In 2024 standen insbesondere die Innenstädte im Fokus der Arbeit von Branchen & International: Ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Vollversammlung befasste sich mit dem Wandel der Innenstädte von reinen Handelszentren zu multifunktionalen Aufenthaltsräumen.
Geschäftsfeldleiterin Sandra Schmitz und der stellv. Geschäftsfeldleiter Marc Meckle
Zum ersten Mal nahm die IHK zu Essen an der größten Passantenbefragung Deutschlands, den vitalen Innenstädten, teil. Auch im Bereich Mobilität gab es einige Entwicklungen: Die IHK erhielt die Zertifizierung als Fahrradfreundlicher Arbeitgeber und startete mit der Einstiegsberatung „Betriebliches Mobilitätsmanagement“. Auch die Mobilitätspartnerschaften mit Essen und Oberhausen konnten verlängert werden und stehen auch in Zukunft für eine wirtschaftsnahe, klimafreundliche Mobilitätsplanung. Im Bereich neue Märkte wurde die IHK zu Essen Pilot-IHK für das digitale Carnet und konnte mit interessanten Fakten der Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung der Exporte für die MEO-Region“ punkten.
Urbane Transformation
Gemeinsam mit den Citymanagern vor Ort analysierte der Arbeitskreis Innenstädte die Lage in den Cities der drei MEO-Städte vor Ort und besuchte gemeinsam mit dem Handels- und Digitalisierungsausschuss die Digitalstadt Ahaus als Best-Practise-Beispiel. Mit einem offenen Reallabor ist dort ein Ort entstanden, der wie kein anderer die Verschmelzung von digitaler und physischer Welt verkörpert. Dieter van Acken und Peter Sommer vom Softwareunternehmen Tobit zeigten beeindruckend, wie Digitalisierung den Einzelhandel, die Innenstadt, die Gastronomie, die Mobilität, die Hotellerie und das Stadtmarketing revolutioniert.
Der Rückgang des stationären Einzelhandels, verstärkt durch den Onlinehandel, führt zu Leerständen und sinkenden Besucherzahlen. Um die Attraktivität zu steigern, werden neue Nutzungen wie Kultur, Gastronomie, Freizeitangebote und Grünflächen integriert. Der Wandel der Innenstädte hat erhebliche Auswirkungen auf die dort ansässigen Unternehmen. Traditionelle Einzelhändler stehen vor der Herausforderung, sich an veränderte Konsumgewohnheiten anzupassen. Viele Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken und innovative Konzepte entwickeln, um Kunden anzuziehen. Gastronomiebetriebe, Freizeit- und Kulturangebote profitieren hingegen von der neuen Ausrichtung der Innenstädte als Aufenthaltsräume.
Um diesen Prozess besser verstehen und begleiten zu können, beteiligte sich die IHK an der Studie "Vitale Innenstädte 2024", die vom Institut für Handelsforschung (IFH) bundesweit durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Studie wurden über 2.000 Passanten in der MEO-Region befragt – mit zum Teil sehr erfreulichen Ergebnissen: Essen wurde von den Befragten mit einer Schulnote von 2,7 bewertet; Oberhausen mit einer Schulnote von 3,0 und Mülheim an der Ruhr mit 3,4. Unter anderem wurden analysiert, wer die Innenstadt besucht und warum, welche Erwartungen haben die Besucher und Besucherinnen und wie bewerten sie die Innenstadt.
Wichtig in diesem Zusammenhang war auch die Beteiligung der IHK am Prozess „Zukunft.Essen.Innenstadt“. Aufbauend auf dem räumlichen und programmatischen Leitbild, das im November 2023 durch den Rat der Stadt Essen beschlossen wurde, stand das Jahr 2024 ganz im Zeichen der konkreten Ausgestaltung und Maßnahmenplanung.
Die drei zentralen Handlungsebenen des Leitbildes – „Grün“, „Durchmischt“ und „Gemeinschaftlich“ – wurden im Laufe des Jahres detailliert ausgearbeitet und mit konkreten Projekten und Maßnahmen hinterlegt. Ein wesentlicher Baustein hierbei waren mehrere Workshops und Beteiligungsformate, die die Einbindung vielfältiger Akteure aus der Innenstadt gewährleisteten. Dazu gehörte selbstverständlich auch die aktive Teilnahme und Mitwirkung der IHK zu Essen, um die Interessen der lokalen Wirtschaft optimal einzubringen.
