Jahresbericht 2025
Im Jahr 2025 wuchs das Netzwerk auf 22 Partner an und positionierte sich auf internationaler Bühne unter anderem auf der Hannover Messe und dem World Hydrogen Summit in Rotterdam. Gleichzeitig nahm die politische Sichtbarkeit deutlich zu: Neben hochrangigen Besuchen auf regionaler und nationaler Ebene führte TECH.LAND im Mai eine deutsch-niederländische Wirtschaftsdelegation nach Brüssel und setzte dort gezielte Impulse für einen schnelleren und dezentralen Ausbau der Wasserstoffwirtschaft. Darüber hinaus wurde TECH.LAND sowohl auf niederländischer als auch auf deutscher Seite bei politischen Spitzenterminen als Modellregion für grenzüberschreitende Innovations- und Transformationsprozesse hervorgehoben – unter anderem durch Vertreter der niederländischen Regierung sowie durch Besuche hochrangiger Vertreter auf deutscher Bundes- und Landesebene.
IT-Forum Nord Westfalen
Den Zusammenhang zwischen Europas digitaler Zukunft und der weltpolitischen Sicherheitslage beleuchteten Fachleute für Digitalisierung und Cybersicherheit in einer Podiumsdiskussion. Dabei wurde insbesondere der Verlust digitaler Souveränität durch ausgelagerte Rechenzentren, Cloud-Infrastrukturen und den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz thematisiert.
Digitalisierung und Innovation
Die IHK Nord Westfalen hat sich im Jahr 2025 gemeinsam mit Partnern besonders bei der Entwicklung und Umsetzung regionaler Digitalisierungs- und Innovationsstrategien engagiert. Ziel ist die Weiterentwicklung Nord-Westfalens hin zu einer innovativen Technologie-Region sowie die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Innovation und Digitalisierung mit den Niederlanden. Die im Folgenden beschriebenen Initiativen und Aktivitäten wurden im Jahr 2025 angeboten und weiterentwickelt, um dieser Zielsetzung ein Stück näher zu kommen.
Innovative Technologieregion Münsterland/Ostniederlande
Bereits seit 2021 arbeiten verschiedene Wirtschaftsakteure auf deutscher und niederländischer Seite an der Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Umfeld Technologie und Innovation. IHK Nord Westfalen, Twente Board und die Wirtschaftsförderung Oost NL zeigen mit ihren Partnern aus der Region, dass die Grenze zu einer Verbindung geworden ist.
„TECH.LAND – Transforming Borders into Connection“ heißt das im Frühjahr 2024 gelaunchte Nachfolgeprogramm der deutsch-niederländischen „Cross-Border-Strategie“. Es soll deutsche und niederländische Unternehmen bei Technologiefragen unterstützen, mit vereinfachtem Zugang zu EU-Fördermitteln, internationalen Fachkräften und Start-ups sowie neuen Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte in das Nachbarland. Thematischer Fokus liegt dabei auf den Themen: Batterieforschung, Wasserstoff, Health & MedTech sowie Advanced Manufacturing und Robotics.
Projektseitig wurden ebenfalls zentrale Meilensteine erreicht. Mit dem Interreg-Forschungsprojekt Momo-C wurden neue Ansätze für elektrisch betriebene Kurzstreckenmobilität zwischen Enschede und Münster angestoßen. Zudem fiel der Startschuss für die geplante Crossborder Knowledge Platform im Rahmen der EFRE.NRW-Förderung, die Unternehmen und Wissenschaft digital und datenbasiert vernetzen soll. Ein weiterer wichtiger Schritt war der Launch des TECH.LAND Accelerators des Digital Hub münsterLAND im November 2025, der technologiegetriebene B2B-Start-ups unterstützt und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter stärkt.
Mit der TECH.LAND Xperience am 12. März 2026 in Münster setzt das Netzwerk seinen Weg fort und schafft mit seinem Cross-border Festival eine internationale Plattform für Austausch, Inspiration und zukunftsweisende Kooperationen im deutsch-niederländischen TECH.LAND-Ökosystem.
Innovationspolitik
Das unter anderem vom Arbeitskreis Innovation entwickelte innovationspolitische Papier „5 Thesen für einen erfolgreichen Innovationsstandort“ wurde von der Vollversammlung verabschiedet. Am 5. März 2025 wurde das Papier anlässlich eines Unternehmensbesuchs bei der STF Gruppe an Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen übergeben. Themen sind Fachkräfte, Förderung und Finanzierung, Zusammenarbeit Wissenschaft/Wirtschaft, Künstliche Intelligenz und Big Data sowie Reallabore.
IT-Forum Nord Westfalen
Das IT-Forum Nord Westfalen hat sich im Jahr 2025 mit den Themen Künstliche Intelligenz und Digitaler Souveränität auseinandergesetzt.
Anwendungsfälle von Künstlicher Intelligenz wie etwa beim Vibe Coding, Marketing oder betrieblichen Prozessen standen bei den IT-Forum vor Ort Veranstaltungen im Mittelpunkt.
