Stadt braucht mehr Dynamik
Wirtschaft: Moers hat Luft nach oben
Lebensqualität top, wirtschaftlich aber eher Mittelmaß: Aus Sicht der Unternehmen muss sich in Moers bei Kosten und Prozessen etwas tun. Das zeigt die Standortanalyse der Niederrheinischen IHK. Über die Ergebnisse und was sich die Wirtschaft von der Stadt wünscht, darüber tauschten sich IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und Bürgermeisterin Julia Zupancic aus.
„Es spricht viel für Moers: Die Innenstadt bekommt die beste Note am Niederrhein. Freizeit- und Kulturangebote haben Top-Werte. Auch mit den Bildungsangeboten und der zentralen Lage sind die Unternehmen sehr zufrieden. Sie sind gerne in Moers“, lobt Dietzfelbinger.
Hohe Kosten verhindern Wachstum
Bei anderen Faktoren fällt die Stadt zurück, zum Beispiel bei den Kosten. „Der Standort ist insgesamt zu teuer“, kritisiert Dietzfelbinger. Der Gewerbesteuer-Hebesatz liegt in Moers deutlich über dem NRW‑Durchschnitt. „Das ist eine Belastung für die vielen mittelständischen Betriebe in Moers. Ihnen fehlt die Luft zum Investieren und damit zum Wachsen“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Dietzfelbinger weiter: „Besonders beunruhigend für die Wirtschaft in Moers: Die Stadt überlegt, durch höhere Steuern den Haushalt zu flicken. Das würde die wirtschaftliche Entwicklung weiter bremsen. Und wenn es den Betrieben nicht gut geht, dann wirkt sich das auf die Stadt und die Bürger aus“. Bereits jetzt wachse die Zahl der Beschäftigten in Moers nur sehr langsam.
Machen statt Warteschleife
Besonders schlecht sieht es für Moers bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren aus. Sie dauern zu lange. Die Unternehmen geben der Verwaltung hier ein „Mangelhaft“. „Moers braucht jetzt den Mut, Strukturen zu vereinfachen und Prozesse zu beschleunigen. Das muss schnell passieren. Neben niedrigeren Kosten ist das der wichtigste Schritt, um die Unternehmen in der Stadt zu halten.“
„Moers hat viel Potenzial. Auf den positiven Erkenntnissen der IHK-Analyse können wir aufbauen. Sie zeigt uns aber auch deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Wir nehmen die Ergebnisse der Standortanalyse als Ansporn, wirtschaftsfreundlicher zu werden“, so Bürgermeisterin Julia Zupancic.
IHK-Geschäftsführer Jürgen Kaiser, Bürgermeisterin Julia Zupancic und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger (v.l.).
