29. Oktober 2026
Leichte Erholung zeichnet sich ab
IHK-Konjunkturumfrage: aktuelle Lage jedoch kritisch
Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – Nach Jahren der Stagnation stabilisiert sich die Konjunktur im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region: Die Wirtschaft zeigt eine leichte Erholung, die Aussichten sind weniger trüb als noch im Frühjahr. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage, die die IHK Nord Westfalen heute (29. Oktober) vorgestellt hat. Allerdings steht die Erholung auf einem schwachen Fundament. Hohe Standortkosten, wirtschaftspolitische Unsicherheit, Bürokratielasten, geopolitische Spannungen und eine schwache Nachfrage bremsen das Geschäft und die Bereitschaft zu investieren. Die Stimmung in den nord-westfälischen Unternehmen ist deshalb nach wie vor nicht gut. „Die positiven Konjunktursignale sind lediglich ein erster Hoffnungsschimmer“, resümierte IHK-Präsident Lars Baumgürtel die Ergebnisse der Konjunkturumfrage, die er zusammen mit IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel präsentierte. Danach ist ein sich selbst tragender Aufschwung weiterhin nicht in Sicht.
IHK-Präsident Lars Baumgürtel und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel.
Aktuelle Geschäftslage wird kritisch gesehen
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die gegenwärtige Geschäftslage der Unternehmen und ihre Geschäftserwartungen in einem Wert ausdrückt, steigt leicht von 92 auf knapp 98 Punkte. Damit bewegt sich der Indikator noch immer im Durchschnitt der vergangenen vier Krisenjahre und bleibt deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts von 106.
Vor allem ihre aktuelle Geschäftslage bewerten viele Unternehmen weiterhin kritisch. 24 Prozent der befragten Betriebe (plus 1 Prozentpunkt gegenüber der Umfrage Frühjahr 2026) bezeichnen ihre Lage als „gut“, 26,4 Prozent (plus 3,7) aber als „schlecht“. Im Münsterland machen 26,9 Prozent (minus 2,3) gute Geschäfte, in der Emscher-Lippe-Region 16,3 Prozent (plus 10). Als „schlecht“ bewerten 22,6 Prozent (plus 3,3) der münsterländischen Unternehmen ihre aktuelle Lage, in der Emscher-Lippe-Region sind es 36,3 Prozent (plus 4,7).
„Besonders angespannt bleibt die Lage im Handel und in der Industrie“, stellte Jaeckel fest. Angesichts hoher Energiekosten und der Nachfrageschwäche seien hier positive Lageurteile sehr selten. Weniger als 17 Prozent (plus 0,7) der Handelsunternehmen und nur 20 Prozent (minus 2,7) der Industriebetriebe, aber immerhin 28,3 Prozent (plus 2) der Dienstleister bezeichnen ihre augenblicklichen Geschäfte als „gut“.
Vor allem ihre aktuelle Geschäftslage bewerten viele Unternehmen weiterhin kritisch. 24 Prozent der befragten Betriebe (plus 1 Prozentpunkt gegenüber der Umfrage Frühjahr 2026) bezeichnen ihre Lage als „gut“, 26,4 Prozent (plus 3,7) aber als „schlecht“. Im Münsterland machen 26,9 Prozent (minus 2,3) gute Geschäfte, in der Emscher-Lippe-Region 16,3 Prozent (plus 10). Als „schlecht“ bewerten 22,6 Prozent (plus 3,3) der münsterländischen Unternehmen ihre aktuelle Lage, in der Emscher-Lippe-Region sind es 36,3 Prozent (plus 4,7).
„Besonders angespannt bleibt die Lage im Handel und in der Industrie“, stellte Jaeckel fest. Angesichts hoher Energiekosten und der Nachfrageschwäche seien hier positive Lageurteile sehr selten. Weniger als 17 Prozent (plus 0,7) der Handelsunternehmen und nur 20 Prozent (minus 2,7) der Industriebetriebe, aber immerhin 28,3 Prozent (plus 2) der Dienstleister bezeichnen ihre augenblicklichen Geschäfte als „gut“.
Geschäftsaussichten hellen sich etwas auf
Etwas aufgehellt haben sich seit dem Frühjahr die Geschäftsaussichten. Nur noch jedes fünfte Unternehmen (minus 9,4) geht von einer Verschlechterung aus, eine Verbesserung erwartet aber auch nur eine Minderheit von 17,5 Prozent (plus 3). Während in der Industrie mit 22,6 Prozent (plus 4,4) die positiven Erwartungen etwas höher als im Durchschnitt sind, bleiben die Aussichten für den Handel gedämpft. Nur 12,7 Prozent (plus 0,9) gehen von besseren Geschäften aus.
Große Sorgen bereiten den Unternehmen weiterhin die hohen Energie- und Rohstoffpreise. „Sie werden von rund zwei Dritteln unserer Betriebe an erster Stelle der Konjunkturrisiken genannt“, erklärte Jaeckel. In der Industrie sind es sogar 80 Prozent. Der Handel kommt insbesondere wegen der Konsumzurückhaltung der Verbraucher nicht in Schwung. 73 Prozent der Handelsunternehmen sehen hierin das größte Konsumrisiko, insgesamt sind es knapp 57 Prozent der befragten Betriebe.
