01. Juli 2026

Druck auf die Unternehmen in Bottrop steigt

IHK-Regionalausschuss: Kosten durch Straßensperrungen

Bottrop. – Die wirtschaftliche Lage in der Emscher-Lippe-Region bleibt angespannt. Das wurde im IHK-Regionalausschuss für die Stadt Bottrop deutlich, der sich bei seiner Sitzung im Waldpädagogischen Zentrum mit aktuellen Konjunkturdaten und konkreten Herausforderungen für den Standort befasste. Zu denen zählen unter anderem die fürs Jahresende geplanten Straßensperrungen. Sven Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, stellte aktuelle Zahlen vor und unterstrich den Handlungsdruck: So sei der Industrieumsatz in der Emscher-Lippe-Region 2025 um rund neun Prozent zurückgegangen, in Bottrop sogar um mehr als 16 Prozent. „Besonders betroffen sind energieintensive Branchen, die einen hohen Anteil an der regionalen Wertschöpfung haben“, erklärte Wolf, der auch Leiter des IHK-Standorts Emscher-Lippe ist.
Die aktuelle Konjunkturumfrage bestätige die angespannte Lage: Fast ein Drittel der Unternehmen in der Region bewerte die Geschäftslage als „schlecht“, nur knapp über sechs Prozent als „gut“. Die Aussichten bleiben gedämpft: Mehr als 40 Prozent rechnen sogar mit noch schlechteren Geschäften. „Die Zahlen zeigen den großen Druck auf die Unternehmen“, erläuterte Kathrin Gödecke, die Vorsitzende des Regionalausschusses. Dieser Druck macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Allein in Bottrop sind zwischen 2022 und 2025 mehr als zwölf Prozent der Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Umso wichtiger sei es, dass die Politik Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum setze, erklärte sie. Wo angesetzt werden muss, machten die Betriebe in der Konjunkturumfrage ebenfalls deutlich: Hohe Arbeitskosten sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise nannten sie als zentrale Risiken.
Mit einigen Sorgen blicken viele Unternehmerinnen und Unternehmer auf die angekündigten umfangreichen Straßensperrungen ab Ende 2026 im Bottroper Süden. Sie fürchten erhebliche Beeinträchtigungen, etwa durch erschwerte Erreichbarkeit, Verzögerungen in der Logistik oder zusätzliche Kosten. „Aus Sicht der Wirtschaft kommt es nun besonders auf eine frühzeitige Information, eine verlässliche Planung und enge Abstimmungen zwischen allen Beteiligten an“, betonte Gödecke. Darüber hinaus nutzten die Unternehmerinnen und Unternehmer ein interaktives Arbeitsformat, um ihre Erfahrungen und Erwartungen im Hinblick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 einzubringen. Ziel ist es, zentrale Anliegen der Wirtschaft in der Emscher-Lippe-Region zu bündeln und sie als Grundlage für den Dialog mit der Politik zu nutzen.

Stichwort: Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen

Im IHK-Regionalausschuss für die Stadt Bottrop setzen sich Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich für die Durchsetzung der grundlegenden Interessen aller Unternehmen der Stadt ein. Der Ausschuss befasst sich neben allgemeinen Fragestellungen der Wirtschaft insbesondere mit den wirtschaftlich relevanten Angelegenheiten in der Stadt Bottrop. Zudem berät der Regionalausschuss die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK Nord Westfalen.