Im Mai 2025 nahmen 18 Mitglieder des IT-Forums an einer Benchmarkreise nach Berlin teil. Ziel der Reise war es, aktuelle Entwicklungen und Praxisbeispiele aus den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Künstliche Intelligenz kennenzulernen sowie den fachlichen Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Start-ups und Forschung zu fördern.
Der neu gewählte Vorstand wird auch im Jahr 2026 einen Fokus auf neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sowie auf die Gewinnung neuer Mitglieder für das Netzwerk legen. Das Netzwerk wird durch die Geschäftsstelle in der IHK Nord Westfalen unterstützt.
Informationsveranstaltungen
NRW.innovativ-Summit
Der NRW.innovativ-Summit wurde von NRW.innovativ und mit Unterstützung der IHK Nord Westfalen im Februar 2025 durchgeführt. Unter dem Motto „Transfer im TECH.LAND: Aus Grenzen werden Möglichkeiten“ lag der Schwerpunkt auf der Region Nord-Westfalen und dem TECH.LAND-Programm, das wichtige Zukunftsthemen wie u.a. Batterie- und Kreislaufwirtschaft entlang der deutsch-niederländischen Achse vorantreibt.
Präsentierten die Innovationsregion TECH.LAND (v.l.): Hans Brouwers (TECH.LAND), Geschäftsbereichsleiter Sebastian van Deel (IHK Nord Westfalen), NRW-Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs, IHK-Vizepräsidentin Melanie Baum und Dr. Nils Dülfer (NRW.innovativ).
Eingeladen waren Unternehmens- und Hochschulvertreterinnen und -vertreter, Multiplikatoren sowie weitere Innovationsakteurinnen und -akteure aus NRW.
Neben einer Keynote von Staatssekretärin Silke Krebs zu neuesten Entwicklungen der Kreislaufwirtschaftsstrategie und den regionalen Implikationen lernten die Teilnehmenden Best Practice Beispiele für deutsch-niederländische Zusammenarbeit sowie für Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft kennen.
2. Cybercrime-Kongress Nord-Westfalen
Der 2. Cybercrime-Kongress in Gelsenkirchen am 12. März 2025 stieß auf große Resonanz: Über 400 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Behörden und Institutionen informierten sich über digitale Kriminalität und tauschten sich aus. Veranstalter waren die Stadt Gelsenkirchen, die IHK Nord Westfalen sowie die Polizeibehörden Gelsenkirchen, Recklinghausen und Münster.
In Vorträgen und Diskussionsrunden wurde deutlich, dass Cybercrime zunehmend Unternehmen jeder Größe betrifft. Themen waren u. a. die wirtschaftlichen Schäden (rund 65 Mrd. € in NRW 2024), aktuelle Bedrohungslagen, hybride Sicherheitsrisiken und die Bedeutung resilienter IT-Strukturen. Praxisbeispiele und Maßnahmen aus Verwaltung, Wirtschaft und Polizei verdeutlichten, wie Unternehmen und Behörden sich schützen können, von IT-Sicherheitskonzepten über Schulungen bis zu innovativen Ermittlungsansätzen.
Der Kongress unterstrich den hohen Informationsbedarf und zeigte, dass die Bekämpfung digitaler Kriminalität ein kontinuierlicher Prozess ist, der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Behörden und Institutionen erfordert.
Der 3. Cybercrime-Kongress wird am 9. März 2027 in Recklinghausen stattfinden.
Digital Summit Nord Westfalen
Erstmalig führte das IT-Forum Nord Westfalen gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen am 23. September 2025 den 1. Digital Summit Nord-Westfalen durch. Unter dem Motto „Digitale Souveränität in unsicheren Zeiten – Ist Europa unabhängig oder schon abgehängt? kamen rund 220 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft im Bildungszentrum der IHK Nord Westfalen zusammen.
Freuten sich über die große Resonanz auf den Digital Summit Nord-Westfalen (v.l.): IHK-Geschäftsbereichsleiter Sebastian van Deel, Keynote-Speaker Prof. Klemens Skibicki, Kerstin Weidner (IHK) sowie Uwe Brettner, Dr. Cornelia Gaebert, Thomas Löchte, Britta Engeln und Jörg Friedrich vom IT-Forum Nord Westfalen.
Den Zusammenhang zwischen Europas digitaler Zukunft und der weltpolitischen Sicherheitslage beleuchteten Fachleute für Digitalisierung und Cybersicherheit in einer Podiumsdiskussion. Dabei wurde insbesondere der Verlust digitaler Souveränität durch ausgelagerte Rechenzentren, Cloud-Infrastrukturen und den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz thematisiert.
Praxisbeispiele zeigten zugleich, wie KI Unternehmen effizienter machen kann – etwa bei Markt- und Wettbewerbsanalysen oder der Automatisierung von Geschäftsprozessen. Weitere Einblicke in konkrete Anwendungen gaben Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen und Institutionen, darunter FIEGE, Schmitz Cargobull und die Universität Münster.