Große Sorgen bereiten den Unternehmen weiterhin die hohen Energie- und Rohstoffpreise. „Sie werden von rund zwei Dritteln unserer Betriebe an erster Stelle der Konjunkturrisiken genannt“, erklärte Jaeckel. In der Industrie sind es sogar 80 Prozent. Der Handel kommt insbesondere wegen der Konsumzurückhaltung der Verbraucher nicht in Schwung. 73 Prozent der Handelsunternehmen sehen hierin das größte Konsumrisiko, insgesamt sind es knapp 57 Prozent der befragten Betriebe.
Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück
Mit Sorge blicken Präsident und Hauptgeschäftsführer auf die niedrige Investitionsbereitschaft. „Ihre Zurückhaltung werden die Unternehmen angesichts ungelöster Strukturprobleme des Standorts und der Unsicherheit bei den politischen Rahmenbedingungen nicht aufgeben“, befürchtet Baumgürtel. „Insgesamt herrscht hier wenig Bewegung“, zeigt Jaeckel anhand der Umfrageergebnisse: 22 Prozent der Unternehmen wollen das Budget für Investitionen aufstocken, mehr als 26 Prozent planen geringere Ausgaben.
Der Arbeitsmarkt im IHK-Bezirk Nord Westfalen zeigt sich dennoch „auf den ersten Blick vergleichsweise robust“, so IHK-Präsident Lars Baumgürtel. Zwar liege die Zahl der Arbeitslosen in Nord-Westfalen mit 104.000 so hoch wie zuletzt während der Corona-Pandemie. Doch zugleich bleibe die Zahl der Beschäftigten insgesamt mit mehr als einer Million stabil. „Die Betriebe halten nach Möglichkeit an ihren Beschäftigten fest“, erklärte IHK-Präsident Lars Baumgürtel. Allerdings seien im IHK-Bezirk Nord Westfalen seit 2019 etwa 10.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. „Der Anpassungsdruck ist hoch“, sagte Baumgürtel.
Das spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wider: Etwa ein Fünftel der befragten Unternehmen rechnet mit Personalabbau, während 15 Prozent Neueinstellungen planen. Die Mehrheit der Betriebe aber will den Personalstand in den nächsten Monaten stabil halten (63 Prozent). Die Betriebe fordern von der Politik mehr Flexibilität und eine Senkung der Arbeitskosten, die fast 57 Prozent der Betriebe als Konjunkturrisiko ansehen. 60 Prozent wünschen sich niedrigere Sozialversicherungseiträge, 57 Prozent einen flexibleren Kündigungsschutz.
Der Arbeitsmarkt im IHK-Bezirk Nord Westfalen zeigt sich dennoch „auf den ersten Blick vergleichsweise robust“, so IHK-Präsident Lars Baumgürtel. Zwar liege die Zahl der Arbeitslosen in Nord-Westfalen mit 104.000 so hoch wie zuletzt während der Corona-Pandemie. Doch zugleich bleibe die Zahl der Beschäftigten insgesamt mit mehr als einer Million stabil. „Die Betriebe halten nach Möglichkeit an ihren Beschäftigten fest“, erklärte IHK-Präsident Lars Baumgürtel. Allerdings seien im IHK-Bezirk Nord Westfalen seit 2019 etwa 10.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. „Der Anpassungsdruck ist hoch“, sagte Baumgürtel.
Das spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wider: Etwa ein Fünftel der befragten Unternehmen rechnet mit Personalabbau, während 15 Prozent Neueinstellungen planen. Die Mehrheit der Betriebe aber will den Personalstand in den nächsten Monaten stabil halten (63 Prozent). Die Betriebe fordern von der Politik mehr Flexibilität und eine Senkung der Arbeitskosten, die fast 57 Prozent der Betriebe als Konjunkturrisiko ansehen. 60 Prozent wünschen sich niedrigere Sozialversicherungseiträge, 57 Prozent einen flexibleren Kündigungsschutz.
Künstliche Intelligenz und der Arbeitsmarkt
Ein Schwerpunkt der IHK-Umfrage lag diesmal auf der Nutzung Künstlicher Intelligenz. Ein zentrales Ergebnis: „Acht von zehn Unternehmen nutzen bereits KI-Anwendungen, um ihre Effizienz zu steigern, Prozesse zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, erklärte IHK-Präsident Baumgürtel. Weit mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet durch KI tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt: „Der Bedarf an Qualifizierung und Weiterbildung wird steigen, Tätigkeitsprofile wer-den sich ändern.“ Zwölf Prozent der befragten Unternehmen berichten schon jetzt von Schwierigkeiten, Fachkräfte mit KI-Kompetenzen zu gewinnen. Baumgürtel hob die Notwendigkeit hervor, „Beschäftigte auf neue Anforderungen vorzubereiten und Kompetenzen aufzubauen“.
Internet-Tipp:
Alle Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK Nord Westfalen mit Grafiken
Alle Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK Nord Westfalen mit Grafiken
