Jugendliche und Betriebe besser matchen
Regionaler Konsens will Ausbildung stärken
Die duale Ausbildung schafft Fachkräftenachwuchs. Am Niederrhein geht die Zahl der abgeschlossenen Verträge jedoch zurück. Die Partner des Regionalen Ausbildungskonsens sind sich einig: Wichtig ist eine starke Berufsorientierung. Außerdem müssen Jugendliche und Unternehmen besser zueinanderfinden. Zwei Themen, über die die Partner bei ihrer jährlichen Konferenz am 2. November in der Niederrheinischen IHK sprachen.
Jugendliche profitieren bei der dualen Ausbildung von guten Karrierechancen. Viele Unternehmen investieren in ihre Fachkräfte und ermöglichen ihnen, sich weiterzubilden. In Branchen wie Logistik, Handel und Gastronomie wird Nachwuchs dringend gebraucht. Trotzdem sind längst nicht alle Ausbildungsplätze vergeben. Es gilt, noch mehr junge Menschen für diesen Weg zu gewinnen und die Betriebe bei der Suche zu unterstützen. Unternehmen, die noch zurückhaltend sind, sollten erwägen, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben.
„Eine Ausbildung ist eine lohnende Investition in die Zukunft. Gerade in Zeiten, in denen es wirtschaftlich schwierig ist“, sagt Matthias Wulfert, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung der Niederrheinischen IHK. „Wir unterstützen Unternehmen, damit sie jungen Menschen ihre Türen öffnen. Gleichzeitig möchten wir Jugendliche ermutigen, die zahlreichen Chancen einer Ausbildung kennenzulernen. In vielen Berufen gibt es auch jetzt noch freie Plätze.“
Azubi-Speed-Dating schafft Plattform
Eine gute Gelegenheit zum „Reinschnuppern“ in den Betriebsalltag war das Azubi-Speed-Dating, das parallel zur Konferenz stattfand. Schüler und Unternehmen kamen vor Ort ins Gespräch. Dabei konnten sie Fragen stellen und erste Kontakte knüpfen. „Ein gutes Match entsteht nicht allein durch perfekte Bewerbungsunterlagen“, so Wulfert. „Persönliche Gespräche machen Potenziale sichtbar und schaffen Vertrauen. Das bietet beiden Parteien eine bessere Chance, zusammen zu finden.“
Zentral ist auch eine frühe Berufsorientierung. Praktika ermöglichen erste Einblicke in die Arbeitswelt. So entstehen realistische Vorstellungen von Berufen und Karrierewegen. Programme wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“ begleiten junge Menschen beim Übergang in das Arbeitsleben. Das Angebot hilft dabei, Perspektiven zu entwickeln und umzusetzen.
Wichtig ist auch, bestehende Ausbildungsverhältnisse zu begleiten. Jugendliche und Betriebe können auf vielfältige Angebote der Kammern und Arbeitsagenturen wie die „Assistierte Ausbildung“ zurückgreifen. Ziel ist es bei Problemen, etwa in der Berufsschule, zu helfen und so Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Interessierte finden hier freie Ausbildungsplätze:
Niederrheinischen IHK www.ausbildung.nrw
Oder sie wenden sich an folgende Adressen:
Zahlen, Daten, Fakten
Die Arbeitsagentur Duisburg verzeichnet einen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen von 3.142 auf aktuell 2.471. Davon sind 2.329 betriebliche Ausbildungsstellen: 660 weniger (minus 22,1 Prozent) als im letzten Ausbildungsjahr. Die Zahl der Bewerber sank von 3.454 auf aktuell 3.446 (minus 0,2 Prozent). Ende Oktober waren 193 Bewerber noch ohne Ausbildung, 37 mehr (plus 23,7 Prozent) als im Vorjahr. 186 Ausbildungsplätze können noch besetzt werden, das sind 15,8 Prozent weniger als 2025.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Wesel, der die Kreise Wesel und Kleve umfasst, gab es 3.499 gemeldete Ausbildungsstellen. 3.365 davon betrieblich. Das bedeutet: In beiden Kreisen gab es einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. 493 weniger (minus 12,3 Prozent) Ausbildungsplätze insgesamt und 480 weniger (minus 12,5 Prozent) betriebliche Ausbildungsstellen. Die Zahl der Bewerber ist gesunken auf 3.734 (minus 9,1 Prozent). Ende September hatten 536 Bewerber noch keine Ausbildungsstelle, 138 mehr (plus 34,7 Prozent) als im Vorjahr. Dem gegenüber standen noch 387 unbesetzte Ausbildungsstellen: 21,7 Prozent mehr als 2025.
Die Mitglieder der Regionalen Ausbildungskonferenz sind: Vertreter der Gebietskörperschaften Duisburg, Kleve, Wesel, der Agenturen für Arbeit Duisburg und Wesel, der Jobcenter Duisburg, Kreis Wesel und Kreis Kleve, der Berufskollegs, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industriegewerkschaft Metall, des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein, der Apothekerkammer Nordrhein, der Regionalagentur Niederrhein, der Handwerkskammer Düsseldorf sowie der Kreishandwerkerschaften und der Niederrheinischen IHK. Die Konsenspartner engagieren sich für die duale Ausbildung und bündeln ihre Aktivitäten für den regionalen Ausbildungsmarkt.
