IHK und Schifferbörse im Gespräch mit Staatssekretär Christian Hirte

Duisburgs Infrastruktur profitiert von Milliarden-Investitionen

Infrastruktur entscheidet über die Zukunft des Standorts Niederrhein. Deswegen freut sich die Wirtschaft über den A59-Spatenstich. Der Bund investiert viel in den kommenden Jahren. Allein in Duisburg investiert er rund 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Berliner Brücke. Insgesamt fließen in die Autobahnen in und um Duisburg rund vier Milliarden Euro – zusammen mit dem Umbau des Kreuzes Kaiserberg und dem Neubau der Rheinbrücke Neuenkamp. Dazu sprachen Unternehmer, Schifferbörse und Niederrheinische IHK mit Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär (CDU) beim Bundesministerium für Verkehr.
„Es ist gut, dass jetzt so viel Geld nach Duisburg fließt. Der Druck ist riesig, eine gesperrte Brücke wäre für den Standort nicht zu verkraften“, sagte IHK-Vizepräsidentin Susanne Convent-Schramm. In Duisburg laufen mehrere Großprojekte gleichzeitig – darunter das Kreuz Kaiserberg, die Rheinbrücke Neuenkamp und die Berliner Brücke der A59. Anfang Mai war dort offizieller Spatenstich. Für die Wirtschaft ist entscheidend, dass die Projekte schnell umgesetzt werden. „Wenn wir unsere Infrastruktur zügig modernisieren, hat unser Niederrhein die Nase vorn. Bei den Autobahnen sind wir in Duisburg auf einem guten Weg“, so Convent-Schramm.

Wasserstraßen nicht vergessen

Für den Niederrhein besonders wichtig: die Wasserstraßen. Viele Schleusen im Kanalnetz sind mehr als 100 Jahre alt, sie stammen aus der Kaiserzeit. Sie sind dringend sanierungsbedürftig. Teresa Rygielski, Vorstandsmitglied der Schifferbörse, betonte: „Für Industrie und Logistik sind Wasserstraßen unverzichtbar. Ohne Binnenschifffahrt wären viele Lieferketten am Niederrhein nicht denkbar. Eine Brückensperrung lässt sich umfahren. Wenn eine Schleuse ausfällt, gibt es oft keine Umleitung. Schiffe können nicht einfach ausweichen.“
Hirte bestätigt, dass die Bundesregierung die Binnenschifffahrt fest im Blick habe: „Leistungsfähige Wasserstraßen sind das Rückgrat eines modernen Industriestandorts – sie sichern klimafreundliche Logistik, stärken unsere Lieferketten und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Deshalb treiben wir den bedarfsgerechten Erhalt der Bundeswasserstraßen voran und wollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Wasserstraße als attraktiven Verkehrsträger weiter stärken und Deutschland als Logistikstandort zukunftsfest machen.“

Wirtschaft fordert schnelle Verfahren

Gleichzeitig gilt: Geld allein hilft nicht. Lange Genehmigungen und komplizierte Verfahren bremsen. Schon kleine Mängel in der Planung können Projekte über Jahre verzögern. Die Unternehmen setzen deshalb Erwartungen in das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz der Bundesregierung. „Das ist der richtige Weg. Der Entwurf darf jetzt nicht verwässert werden“, sagte Convent-Schramm. „Wir brauchen einfachere und schnelle Verfahren.“ Christian Hirte sicherte den Unternehmen zu, die Gesetzesnovelle schnell durch das Parlament zu bringen.
Gesprächsanlass war auch das Jubiläum der Schifferbörse: Leistungsfähige Infrastruktur war schon vor 125 Jahren die Grundlage für Wachstum und Wohlstand am Niederrhein – und ist es bis heute geblieben. Damit der Niederrhein auch künftig Industriestandort und Logistikdrehscheibe bleibt, müssen Bund, Land und Region gemeinsam anpacken.
(v.l.n.r.) Terea Rygielski, Vorstandsmitglied der Schifferbörse, Susanne Convent-Schramm, Vizepräsidentin der Niederrheinischen IHK, Christian Hirte, parlamentarischer Staatssekretär, Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK und Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, bei der Eintragung ins Goldene Buch der IHK.