Ein wichtiger Meilenstein war der erste Workshop zum integrierten Entwicklungskonzept am Anfang des Jahres. Ziel war es, die im Leitbild formulierten Handlungsebenen durch konkrete Maßnahmen, zeitliche Priorisierungen und realistische Kostenansätze zu ergänzen. Neben den analogen Beteiligungsformaten wurden 2024 erstmals auch digitale Partizipationsmöglichkeiten intensiv genutzt, wodurch eine breite Öffentlichkeit in den Entwicklungsprozess einbezogen werden konnte.
Die IHK zu Essen begleitete diesen Prozess aktiv und setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Essener Innenstadt nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet wird – gemeinsam, grün und vielfältig.
Ausbildungsberatung für mehr Erfolg
Veranstaltungen: Zu den insgesamt neun Veranstaltungen im Jahresverlauf konnten wir 386 Teilnehmende begrüßen. Das Spektrum reichte von Zollthemen zum Jahreswechsel bis hin zu Marktchancen in nah (Österreich) oder fern (Argentinien) oder Beschaffung in China.
Zu Jahresbeginn stach das Business Breakfast Ukraine heraus: Die ukrainische Generalkonsulin Irina Shum und weitere Landesexperten z.T. aus der MEO-Region erläuterten rund 50 Interessierten, wie auch in Kriegszeiten (dringend benötigte) Geschäftsbeziehungen auf- und ausgebaut werden können.
Empfang von Delegationen, Dialog mit Stakeholdern: Im Jahresverlauf empfing unser Team verschiedene internationale Business-Delegationen, z.B. aus Brasilien der Türkei, Uruguay oder Chile. Zudem führten wir regelmäßig Hintergrundgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des diplomatischen Korps oder der Politik aus der MEO-Region. Verstärkt beteiligten wir Mitglieder aus unserem Ausschuss International bei den verschiedenen Anlässen.
Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung der Exporte für die MEO-Region“
Gemeinsam mit Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH erarbeiteten wir die Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung der Exporte für die MEO-Region. Die Ergebnisse unterstrichen die herausragende Bedeutung des Auslandsgeschäfts für die MEO-Region: In der MEO-Region hängen mit 136.000 Beschäftigten mehr als ein Viertel der Beschäftigung (26,3 Prozent) und mit 11,2 Milliarden Euro fast 30 Prozent der Wertschöpfung (29 Prozent) von der Exportwirtschaft ab. Jeder sechste Arbeitsplatz in der Region und nahezu jeder fünfte Euro Wertschöpfung sind dabei vom Geschäft mit der EU abhängig.
IHK wird Pilotkammer für das volldigitale Carnet
Nach der erfolgreichen Einführung der elektronischen Antragsverfahrens für das Carnet – dem Zoll-Reisepass für Waren – in 2023, hat sich unsere IHK als Pilot-IHK für die nächste Stufe beworben – das komplett digitale Carnet.
Mitte Dezember kam die frohe Kunde von der Generalzolldirektion, dass wir als fünfte IHK bundesweit und erste im westlichen Bundesgebiet in den exklusiven Kreis aufgenommen wurden. Zusammen mit dem Hauptzollamt Duisburg, Zollamt Ruhrort, Zollamt Essen und dem Zollamt Flughafen Frankfurt am Main sowie einem Pilot-Unternehmen bilden wir die nächste Pilotierungsgruppe.
Was ist das Ziel? Ein weltweit funktionierendes, papierloses Carnet-Verfahren, das die Zollabwicklung so einfach mach, wie das Scannen eines Flugtickets. Kein Stempeln, kein Abtrennen von Blättern – nur ein smarter Code: einfach, schnell, digital! Das erste volldigitale und rechtsgültige Carnet ist für 2027 geplant. Goodbye Papierkram, hello QR-Code.
Digitalisierung
IT-Sicherheitstag NRW 2024
Der jährliche IT-Sicherheitstag NRW der Industrie- und Handelskammern in NRW fand unter dem Motto “Miteinander für mehr IT-Sicherheit” mit über 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und rund 50 Ausstellenden in Bonn statt. Themen wie Daten-, Informations- und IT-Sicherheit standen dabei im Mittelpunkt. www.it-sicherheitstag-nrw.de
Digitaler Donnerstag
Beim monatlich stattfindenden Workshop-Format Digitaler Donnerstag wurden unterschiedliche Themen zur Digitalisierung erläutert und die Umsetzung in den Unternehmen diskutiert.
