26. März 2026

Demografische Lücke mit KI schließen

IHK-Regionalausschuss: Geschäftsmodelle anpassen


Kreis Steinfurt/Hörstel. – Schon heute erledigt Künstliche Intelligenz die Aufgaben eines gesamten Arbeitstags, in wenigen Jahren bearbeitet sie komplette Projekte autonom: Der KI-Berater und Coach Michael Berndt aus Wettringen blickte beim Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen für den Kreis Steinfurt in eine nicht mehr so ferne Zukunft und verdeutlichte, was dies für die Wirtschaft und die Arbeitswelt bedeutet. „Unternehmen sind gezwungen, ihre Organisation und ihre Geschäftsmodelle anzupassen“, erklärte er in der Sitzung, die bei der Unternehmensgruppe Beermann in Hörstel stattfand.
Für den IHK-Vizepräsidenten und Ausschussvorsitzenden Gustav Deiters entscheide KI „hier und heute darüber, ob ein Unternehmen in fünf Jahren noch vorne mitspielt“. Berndt verdeutlichte, wie moderne Systeme bereits jetzt komplexe wissenschaftliche Fragestellungen lösen, eigenständig Entscheidungen treffen und sich in neue Wissensfelder einarbeiten. „Damit übernehmen sie zunehmend Aufgaben, die bislang menschliche Expertise erforderten“, stellte er fest. Aus Sicht der Ausschussmitglieder könne KI damit helfen, „demografische Lücken zu schließen, Fachkräfte zu entlasten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, wie es Deiters auf den Punkt brachte. Doch die Unternehmerinnen und Unternehmer betonten auch die Notwendigkeit, strenge Standards für Datenschutz und Datensicherheit einzuhalten. Angesichts des hohen Tempos der technologischen Entwicklung in den USA und Asien gelte aus ihrer Sicht der Grundsatz: „Mithalten, aber ohne rechtliche Risiken einzugehen.“
KI-Experte Berndt führte aus, wie Künstliche Intelligenz in Industrie und Einzelhandel, bei Finanzdienstleistungen, im Gesundheitswesen und in Verwaltung Qualität und Tempo steigere, Kosten senke und Sicherheit erhöhe, etwa durch autonom arbeitende Systeme oder präzisere Fehlerprävention. Einig zeigte sich der Ausschuss darin, dass Qualifizierung zum Schlüsselfaktor werde. Es brauche klare Strategien in den Betrieben, um Beschäftigte mitzunehmen und Ängste abzubauen. „KI ersetzt nicht den Menschen, aber sie verändert fast jede Tätigkeit“, sagte Berndt. „Die Unternehmen, die ihre Belegschaften frühzeitig befähigen, werden die Gewinner dieser Entwicklung sein.“
Gastgeberin der Sitzung war Melanie Rößner, Geschäftsführerin der Josef Beermann GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit ihrem Bruder Steffen Beermann stellte sie das Unternehmen vor und führte die Ausschussmitglieder durch den Betrieb. Dabei gab sie Einblicke in die aktuellen Entwicklungen des Familienunternehmens.

Stichwort IHK-Regionalausschuss

Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Steinfurt mit rund 50 ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern bildet die Stimme der gewerblichen Wirtschaft im Kreis Steinfurt. Das Gremium befasst sich mit Themen und Projekten im Kreis, die Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Zudem berät der Regionalausschuss die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK Nord Westfalen.