beschaffung sowie zu Lieferausfällen geführt.
- Diese Risiken in den Lieferketten werden weiter zunehmen (z. B. durch Kriege, Pandemien, Naturkatastrophen, gesperrte Handelswege, Piraterie).
- Einseitige Abhängigkeiten von Lieferanten und Partnern in Drittländern haben zu Engpässen bei der Produktion geführt.
Beispiele
- Im Zuge der Covid-19-Pandemie wurden innerhalb der EU die Grenzen geschlossen, sodass der Warenverkehr blockiert wurde und Lieferketten zum Erliegen kamen.
- Beispiele wie die Freihandelsabkommen mit Japan, Singapur oder Vietnam sind für die Offenhaltung der Lieferketten von zentraler Bedeutung. Ein offenes Europa, das für die Einhaltung der globalen Handelsregeln einsteht, ist das beste Beispiel für die Vorteile internationaler Arbeitsteilung und für freie und offene Märkte.
- Unternehmen sind auf Importe angewiesen, da bestimmte Waren und Rohstoffe in der EU nicht erhältlich sind. Mangellagen führen zu ansteigen den Preisen und damit zu mangelnder Wettbewerbsfähigkeit.
Forderungen und Lösungsansätze
- Die nationale sowie die EU-Handelsagenda muss forciert umgesetzt werden.
- Handelsabkommen müssen weiter vorangetrieben werden, nur so sind Kontingentierungen oder anderweitige Mengenbeschränkungen weitgehend ausgeschlossen.
- Die EU sollte sich für Beschaffungsmärkte einsetzen, deren Standards sich denen der EU annähern und in den der Aufbau neuer Handelshemmnisse erschwert wird.
- Risiken in der Lieferkette können durch Diversifizierung und/oder near- bzw. re-shoring abgeschwächt werden. Hierfür braucht man attraktive Rahmenbedingungen, die die effektive Beschaffung auf etablierten, verbundenen Märkten, wie der EU möglich machen.
- Notfallpläne sollten prophylaktisch für außerordentliche Ereignisse wie z. B. Pandemien oder Naturkatastrophen entwickelt werden.
