Bundesbank-Präsident bei Niederrheinischer IHK

Druck auf NRW-Wirtschaft bleibt

Krisen, Kriege und Handelszölle: Die Welt ist unberechenbar geworden. Damit gerät auch der internationale Handel ins Stocken. Zugleich steckt Deutschland in einer Strukturkrise. Die Probleme sind vor allem hausgemacht, moniert die Niederrheinische IHK. Die Sorgen der Unternehmen wurden deutlich im Gespräch mit Christian Otto, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in NRW.
„Andere Länder wachsen, während wir stagnieren. Das zeigt: Berlin und Brüssel müssen für die Wirtschaft liefern, und zwar schnell“, betonte IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers. Dazu gehören: Steuersenkungen vorziehen, Energiepreise runter, Sozialsysteme fit machen, Infrastruktur sichern und ausbauen. „Zwar hat die Bundesregierung erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. Doch die Effekte kommen bei den Unternehmern nicht an. Stattdessen wächst der Frust“, so Schaurte-Küppers. Hoffnung machen die Handels-Abkommen der Europäischen Union mit Indien, den Mercosur-Staaten und die Annäherung an Saudi-Arabien. Sie schaffen neue Perspektiven, auch für die deutsche Wirtschaft.
„Europa muss mehr denn je gemeinsam handeln. Wir haben einen großen gemeinsamen Markt. Das ist eine Riesen-Chance. Dazu müssen wir die Regeln in Europa weiter harmonisieren. Und nach außen geschlossen auftreten“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger.
Christian Otto machte in seinem Vortrag deutlich: „Als Notenbank haben wir die wirtschaftliche Entwicklung und die Situation im Finanzsystem immer im Blick. Deutschland und Nordrhein-Westfalen haben viele Stärken. Wir haben eine starke Industrie. Wir haben leistungsfähige und innovative Unternehmen. Sie brauchen aber eine sichere Grundlage zum Investieren. Das muss die Politik ermöglichen, auf der nationalen wie auch der europäischen Ebene. So kann Deutschland wieder wachsen und davon profitieren auch unsere Nachbarländer in Europa.“