Zahlen und Fakten
Der Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Mit diesem Index wird die Veränderung der Preise für Güter des täglichen Bedarfs (zum Beispiel Lebensmittel, Bekleidung), für Mieten und langlebige Gebrauchsgüter (zum Beispiel Kraftfahrzeuge, Kühlschränke), aber auch für Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur, Reinigung, Versicherungen) umfassend abgebildet. Der VPI dient verschiedenen Zwecken: Als Indikator für die Beurteilung der Geldwertstabilität (Stichwort: „Inflationsrate“) innerhalb Deutschlands, zur Wertsicherung wiederkehrender Zahlungen in Preisgleitklauseln und zur Deflationierung von Wertgrößen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (beispielsweise zur Berechnung des realen Wachstums).
Was bedeutet das für die Vertragsparteien einer Wertsicherungsklausel?
Verbraucherpreisindex für Deutschland
Verbraucherpreise Juli 2026: +2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Im Juli 2026 lag die Inflationsrate – als Veränderung des Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahresmonat – bei +2,8 Prozent. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise verstärkt, nachdem sie im Juni 2026 bei +2,3 Prozent und im Mai 2026 bei +2,6 Prozent gelegen hatte. Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit ein zentraler Preistreiber.
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Juli 2026 um 8,3 Prozent höher als im Juli 2025. Damit verstärkte sich die Teuerung für Energie im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich (Juni 2026: +3,4 Prozent; Mai 2026: +6,6 Prozent; April 2026: +10,1 Prozent). Ein Grund für die erneute Preiserhöhung dürfte neben der Rohölmarktentwicklung die am 30. Juni 2026 ausgelaufene temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe (Tankrabatt) gewesen sein. Kraftstoffe verteuerten sich im Juli 2026 binnen Jahresfrist um 23,0 Prozent und damit deutlich stärker als in den beiden Vormonaten (Juni 2026: +11,3 Prozent; Mai 2026: +18,0 Prozent).
Im längeren Zeitvergleich, gegenüber Juli 2021, verteuerte sich Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) um 39,3 Prozent.
Die Preise für Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +0,4 Prozent unterdurchschnittlich. Im längeren Vergleich, gegenüber Juli 2021, verteuerten sich Nahrungsmittel um 32,1 Prozent.
Die Preise für Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +0,4 Prozent unterdurchschnittlich. Im längeren Vergleich, gegenüber Juli 2021, verteuerten sich Nahrungsmittel um 32,1 Prozent.
Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung der Preise von Energie und Nahrungsmitteln (Kerninflationsrate) betrug im Juli 2026 +2,5 Prozent.
Der für den europäischen Vergleich berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex lag in Deutschland im Juli 2026 mit +2,8 Prozent unter dem Euroraum (+2,9 Prozent).
Eine Übersicht mit Erläuterungen zu den unterschiedlichen staatlichen Entlastungsmaßnahmen, die sich auch auf die Verbraucherpreise ausgewirkt haben, ist im Internetangebot von Destatis verfügbar.
Verbraucherpreise 2025: +2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber 2024. Damit hat sich das Preisniveau nach den kräftigen Anstiegen in den Jahren 2021 bis 2023 wieder stabilisiert. Im Jahresdurchschnitt 2024 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei +2,2 % gelegen. Im Jahr 2022 war mit 6,9 Prozent die höchste Jahresteuerungsrate seit der deutschen Wiedervereinigung ermittelt worden.
Die Preise für Energieprodukte gingen 2025 gegenüber 2024 um 2,4 Prozent zurück.
Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2025 um 2,0 Prozent gegenüber 2024.
Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung der stark schwankenden Preise von Energie und Nahrungsmitteln (Kerninflationsrate) lag 2025 bei +2,8 Prozent, nach +3,0 Prozent im Jahr 2024 und +5,1 Prozent im Jahr 2023.
Im Jahresdurchschnitt 2025 haben sich Dienstleistungen erneut mit +3,5 Prozent überdurchschnittlich verteuert, darunter zum Beispiel Versicherungen.
Insgesamt blieben die Preise auf einem hohen Niveau, 22 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2020.
Die langen Jahresreihen können unter “Weitere Informationen” abgerufen werden.
Revision zum Jahresbeginn 2023: neues Basisjahr 2020
Der Verbraucherpreisindex wird in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Die Überarbeitung des Verbraucherpreisindex betrifft die Aktualisierung der Wägungsschemata für Waren und Dienstleistungen, für Geschäftstypen sowie für die Bundesländer. Darüber hinaus werden methodische Verbesserungen implementiert.
Mit den Ergebnissen für den Berichtsmonat Januar 2023 erfolgte die Umstellung von der bisherigen Basis 2015 auf das Basisjahr 2020. Um die Besonderheiten des Jahres 2020 zu berücksichtigen, wurde für die Ableitung der neuen Gewichte zum großen Teil ein Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 und dafür der Begriff „Basis 2020“ verwendet. Für die neu berechneten Werte ergaben sich insbesondere für das Jahr 2022 hohe Revisionsdifferenzen und niedrigere Inflationsraten. Weitere Informationen bei Destatis
Was bedeutet das für die Vertragsparteien einer Wertsicherungsklausel?
- Durch die Umstellung auf das neue Basisjahr 2020=100 wurden alle Indizes ab dem Berichtsmonat Januar 2020 neu berechnet. Dadurch ergaben sich Änderungen der Teuerungsraten für die Jahre 2020 bis 2022.
- Zeiträume vor Januar 2020 wurden nicht neu berechnet, sondern nur auf das neue Basisjahr umgerechnet. Änderungen in den Teuerungsraten bewegen sich daher in diesem Zeitraum in engen Grenzen und sind ausschließlich rundungsbedingt.
- Für die Vertragsparteien von Wertsicherungsklauseln gilt: Die Veröffentlichung von Verbraucherpreisindizes auf der neuen Basis 2020 hat keine Auswirkungen auf bereits erfolgte Anpassungen.
Weitere Informationen zu Umbasierung und Wertsicherungsklauseln bei Destatis
Weitere Preisindizes in der offiziellen Statistik
Weitere Ergebnisse der zeitlichen Preisvergleiche in Form von Indizes werden monatlich beziehungsweise vierteljährlich veröffentlicht. Jede Wirtschaftsstufe wird durch mindestens einen Preisindex repräsentiert. Die Indizes beziehen sich auf die Wirtschaftsstufen der Einfuhr, der Erzeugung, des Handels, des privaten Konsums und der Ausfuhr. Darüber hinaus werden regelmäßig Bau- und Immobilienpreise ermittelt.
