IHK fordert mehr Einsatz für die Wirtschaft
Kreis Wesel: Starker Standort, wenig Flächen
Die Standortanalyse der IHK zeigt: Der Kreis Wesel ist wirtschaftlich stark. Doch die Unternehmen kämpfen mit politischem Gegenwind. Hohe Steuern, fehlende Flächen und lange Verfahren belasten die Wirtschaft. Das muss sich ändern, verdeutlichte die Niederrheinische IHK im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sascha van Beek und CDU-Landtagskandidat Frederik Paul.
Die Unternehmen im Kreis Wesel sind sich einig: Die Lage ist hervorragend. Die Lebensqualität ist hoch. Aber hohe Steuern, langsame Verfahren sowie marode Straßen und Schienen bremsen die regionale Wirtschaft. Die Industrie leidet unter hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerb. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger betont im Gespräch: „Es fehlen Gewerbeflächen. Ein hausgemachtes Problem, denn Platz und Nachfrage sind da. Unternehmen wollen investieren, wachsen, neue Arbeitsplätze schaffen. Hier sind die Kommunen im Kreis Wesel gefordert. Sie müssen ein Flächenangebot schaffen. Das muss Priorität haben in der Kommunalpolitik.“
Politik muss Infrastruktur stärken
Die IHK fordert Vorfahrt für die Wirtschaft. Das gilt in den Kommunen, für die NRW-Landtagswahl 2027, ebenso für Berlin. Entlastungen müssen schnell und vor allem spürbar kommen. Das Entlastungspaket der Landesregierung und das Reformpaket der Bundesregierung sind erste wichtige Schritte. Jetzt müssen weitere Maßnahmen folgen.
Die IHK begrüßt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz des Bundes. Es schafft mehr Tempo bei besonders wichtigen Infrastrukturvorhaben. Kritik gibt es zum Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur. Dietzfelbinger: „Naturschutz ist wichtig. Wenn aber zu viele Projekte als überragend wichtig eingestuft werden, blockieren wir uns selbst. Die Wirtschaft braucht eine funktionierende Infrastruktur, um wieder auf die Beine zu kommen. Deshalb dürfen Gewerbe- und Verkehrsinfrastruktur nicht benachteiligt werden.“
„Die Wirtschaft in Wesel braucht verlässliche und klare Perspektiven“, sagte Bundestagsabgeordneter Sascha van Beek. „Das gilt bei Infrastrukturprojekten und Genehmigungsverfahren. Der Kreis Wesel verfügt über starke Unternehmen und engagierte Unternehmer. Diese Leistung dürfen wir nicht durch unnötige Hürden ausbremsen. Wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz müssen gemeinsam möglich bleiben. Dafür machen wir uns stark.“
Landtagskandidat Frederik Paul betonte die Chancen des Standorts: „Der Kreis Wesel hat großes Potenzial. Die gute Lage, die hohe Lebensqualität und die starke Wirtschaftsstruktur bieten beste Voraussetzungen für Wachstum. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass Flächen für Gewerbe und Industrie verfügbar bleiben. Ebenso wichtig sind leistungsfähige Verkehrswege und effiziente Verwaltungen. Wer Arbeitsplätze sichern und neue schaffen will, muss Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten geben.“
