Einstieg in Auslandsmärkte

Investititionsgarantien des Bundes

Auslandsinvestitionen bieten große Chancen, sind aber auch mit politischen Risiken verbunden. Mit den Investitionsgarantien des Bundes können Unternehmen ihre Auslandsengagements gegen bestimmte politische Schadensereignisse absichern. Die Garantien unterstützen deutsche Unternehmen bei Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern sowie in zahlreichen weiteren Märkten weltweit.

Was sind Investitionsgarantien und für wen sind sie relevant?

Seit 1960 stehen Investitionsgarantien deutschen Unternehmen zur Verfügung, um sie bei der Erschließung internationaler Märkte zu unterstützen. Ziel ist es, Investitionen gegen politische Risiken wie Enteignung, Krieg, Revolution, Transferbeschränkungen oder Vertragsbruch durch staatliche Stellen abzusichern.
Die Investitionsgarantien richten sich insbesondere an den deutschen Mittelstand, der zunehmend in risikobehafteten Märkten aktiv ist. Sie ermöglichen es Unternehmen, auch unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen langfristig zu planen und zu investieren.

Welche Vorteile bieten Investitionsgarantien?

Die Investitionsgarantien des Bundes bieten Unternehmen weit mehr als eine finanzielle Absicherung im Schadensfall. Sie unterstützen bei Investitionsvorhaben in politisch anspruchsvollen Märkten, erleichtern Finanzierungen und können dazu beitragen, wirtschaftliche Risiken frühzeitig zu begrenzen.
Abgesichert werden politische Risiken, auf die Unternehmen selbst keinen Einfluss haben. Hierzu zählen insbesondere Enteignungen oder enteignungsgleiche Maßnahmen, Krieg, Bürgerkrieg oder politische Unruhen, Transfer- und Konvertierungsbeschränkungen, Vertragsverletzungen durch staatliche Stellen.
Ein besonderer Vorteil gegenüber vielen privaten Absicherungsinstrumenten ist die Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland. Bei drohenden Konflikten können deutsche Auslandsvertretungen und die Bundesregierung vermittelnd tätig werden, um eine einvernehmliche Lösung mit dem Gaststaat zu erreichen.
Lässt sich ein Schaden nicht verhindern, kann die Investitionsgarantie eine Entschädigung für die abgesicherte Investition leisten. Dies erhöht die Planungssicherheit und schützt Unternehmen vor erheblichen finanziellen Belastungen.
Die Absicherung durch den Bund wird von Banken und Finanzierungspartnern regelmäßig als risikomindernder Faktor bewertet. Dadurch können Finanzierungsgespräche erleichtert und Investitionsprojekte unterstützt werden, die ohne entsprechende Absicherung nur schwer realisierbar wären.

Was kann abgesichert werden?

Die Investitionsgarantien des Bundes bieten Schutz für verschiedene Formen von Kapitalinvestitionen und damit verbundene Vermögenswerte. Ziel ist es, deutsche Unternehmen bei langfristigen Auslandsengagements gegen politische Risiken abzusichern. Dabei können sowohl direkte Investitionen als auch bestimmte Erträge in die Garantie einbezogen werden. Die Regellaufzeit beträgt bis zu 15 Jahre. Folgende Investitionsformen sind garantiefähig:
  • Beteiligungen: Kapitalbeteiligungen im Rahmen einer Unternehmensgründung oder Kapitalerhöhung im Ausland.
  • Beteiligungsähnliche Darlehen: Langfristige Darlehen, die wirtschaftlich einer Beteiligung entsprechen und zur Finanzierung der Auslandstätigkeit dienen.
  • Dotationskapital: Finanzmittel, die einer ausländischen Betriebsstätte zur Verfügung gestellt werden, ohne dass eine rechtlich selbstständige Gesellschaft entsteht.
  • Kapitalausstattungen von Niederlassungen: Ausstattung von Tochtergesellschaften oder Betriebsstätten mit Kapital zur Durchführung operativer Tätigkeiten.
  • Vermögenswerte Rechte: Rechte mit wirtschaftlichem Wert, wie z. B. Konzessionen, Nutzungsrechte oder Schuldverschreibungen, sofern sie mit der Investition verbunden sind.

Voraussetzungen für eine Garantie

Antragsberechtigt sind grundsätzlich Unternehmen mit Sitz oder einer wesentlichen wirtschaftlichen Verankerung in Deutschland.
Damit eine Investition durch eine Garantie des Bundes abgesichert werden kann, muss sie zunächst den Charakter einer langfristigen, wirtschaftlich tragfähigen Direktinvestition haben. Es sollte sich um eine Neu- oder Erweiterungsinvestition handeln, die ein erkennbares deutsches Interesse verfolgt – etwa durch Beteiligung eines deutschen Unternehmens oder durch die Nutzung deutscher Technologien.
Darüber hinaus muss die Investition als förderungswürdig gelten. Das bedeutet, sie sollte positive Effekte sowohl für das Anlageland als auch für Deutschland mit sich bringen. Dazu zählen beispielsweise die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Förderung nachhaltiger Entwicklung oder die Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der rechtliche Schutz der Investition. Eine Garantie kann nur gewährt werden, wenn im Gastland ein ausreichender Rechtsschutz besteht – etwa durch ein bilaterales Investitionsschutzabkommen mit Deutschland oder vergleichbare rechtliche Rahmenbedingungen, die Eigentumsrechte und faire Behandlung sicherstellen.

Diversifizierung von Lieferketten und Erschließung neuer Märkte

Für Investitionen in ausgewählten Diversifizierungszielen bietet der Bund vergünstigte Konditionen bei Investitionsgarantien. Ziel ist es, Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte und der Diversifizierung von Lieferketten zu unterstützen. Für Projekte in den ausgewählten Ländern gelten dabei folgende Anreize:
  • Erlass der Antragsgebühr
  • reduzierter Selbstbehalt im Schadensfall
  • ermäßigtes jährliches Garantieentgelt
Die Vergünstigungen gelten für Investitionsziele, die gute Voraussetzungen für deutsche Unternehmen bieten, aber bisher weniger im Fokus der Wirtschaft standen und im Portfolio der Investitionsgarantien eine untergeordnete Rolle spielen. Die Diversifizierungsziele nach Regionen:
Afrika Algerien, Kenia, Südafrika, sowie Länder der CwA-Initiative (Ägypten, Äthiopien, Benin, Côte d’Ivoire, D.R. Kongo, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo, Tunesien)
Europa Türkei, Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien)
Kaukasus /
Zentralasien
Georgien, Kasachstan, Usbekistan
Süd- /
Südostasien
Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam
Südamerika Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru
Weitere Informationen zu den Voraussetzungen, Verfahren und Antragsmöglichkeiten finden Sie auf der offiziellen Webseite: www.investitionsgarantien.de