#gemeinsamdigital
Bei der bundesweiten Veranstaltungsreihe #gemeinsamdigital standen monatlich verschiedene Digitalisierungsthemen, angeboten durch unterschiedliche IHKs, im Fokus.
Digital-Scouts
Die OWT Oberhausener Wirtschaftsförderung führte mit Unterstützung der IHK und anderen Partnern das Projekt Digital Scouts durch. Mitarbeitenden unterschiedlicher Unternehmen wurden in verschiedenen Workshops digitale Kompetenzen und Methoden vermittelt, um im eigenen Unternehmen Digitalisierungsprojekte anzustoßen. https://www.owtgmbh.de/veranstaltung/digital-scouts/
KI im Fokus
Wie KI Effizienz und Kreativität im Unternehmen steigern kann, welche rechtlichen Vorgaben einzuhalten sind und wie eine konkrete Anwendung sich umsetzen lässt, stellten Medienunternehmer Prof. Michael Schwertel, Rechtsanwalt Prof. Dr. Dieter Frey und Lara Dörner, Co-Founderin des Start-ups go AVA, in einer Präsenzveranstaltung vor.
Drei Fragen an: Mirsad Hopic
Wie lange bist du bei der IHK und was sind deine Aufgaben?
Seit dem 1. Januar 2023 bin ich bei der IHK zu Essen im Bereich Neue Märkte tätig. Meine Hauptaufgaben umfassen: Bescheinigung von Handelsdokumenten: Dazu gehören Ursprungszeugnisse, die für den internationalen Handel unerlässlich sind, sowie das Ausstellen von Carnets, die vorübergehende Exporte erleichtern. Kundenberatung: Ich unterstütze Unternehmen bei Fragen rund um den Export, einschließlich der Einhaltung von Embargobestimmungen und der Anwendung von Incoterms sowie Lieferantenerklärungen, um internationale Handelsgeschäfte effizienter zu gestalten.
Was war dein bisher spannendstes Projekt?
Einer unserer Ziele ist es, unseren Kammermitgliedern dabei zu helfen, neue Märkte zu erschließen. Ende Januar haben wir eine erfolgreiche Veranstaltung zu Usbekistan organisiert. Ein besonderes Highlight war der Besuch des usbekischen Botschafters, der unsere Veranstaltung bereicherte.
Was machst du, wenn du nicht bei der IHK bist?
In meiner Freizeit genieße ich es, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Gemeinsam mit meiner Frau und unseren zwei Söhnen erkunde ich gerne die Natur, sei es beim Wandern oder bei Fahrradtouren. Diese Aktivitäten bieten uns die perfekte Gelegenheit, die Schönheit der Umgebung zu entdecken und wertvolle gemeinsame Momente zu erleben.
Umwelt
Energie-Scouts
Insgesamt zehn Teams mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich bei der diesjährigen Projektrunde der Energie-Scouts in Essen in ihren Unternehmen auf die Suche nach Energiefressern und Ressourcenverschwendern gemacht. Mitte September stellten sie ihre Projektideen einer Jury vor, die einen regionalen Sieger kürte. Azubis werden zu "Energie-Scouts" - IHK zu Essen
Handel
IHK Großhandelsforum Ruhr
Am 2. Juli 2024 fand das IHK-Großhandelsforum Ruhr 2024 zum Thema „Künstliche Intelligenz – angekommen in der Realität?!“ in der Duisburger Mercatorhalle statt. Die Akteure diskutierten intensiv über die vielfältigen Vorteile, die KI für den Großhandel bietet und tauschten sich darüber aus, wie eine erfolgreiche Implementierung und Nutzung von KI-Technologien gelingen kann. Wie agiert der neue Großhandelskunde? Die Dreieckskonstellation zwischen Großhandel, Mensch und Maschine erfordert neue Denkweisen und Strategien. Um Mehrwerte zu schaffen, muss KI als Werkzeug in alltägliche Geschäftsprozesse integriert und kontinuierlich angepasst werden. Außerdem ging es beim Großhandelsforum Ruhr darum, wie KI optimale Bestellentscheidungen begünstigen kann, indem Unsicherheiten wie Nutzerverhalten und Nachfrage, frühzeitig quantifiziert werden.
