Konjunktur und Analysen

Konjunktur in Nord-Westfalen

Frühjahr 2022: Die Wirtschaft bleibt im Krisenmodus
Im Frühjahr 2022 haben sich die konjunkturellen Perspektiven für die Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region deutlich verschlechtert. Substanzielle Abwärtsrisiken, vor allem die hohe Dynamik bei Energie- und Rohstoffpreisen und die wieder größere Sorge um Lieferengpässe, belasten die wirtschaftliche Aktivität und sorgen für spürbare Unsicherheiten. Der Ukraine-Krieg mit seinen kaum kalkulierbaren Folgen trifft eine nach wie vor durch die Corona-Krise angeschlagene nord-westfälische Wirtschaft.
Nach überstandenem Corona-Tief hält sich die Lageeinschätzung noch auf vergleichsweise hohem Niveau und in Teilen der Wirtschaft sogar stabil. Nur jeder elfte Betrieb bewertet die aktuelle Situation mit „schlecht“. Grundsätzlich vorhandene konjunkturelle Auftriebskräfte können sich nur eingeschränkt entfalten.
Durch den Ukraine-Krieg werden die Unternehmen wieder zurück in den Krisenmodus versetzt - Pessimismus und Zukunftssorgen machen sich breit. Die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung ist in weiten Teilen der Wirtschaft erloschen. Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen befürchten in den nächsten Monaten eine konjunkturelle Talfahrt. Das kaum mehr zu kalkulierende Kostenrisiko hat ein bedrohliches Ausmaß erreicht.
Die Exportwirtschaft erwartet neue Rückschläge und revidiert ihre Erwartungen einmal mehr nach unten: 30 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich das Auslandsgeschäft in den nächsten Monaten verschlechtert.
Die Investitionsneigung ist nicht abhandengekommen: Noch ist kein deutlicher Einbruch erkennbar, es zeichnen sich allenfalls Bremsspuren ab: Ähnlich wie zu Beginn des Jahres will fast jeder dritte Betrieb das Budget sogar erweitern, rund die Hälfte plant zumindest ein gleichbleibendes Budget.
Die neuerliche Krise führt bislang nicht dazu, dass sich Unternehmen vermehrt von Mitarbeitern trennen wollen. Mehr als jedes vierte Unternehmen will den Personalbestand sogar weiter aufstocken, 57 Prozent zumindest stabil halten. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich in absehbarer Zeit zumindest das Tempo beim Beschäftigungsaufbau verlangsamt.
 
Die detaillierten Ergebnisse sind im Konjunkturbericht und in den ergänzenden Tabellen zu finden (unter: Weitere Informationen).
 
 

Stichwort: IHK-Konjunkturbericht

Die IHK Nord Westfalen befragt regelmäßig eine repräsentative Auswahl ihrer Mitgliedsunternehmen zur wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen. Die Ergebnisse münden in den Konjunkturbericht der IHK Nord Westfalen. Er liefert die einzige umfassende Gesamtdarstellung der konjunkturellen Entwicklung der Region. Insbesondere durch den langfristigen Vergleich der wesentlichen Umfrageergebnisse erhält die IHK Nord Westfalen ein wichtiges Instrument zur Konjunktureinschätzung – grafisch präsentiert durch den IHK-Konjunkturklimaindikator. Darüber hinaus fließen die Ergebnisse in den bundesweiten Konjunkturbericht des DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Auf Basis der Antworten von rund 28.000 Unternehmen bündelt der DIHK die Konjunkturdaten aller Industrie- und Handelskammern im Bundesgebiet. 

Konjunktur im Ruhrgebiet

Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets (IHK Mittleres Ruhrgebiet, IHK Dortmund, IHK Duisburg, IHK Essen) veröffentlicht die IHK Nord Westfalen zweimal im Jahr den konjunkturellen Bericht für das Ruhrgebiet. Im Jahr 2022 geschieht dies federführend durch die IHK zu Dortmund.

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