Die Verkehrsinfrastruktur ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Sie sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Niederrhein. Als IHK setzen wir uns entschlossen dafür ein, dass Straßen, Schienen und Wasserstraßen verlässlich ausgebaut und dauerhaft instandgehalten werden. Wir drängen auf mehr Tempo bei Planung und Bau sowie auf eine auskömmliche Finanzierung aller Verkehrsträger. Nur so bleibt der Niederrhein auch künftig ein leistungsfähiger Logistikstandort.
In keinem anderen Bundesland sind mehr Brücken kaputt als bei uns. 2.500 Brücken listet unsere Karte zum Brückenzustand auf. Jede dritte Autobahnbrücke muss in den nächsten Jahren ersetzt werden: dreimal mehr als beispielsweise in Bayern. Unser Bundesland hat einen besonders hohen Nachholbedarf. Die Ergebnisse der Brückenstudie hat Präsident Werner Schaurte-Küppers auf der Landespressekonferenz im März 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt. Gleichzeitig haben wir damit einen dringlichen Appell an den Bund und das Land gerichtet. Unsere Forderungen sind klar: Mehr finanzielle Mittel, schnellere Planung und der Abbau von Bürokratie.
Sondervermögen und doch kein Geld
Was gut gedacht war, entpuppt sich als schlecht gemacht. Lange hat die Wirtschaft mehr Geld für die Reparatur der maroden Straßen, Schienen und Wasserwege gefordert. Die neue Bundesregierung nimmt dafür Rekordschulden auf. Aber das Geld kommt nicht dort an, wo es sollte. Die Wasserstraßen werden nicht bedacht. Bei Straße und Schiene versickert viel Geld irgendwo im Bundeshaushalt. Der Infrastruktur-Booster bleibt aus. In vielen Statements, Gesprächen und Anhörungen setzen wir uns für mehr Geld für echte Investitionen und schnellere Planung ein.
Unsere Botschaft als die A42 über den Rhein-Herne-Kanal oder die A52 über die Ruhr gesperrt wurden, ist klar: Unsere Unternehmen können nicht zehn oder 15 Jahre auf eine neue Brücke warten. Auch vor Ort stehen wir für schnellere Verfahren. Die Uerdinger Brücke (B288) muss so schnell wie möglich wieder für LKWs genutzt werden können.
A59 – Neubau muss schnellstmöglich kommen
Sorgenkind Nummer 1 unserer Region bleibt die A59. Bis 2029 muss die Berliner Brücke ersetzt sein. Keiner weiß, ob sie überhaupt noch so lange durchhält. Was uns droht, wenn die für die Wirtschaft wichtige Brücke ausfällt, haben wir mit einer Studie gezeigt. Forscher der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Justin Geistefeldt haben den Ausfall simuliert und die Folgen berechnet. Die Schätzung der volkswirtschaftlichen Schäden durch Staus und Umwege liegt bei 20 Mio. Euro pro Woche. Für uns heißt das: Weiter Druck machen. Der Planfeststellungsbeschluss muss dringend erfolgen. Jede Verzögerung schadet dem Standort.
IHK-Unternehmergespräch mit NRW-Verkehrsminister Krischer
Wie kann NRW am besten von dem im Bund beschlossenen Sondervermögen profitieren? Diese Frage stand im Zentrum des Austausches mit Landesverkehrsminister Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) im Rahmen des IHK-Verkehrskongresses in unserer IHK.
Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), Werner Schaurte-Küppers (Präsident der Niederrheinischen IHK) und Ralf Stoffels (Präsident IHK NRW) beim IHK-Unternehmergespräch in Duisburg.
Sprachrohr für Verkehrspolitik
Unsere IHK koordiniert für die IHK NRW die fachpolitische Arbeit in Nordrhein-Westfalen. 2025 gab es dort viel zu tun: Wir haben so viele Stellungnahmen abgegeben wie noch nie zuvor. Hinzu kamen Anhörungen im Landtag und viele Gespräche mit der Landes- und Bundespolitik. Ein Schwerpunkt der Forderungen: Zusätzliche Mittel und schnelleres Bauen.
Schwertransporte erleichtern
Von Großraum- und Schwertransporten hängt viel ab. Oft müssen sie riesige Umwege fahren, um zum Ziel zu kommen. Genehmigungen zu erhalten, ist schwierig. Einige werden durch die Polizei begleitet. Das wird sich – auch dank der IHKs – ändern. Wir haben die Umsetzung der Transportbegleitungsverordnung in NRW-Recht so unbürokratisch wie möglich gefasst. Ab 2027 übernehmen die IHKs die Prüfung der Transportbegleiter.
Stark für die Wasserstraße
Schiffstaufe der Nova mit Ocke Hamann (Geschäftsführer Standort, Digital, Innovation, Umwelt der Niederrheinischen IHK) und Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen).
Ein leistungsfähiger Industriestandort braucht eine starke und zukunftsfähige Binnenschifffahrt: Mehr Mittel für die Bundeswasserstraßen, zügige Sanierung von Schleusen, Wehren und Kanälen. Aber auch Forschung und Entwicklung: Mit der Taufe des Forschungsschiffs NOVA gemeinsam mit NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer haben wir einen Meilenstein erreicht.
Der Katamaran ist eine schwimmende Forschungsplattform. An Borderarbeiten Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen und des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) zukunftsfähige Konzepte: Unter anderem für (teil-)autonomes Fahren auf dem Wasser.
BiWAS – multimediale Lernplattform rund um die Binnenschifffahrt
Wir investieren in die Nachwuchsgewinnung: Mit der digitalen Lernplattform BiWAS werden junge Menschen für die Binnenschifffahrt begeistert. Das Angebot ist für Lehrkräfte und Schüler gleichermaßen konzipiert. Die Plattform vermittelt multimedial die Bedeutung der Wasserstraßen als Verkehrsträger und zeigt, wie junge Talente für diese Schlüsselbranche gewonnen werden können. Seit dem feierlichen Start im Februar 2025 haben bereits mehrere Tausend Besucher das Angebot genutzt.
BiWAS-Start mit Eric Oehlmann (Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt), Frank Wittig (Vorsitzender der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V.), Susanne Henckel (Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr), Werner Schaurte-Küppers (Präsident der Niederrheinischen IHK) (v.l.n.r.).
125 Jahre Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V.
1901 als Frachtenbörse begründet, haben sich die Aufgaben der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V. stetig weiterentwickelt. Der Fokus heute liegt auf politischer Interessenvertretung und der Weiterbildung von Nachwuchskräften. Als IHK übernehmen wir die Geschäftsführung der Schifferbörse und sind so eng mit ihr verbunden.
Frank Wittig (Vorsitzender Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort e.V.) und Mona Neubaur (stellv. Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen) beim Schiffermahl 2025 im Gemeindeshaus Ruhrort.
Jedes Jahr ein Highlight: Das traditionelle Schiffermahl. 2025 diskutierte Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, mit Unternehmerinnen und Unternehmern über die Bedeutung der Wasserstraßen für Nordrhein-Westfalen.
Das Jahr 2026 markiert mit dem 125-jährigen Jubiläum einen besonderen Meilenstein in der Geschichte. Mit Veranstaltungen und einem neuen digitalen Auftritt ehren wir die Tradition der Binnenschifffahrt und richten zugleich den Blick in die Zukunft.