Konjunktur und Analysen
Konjunktur in Nord-Westfalen
IHK-Wirtschaftsklima: ohne Antrieb
Die Konjunktur in Nord-Westfalen startet ohne Schwung in das neue Jahr. Das Wirtschaftsklima stabilisiert sich zwar, doch nach wie vor scheinen nachhaltige Wachstumsimpulse für eine deutliche Stimmungsaufhellung zu fehlen. Der IHK-Konjunkturklimaindikator verharrt nahezu unverändert mit rund 100 Punkten auf niedrigem Niveau, wobei sich die konjunkturelle Tendenz in den beiden Teilregionen Münsterland und Emscher-Lippe-Region stark unterscheidet.
Geschäftslage bleibt verhalten
Nach dem konjunkturellen Stillstand der letzten Jahre hat sich die Lage am Jahresbeginn 2026 nur minimal verbessert. Ein Viertel der Betriebe berichtet von guten Geschäften, ein weiteres Viertel ist mit seiner wirtschaftlichen Situation nicht zufrieden.
Besonders schwach läuft die Industriekonjunktur. Im Dienstleistungssektor ist das Geschäftsklima am freundlichsten, im Handel zeigt sich Besserung gegenüber dem Herbst letzten Jahres.
Geschäftsaussichten: Nur wenige Betriebe erwarten baldige Erholung
Nur knapp jedes fünfte Unternehmen erwartet eine baldige konjunkturelle Erholung. Dass sich nach wie vor keine größere wirtschaftliche Dynamik entfalten kann, liegt vor allem auch an weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen. Hinzu kommen hohen Kosten für Energie, Personal und Steuern sowie lähmende Bürokratie, mit denen die Betriebe zu kämpfen haben. Die Arbeitskosten werden mit 60 Prozent der Nennungen als Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung so hoch gewichtet wie nie.
Export: Auslandsgeschäft liefert keinen Rückenwind
Mit konjunkturellem Rückenwind aus dem Auslandsgeschäft ist nach wie vor nicht zu rechnen. Geo- und handelspolitische Verwerfungen machen der stark exportorientierten Wirtschaft besonders zu schaffen. Die teilweise wieder anziehende Weltwirtschaft hat die Exporte nicht beleben können. Neben den im internationalen Ver-gleich hohen Produktionskosten und einem starken Euro wurden die Exporteure im letzten Jahr durch weitere Handelsbarrieren zusätzlich belastet.
Investitionen: Viele Unternehmen bleiben zurückhaltend
Viele Unternehmen halten insbesondere Investitionen in Innovation weiter zurück, auch weil nach wie vor Unsicherheiten und Hemmnisse bestehen, etwa aufgrund der US-Handelspolitik. Dagegen will ein gutes Viertel der Betriebe die finanziellen Spielräume für Investitionen in den nächsten Monaten erweitern, bei den Großunternehmen sind es sogar 42 Prozent.
Beschäftigung: Schwächephase hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt
Trotz noch insgesamt robuster Verfassung des Arbeitsmarktes hin-terlässt die langanhaltende konjunkturelle Schwächephase immer deutlichere Spuren. So ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Die Personalnachfrage bleibt in weiten Teilen der Wirtschaft gedämpft. Neben der fehlenden wirtschaftlichen Dynamik erschweren hohe Arbeitskosten die Einstellung.
Was ist der IHK-Konjunkturbericht?
Die IHK Nord Westfalen befragt regelmäßig eine repräsentative Auswahl ihrer Mitgliedsunternehmen zur wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen. Die Ergebnisse münden in den Konjunkturbericht der IHK Nord Westfalen. Er liefert die einzige umfassende Gesamtdarstellung der konjunkturellen Entwicklung der Region. Insbesondere durch den langfristigen Vergleich der wesentlichen Umfrageergebnisse erhält die IHK Nord Westfalen ein wichtiges Instrument zur Konjunktureinschätzung – grafisch präsentiert durch den IHK-Konjunkturklimaindikator. Darüber hinaus fließen die Ergebnisse in den bundesweiten Konjunkturbericht der DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Auf Basis der Antworten von rund 23.000 Unternehmen bündelt die DIHK die Konjunkturdaten aller Industrie- und Handelskammern im Bundesgebiet.
Konjunktur im Ruhrgebiet
Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets (IHK Mittleres Ruhrgebiet, IHK Dortmund, IHK Duisburg, IHK Essen) veröffentlicht die IHK Nord Westfalen zweimal im Jahr den konjunkturellen Bericht für das Ruhrgebiet. Im Jahr 2025 geschieht dies federführend durch die IHK zu Essen.
