3. Februar 2026
Studenten und Azubis diskutieren über Handelspolitik
„Die Zukunft liegt in Europa."
Münster. – Berichte über Zollstreit und Handelskonflikte dominieren die Schlagzeilen. Wie die Europäische Union darauf reagieren kann und wie sich heimische Unternehmen wappnen, diesen Fragen gingen jetzt Politikstudentinnen und -studenten der Universität Münster sowie Auszubildende der JOEST group gemeinsam nach: Die IHK Nord Westfalen war das Ziel einer Exkursion zum Thema „Europäische Handelspolitik“.
Der ehemalige Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper (Mitte), Dr. Marcus Wirtz (2.v.r.) von der JOEST group, IHK-Außenhandelsexperte Dr. Gerd Laudwein (3.v.r.) und Lea Helene Kerstiens (r.) von der IHK mit einigen der Studentinnen, Studenten und Azubis, die an der Exkursion zur EU-Handelspolitik teilgenommen haben.
Der Lehrbeauftragte Dr. Markus Pieper, selbst ehemaliger Europaabgeordneter, Dr. Marcus Wirtz, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens JOEST aus Dülmen, sowie IHK-Außenwirtschaftsexperte Gerd Laudwein diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Von der DIHK in Berlin war zudem Paul Meyer, Referatsleiter US-Handelspolitik, zugeschaltet. „Die Zukunft der jungen Menschen liegt in Europa, dies ist sehr deutlich geworden“, so das Fazit von Pieper.
Er sah die europäische Handelspolitik in einem Spannungsfeld aus „wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, strategischer Autonomie und geopolitischer Resilienz“. Was das für global tätige Unternehmen bedeutet, die beispielsweise in den USA und China vor Standortentscheidungen stehen, verdeutlichte Wirtz. Liegen solche Entscheidungen an, unterstütze auch die IHK, betonte Laudwein. Der „Abteilungsleiter International“ ordnete die globalen handelspolitischen Entwicklungen aus regionaler Perspektive ein. Er hob die Bedeutung von Handelsabkommen wie Mercosur oder mit Indien für den Mittelstand hervor. Eine komplexere Welt brauche gut geschulte Nachwuchskräfte, erklärte er.
Der Uni-Lehrbeauftragte und frühere Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper diskutierte mit Studenten und Auszubildenden in Kleingruppen über die EU-Handelspolitik.
Auch Wirtz warb bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dafür, das Ausland „als vielfältiges, spannendes Spielfeld“ zu sehen, das ihnen große berufliche Chancen eröffnet. Welche Qualifikationsanforderungen sie dafür erfüllen müssen, darüber diskutierten Studentinnen, Studenten und Azubis anschließend in Kleingruppen. Außerdem beschäftigten sie sich mit den Erwartungen der Unternehmen an die europäische Handelspolitik sowie dem Zielkonflikt von Offenheit und Widerstandsfähigkeit, vor dem die EU steht. Den Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmern waren der Schutz vor Dumpingpreisen und fairer Wettbewerb war ebenso wichtig wie der Abbau bestehender einseitiger Abhängigkeiten zum Beispiel bei der Energieversorgung oder seltenen Erden. „Geschlossenheit“ brauche Europa ganz besonders, brachte es ein Student auf den Punkt.