IT-Sicherheitstag NRW
IHK NRW veranstaltet mit den 16 Industrie- und Handelskammern in NRW jährlich den IT-Sicherheitstag NRW. Das Format unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen mit einem umfangreichen Überblick aller Angriffsszenarien und Abwehrmöglichkeiten, der Förderung von IT-Sicherheitsmaßnahmen und vielen praxisnahen Tipps. Der IT-Sicherheitstag 2025 am 3. Dezember in Dortmund war mit mehr als 500 Teilnehmenden ausgebucht und zeigte die große Bedeutung des Themas für KMU auf. Auch Unternehmer aus den IHK-Bezirk haben am Programm mitgewirkt.
In diesem Jahr erhielt die Veranstaltung eine besondere Erweiterung: Der von der Deutsch-Baltischen Handelskammer veranstaltete German Baltic Digital Summit wurde an den IT-Sicherheitstag NRW angegliedert. In einem Panel mit Ahti Kuningas, Generalsekretär des estnischen Ministeriums für Wirtschaft und Kommunikation, Artjoms Uršuļskis, parlamentarischer Staatssekretär des lettischen Außenministeriums sowie Florian Schröder, Geschäftsführender Vorstand des AHK-Baltikums, wurde der Blick über die Landesgrenzen hinaus gerichtet und die Diskussion um eine internationale Perspektive ergänzt.
Die IHK Nord Westfalen hat das Projektteam des IT-Sicherheitstages unterstützt.
Die IHK Nord Westfalen hat das Projektteam des IT-Sicherheitstages unterstützt.
Emscher-Lippe Digital
Ein Termin der bereits bei den Unternehmen aus der Emscher-Lippe-Region etablierten Veranstaltungsreihe „EmscherLippe.Digital – Roadshow für Unternehmen“ wurden im Jahr 2025 von der Smart Region Emscher-Lippe mit Unterstützung der Handwerkskammer Münster und der IHK Nord Westfalen angeboten. Thematisch ging es um Künstliche Intelligenz. Ziel der Reihe ist die Sensibilisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit unterschiedlichen Impulsen rund um die Digitalisierung.
Beratungsangebote
Die Beratungsangebote rund um Patente und Produktkennzeichnung werden von den Unternehmen gut angenommen. Eine Fortführung ist geplant. Zudem wird der neu ins Leben gerufene KI-Sprechtag, der mit KI-Expertinnen und -Experten aus dem Netzwerk der IHK und des IT-Forums Nord Westfalens durchgeführt wird, ebenfalls gut angenommen. Im Rahmen des Sprechtags erhalten Unternehmen die Möglichkeit, sich individuell mit einem Experten oder einer Expertin auszutauschen und ihre Fragen zu stellen.
Auch die Webinarreihe “Tools, Methoden, Instrumente zum Schutz der IT im Unternehmen” hat mit insgesamt über 300 Teilnehmenden an elf Terminen großes Interesse gefunden. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Münster und IT-Sicherheitsexperten aus der Region hat die IHK Nord Westfalen Webinare zu einzelnen Themen der IT-Sicherheit angeboten und wird diese Reihe auch im Jahr 2026 fortführen.
Darüber hinaus zielt die IHK Nord Westfalen darauf ab, die steuerliche Forschungsförderung weiter bekannter zu machen. Dazu sind auch für das Jahr 2026 Webinare sowie Artikel im Wirtschafts-Spiegel geplant.
Auch über den Sprechtag hinaus, kommt dem Thema KI nach wie vor besondere Bedeutung zu. Die IHK Nord Westfalen informiert zum Beispiel über Pressebeiträge und Vorträge zu Chancen und Herausforderungen sowie regulatorischen Anforderungen für Unternehmen rund um das Thema Künstliche Intelligenz.
Aktuelle Termine hierzu finden Sie im IHK-Veranstaltungskalender.
Service
Unternehmen, die Unterstützung bei ihren Digitalisierungsvorhaben suchen, können sich auf den Fachseiten im IHK-Internet einen ersten Überblick verschaffen und auf unterschiedlichen Plattformen im Internet umsehen:
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Wegweiser für digitale Angebote und Dienstleistungen im Münsterland, der Emscher-Lippe-Region und Ostwestfalen-Lippe |
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Das Mittelstand-Digital Zentrum Lingen.Münster.Osnabrück begleitet kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf ihrem Weg der digitalen Transformation und unterstützt bei der Gestaltung und Umsetzung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. |
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Der Digital Hub fördert digitale Innovation und ihre Umsetzung durch gezieltes Matchmaking von etablierten Unternehmen mit Startups, sowie Vernetzung von Innovations-Services und Inkubations-Aktivitäten. |
| Elements of AI | „Elements of AI“ umfasst eine Reihe kostenloser Onlinekurse, entwickelt von der finnischen Unternehmensberatung Reaktor und der Universität Helsinki. Ziel ist es, das Thema KI möglichst vielen Menschen näherzubringen: Was ist KI? Was kann KI (und was nicht)? Und wie werden KI-Methoden entwickelt? |
