29. April 2026

„Gemeinsam den Standort stärken“

IHK-Regionalausschuss im Gespräch mit Landrat Klimpel

Gladbeck/Kreis Recklinghausen. – Wirtschaft und Verwaltung im Kreis Recklinghausen wollen noch stärker zusammenarbeiten. „Die Herausforderungen für die Emscher-Lippe-Region – von der Fachkräftesicherung über die Transformation der Industrie bis hin zu Klimaschutz und Infrastruktur – können wir nur gemeinsam erfolgreich angehen. Dafür brauchen wir einen engen Schulterschluss zwischen Verwaltung und Wirtschaft“, erklärte jetzt Landrat Bodo Klimpel beim IHK-Regionalausschuss für den Kreis Recklinghausen. Melanie Baum sicherte zu, dass sich die Unternehmen bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen aktiv und partnerschaftlich einbringen wollen: „Wenn Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam handeln, stärkt das den gesamten Standort“, erklärte die Ausschussvorsitzende und IHK-Vizepräsidentin.
In der Sitzung stellte Klimpel die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Kreis Recklinghausen dar und gab Einblicke in zentrale Zukunftsthemen. Dazu zählte er unter anderem die angespannte finanzielle Lage der Kommunen, notwendige Investitionen in die Infrastruktur sowie eine Bildungs-Offensive zur Fachkräftesicherung. Auch die Bewerbung des Kreises für die eREGIONALE 2033 sowie Investitionen in Wasserstofftechnologien und Nachhaltigkeit standen im Fokus.
Während die Wirtschaft ihre Zusammenarbeit mit der Verwaltung noch weiter ausbaut, wirkt sie schon sehr aktiv an der Rechtsprechung mit: Cord Ole Scharrelmann engagiert sich seit 2013 als Handelsrichter und berichtete im Regionalausschuss von seiner Arbeit. „Durch die Unternehmerinnen und Unternehmer, die ehrenamtlich die Kammern für Handelssachen unterstützen, fließt kaufmännischer Sachverstand in die Urteile ein“, stellte er fest. „Dadurch findet die Rechtsprechung der Kammern bei den streitenden Parteien meist große Akzeptanz.“ Als ehrenamtliche Handelsrichterinnen und -richter nehmen die Unternehmerinnen und Unternehmer an den mündlichen Verhandlungen und Beratungen mit den gleichen Rechten teil wie hauptberufliche Richterinnen und Richter.
Der IHK-Regionalausschuss tagte dieses Mal bei ROCKWOOL in Gladbeck. Der kaufmännische Geschäftsführer, Frank Weier, beschrieb die aktuellen Herausforderungen des Unternehmens, zu denen der steigende Bürokratieaufwand, die hohen Energiekosten und fehlende Netzanschlüsse gehören. Zudem stellte Weier die Strategie von ROCKWOOL vor und ging dabei insbesondere auf das Ziel der Dekarbonisierung ein. Während einer Werksführung konnten die Ausschussmitglieder schließlich die Produktionsprozesse beobachten. Eindruck hinterließ bei den Unternehmerinnen und Unternehmern vor allem die Herstellung des Dämmmaterials Steinwolle. Hierbei werden natürliche Gesteine bei rund 1.500 Grad in einem hoch technisierten Prozess zu feinen Fasern verarbeitet.
Stichwort: Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen
Im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Recklinghausen engagieren sich Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich für die wirtschaftlichen Interessen des Kreises. Das Gremium befasst sich mit allen wirtschaftlich relevanten Themen der Region und berät zudem die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK Nord Westfalen.