Konjunktur und Analysen

Konjunktur in Nord-Westfalen

Konjunktur im Herbst 2022: Die Wirtschaft startet schwer belastet in den Winter

IHK-Wirtschaftsklima: Der Wirtschaft bleibt mit Abklingen der Corona-Krise kaum Zeit zum Durchatmen. In Folge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine sind enorme wirtschaftliche Belastungen, hohe Unsicherheiten und große Risiken entstanden. Der Energiepreisschock wirkt durch die gesamte  Wirtschaft. Der Herbst beginnt frostig. Das Konjunkturklima in Nord-Westfalen trübt sich massiv ein.
Geschäftslage: Nach einer kurzzeitigen Erholung im ersten Halbjahr 2022 liegen die Lageurteile der nord-westfälischen Unternehmen aktuell im positiven   Bereich, allerdings mit deutlicher Abwärtstendenz. Während die Industrie noch von einem hohen Auftragspolster zehren kann, sind im Handel wieder schwerere Zeiten angebrochen. Auch bei der Finanzlage zeichnet sich zunehmende Anspannung ab.
Geschäftsaussichten: Die Sorgen angesichts explodierender Energiekosten und vor einbrechender Nachfrage sind allgegenwärtig. Die Geschäftserwartungen der Betriebe sinken auf ein Allzeittief und senden damit unverkennbare Signale, dass die Konjunktur auf Rezessionskurs schwenkt. 55 Prozent der Betriebe rechnen mit Rückschlägen.
Export: Aus dem Auslandsgeschäft können kaum Wachstumsimpulse erwartet werden – mit der Abkühlung der Weltkonjunktur dürfte die Auslandsnachfrage spürbar sinken und das Exportvolumen drücken. Damit rechnet rund ein Drittel der nordwestfälischen Exporteure, vor  allem auch mit Blick auf die immensen geopolitischen Risiken.
Investitionen: Das von hohen Unsicherheiten geprägte Umfeld wirkt sich ungünstig auf die aktuellen Investitionsentscheidungen aus und steht damit einer dynamischen Investitionstätigkeit entgegen. Dies belastet nicht nur das konjunkturelle Tempo, sondern könnte langfristige Defizite schaffen. Vorhaben dürften in den nächsten Monaten zurückgefahren oder komplett auf Eis gelegt werden.
Beschäftigung: Vom Arbeitsmarkt geht eine stabilisierende Wirkung aus. Der Beschäftigungsaufbau hatte sich bis zuletzt weiter fortgesetzt. Doch mit einer Verlangsamung ist zu rechnen. Die Einstellungsbereitschaft sinkt. Die sich bereits seit einiger Zeit verschärfende Fach- und auch Arbeitskräfteknappheit bleibt ein zentrales Motiv, den Mitarbeiterstamm konstant zu halten.

Stichwort: IHK-Konjunkturbericht
Die IHK Nord Westfalen befragt regelmäßig eine repräsentative Auswahl ihrer Mitgliedsunternehmen zur wirtschaftlichen Lage und zu ihren Erwartungen. Die Ergebnisse münden in den Konjunkturbericht der IHK Nord Westfalen. Er liefert die einzige umfassende Gesamtdarstellung der konjunkturellen Entwicklung der Region. Insbesondere durch den langfristigen Vergleich der wesentlichen Umfrageergebnisse erhält die IHK Nord Westfalen ein wichtiges Instrument zur Konjunktureinschätzung – grafisch präsentiert durch den IHK-Konjunkturklimaindikator. Darüber hinaus fließen die Ergebnisse in den bundesweiten Konjunkturbericht des DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Auf Basis der Antworten von rund 28.000 Unternehmen bündelt der DIHK die Konjunkturdaten aller Industrie- und Handelskammern im Bundesgebiet. 

Konjunktur im Ruhrgebiet

Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets (IHK Mittleres Ruhrgebiet, IHK Dortmund, IHK Duisburg, IHK Essen) veröffentlicht die IHK Nord Westfalen zweimal im Jahr den konjunkturellen Bericht für das Ruhrgebiet. Im Jahr 2022 geschieht dies federführend durch die IHK zu Dortmund.

Noch mehr Konjunktur