29. Juni 2026
IHK-Ausbildungsroadshow startet in Gelsenkirchen
Zukunftschancen werden sichtbar
Gelsenkirchen. – Ganz genau wusste Kaan Gül nicht, wie es nach der Schule für ihn weitergehen sollte. Also startete er ein Studium, „weil man das mit Abi so macht“. Nach knapp drei Jahren brach er ab, „zu viel Theorie“ war der Grund für den 24-jährigen Gelsenkirchener. Er wechselte in eine betriebliche Ausbildung zum Industriekaufmann, ist nun im dritten Ausbildungsjahr bei der August Friedberg GmbH und dort glücklich geworden. Wie Gül geht es vielen Schulabgängerinnen und -abgängern. Etwas „planlos“ sei er gewesen, räumt er im Rückblick ein. Umso wichtiger sind Entscheidungshilfen, die eine Roadshow der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet bietet. Die „POP-UP Aus- und Weiterbildung: Starte deine Zukunft jetzt!“ stoppt von heute (29. Juni) bis Samstag, 4. Juli, auf dem Neumarkt.
Unternehmen melden 100 offene Ausbildungsplätze
Eröffneten die IHK-Roadshow in Gelsenkirchen (v.l.): IHK-Standortleiter Sven Wolf, Azubi Nico Lange von August Friedberg, IHK-Vizepräsident Stefan Hegmanns, Azubi und Ausbildungsbotschafter Kaan Gül von August Friedberg, Oberbürgermeisterin Andrea Henze, die duale Studentin Lara Dammhorst und Carsten Taudt, IHK-Geschäftsbereichsleiter Bildung und Fachkräftesicherung.
Oberbürgermeisterin Andrea Henze und IHK-Vizepräsident Stefan Hegmanns eröffneten den Treffpunkt für Infos, Gespräche und konkrete Ausbildungschancen. Dieser wendet sich an Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Berufsstarter sowie Eltern und Lehrkräfte. Henze freute sich über das Angebot, das zeigt, welche großen Perspektiven junge Menschen mit einer beruflichen Ausbildung in Gelsenkirchen und in der Emscher-Lippe-Region haben. Hegmanns hob die Vielfalt der Berufe hervor, von kaufmännischen über technischen bis hin zu kreativen Tätigkeiten. Am POP-UP-Container kann sogar schon eine Karriere starten: Mehr als 30 Unternehmen haben der IHK für die Aktionswoche 100 offene Ausbildungsplätze gemeldet. Etwa zehn Unternehmen in der Gelsenkirchener City bieten darüber hinaus spontane Praktika an. Weitere Chancen eröffnet das Handwerk: Auch die Kreishandwerkerschaft Emscher-Lippe ist deshalb bei der Roadshow mit dabei, ebenso wie das Jobcenter Gelsenkirchen und die Agentur für Arbeit.
Besucherinnen und Besucher können sich außerdem ganz unverbindlich zu Aus- und Weiterbildungen informieren, ihre Bewerbungsunterlagen prüfen lassen, virtuell Berufe erkunden oder zu Hammer und Nagel greifen und typische Tätigkeiten selbst ausprobieren. „Welche Ausbildung passt zu mir?“, „Erstes Bewerbungsgespräch: So punktest du von Anfang an“, „Elternberatung – Sichere die Zukunft für Dein Kind“ sind einige der Angebote und Workshops überschrieben. Der Job-Pong-Tisch und das Berufeglücksrad bringen außerdem spielerisch die vielen Chancen einer Ausbildung näher. „Es lohnt sich vorbeizukommen“, unterstrich Sven Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des IHK-Standorts Emscher-Lippe in Gelsenkirchen. „Wer sich für eine betriebliche Ausbildung entscheidet, dem stehen viele Karrierewege offen“, erklärte er.
Im Gespräch über das Thema Ausbildung: Oberbürgermeisterin Andrea Henze mit den Kaan Gül (l.) und Nico Lange (r.), Auszubildende bei August Friedberg, und der dualen Studentin Lara Dammhorst von der IHK.
Kaan Gül, der Azubi der August Friedberg GmbH, kann das bestätigen. „Mir gefällt, den ganzen betriebswirtschaftlichen Prozess im Unternehmen kennenzulernen.“ Seine Ausbildung führt ihn in den Einkauf und den Vertrieb ebenso wie in die Buchhaltung oder die Personalabteilung. „Und ich lerne zu verstehen, wie die Produktion abläuft, was wir machen und wie wir es verkaufen“, erzählte er im Gespräch mit jungen Besucherinnen und Besuchern am POP-UP-Container. Die Spezialprodukte werden in verschiedenen Bereichen wie Fahrzeugbau, Hoch- und Stahlbau oder Windkraftindustrie genutzt. Mit seinem Rüstzeug plant er nach dem Abschluss eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt und anschließend zum Betriebswirt. Das wäre ein Abschluss, den er auch an der Uni hätte erwerben können. „Nur habe ich jetzt mehr praktische Erfahrung.“ Als Ausbildungsbotschafter geht er auch in Schulklassen und stellt dort seinen Berufsalltag vor. Sein Tipp an alle Schülerinnen und Schüler: „Macht euch Gedanken und informiert Euch. Es gibt so viele interessante Berufe.“
Die „POP-UP Aus- und Weiterbildung“ läuft noch von Dienstag, 30. Juni, bis Samstag, 4. Juli, täglich von 10:30 bis 17 Uhr, am Samstag bis 16 Uhr. Mehr Infos zur Kampagne gibt es auf unserer #könnenlernen-Seite.