Das IHK-Großhandelsforum Ruhr ist eine Veranstaltung der sechs Ruhr-IHKs.
Social Media Frühstück für den Einzelhandel
Social Media bietet dem Einzelhandel einzigartige Möglichkeiten, potenzielle Kunden anzusprechen, Produkte zu präsentieren und die eigene Marke zu stärken. Durch die Nutzung von Plattformen wie Google, Instagram und Pinterest können Händler ihre Reichweite erhöhen und auch online eine Beziehung mit ihren Kunden aufbauen.
Mit der dreiteiligen Reihe „Social Media Frühstück für den Einzelhandel“ wurden den Teilnehmern Ideen präsentiert, die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Social Media kostengünstig und effektiv für die Unternehmen zu nutzen. Die Frühstücke fanden in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK statt.
ibi-Handelsstudie – Der deutsche Einzelhandel 2024
In der Studie "Der deutsche Einzelhandel 2024" wurden gemeinsam mit der DIHK und 53 IHKs in einer umfangreichen deutschlandweiten Befragung mit über 2.100 Einzelhändlern der Status quo des deutschen Einzelhandels erfasst und analysiert, wie Unternehmen diesen komplexen Herausforderungen begegnen.
Der Einzelhandel steht vor vielzähligen Herausforderungen. Dabei ist es wichtig, die aktuellen Entwicklungen und deren Auswirkungen und die daraus resultierenden Chancen und Risiken zu verstehen. Die Nachwirkungen der Pandemie, technische Neuerungen und Anforderungen, beispielsweise durch den Einsatz von KI, verändertes Einkaufs- und Konsumverhalten, sowie der wachsende Fachkräftemangel und eine zunehmend komplexe Regulierungslandschaft wirken auf die Handelslandschaft ein. Auch die IT-Sicherheit und der Umgang mit steigender Kriminalität im Einzelhandel gewinnen zunehmend an Gewicht.
Neben der deutschlandweiten Studie gibt es eine Auswertung für NRW und für das Ruhrgebiet von Bochum, über Essen bis an den Niederrhein.
Handelsreport Ruhr 2024
Der Handelsreport Ruhr 2024 wurde von den sechs IHKs im Ruhrgebiet veröffentlicht. Es gibt zwar nicht weniger, aber dafür kleinere Geschäfte: so lautet das Fazit des neuen Handelsreports. Die IHKs im Ruhrgebiet zeigen mit dem Bericht, welche Trends es im regionalen Einzelhandel gibt. Dafür sammelten sie in ihren Bezirken Daten aller Einzelhändler mit einer Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern oder höher. Verglichen mit 2022 ist die Zahl der Betriebe gleichgeblieben. Die Verkaufsfläche ist allerdings um fast 100.000 Quadratmeter geschrumpft. Eine Ausnahme gibt es bei den Lebensmittelgeschäften: vor allem Discounter werden immer größer. Die Leerstandsquote ist leicht gestiegen. Besonders in den Innenstädten fallen die leeren Geschäfte auf: wenn große Kaufhäuser schließen, ist eine Nachnutzung oft schwer.
Im Fokus des diesjährigen Handelsreports steht die Frage, wie es um innerstädtische Shoppingcenter in großen Städten des Ruhrgebiets steht. Haben sich die Erwartungen erfüllt? Welche Erkenntnisse konnten in den letzten Jahren gewonnen werden? Mit Blick auf die vergangenen Jahre wird klar: Die Ausgewogenheit von Innenstädten sollte bei der Betrachtung im Zentrum stehen.
Stadtteil-Specials: Lokale Highlights
Stadtteil-Specials: Im IHK-Magazin "meo" werden regelmäßig Stadtteile und einzelne Unternehmen vorgestellt. In 2024 ging es um Oberhausen-Osterfeld:
Daniel Lübbe und Manuela Krey, 1. und 2. Vorsitzende der Werbegemeinschaft Osterfeld, stellten den Stadtteil mit seinen Stärken und besonderem Zusammenhalt vor. In der Online-Ausgabe zeigten sich Unternehmen aus Oberhausen-Osterfeld und zeigten, warum sich ein Besuch im Stadtteil lohnt.
Stadtentwicklung, Planung & Mobilität
Stadthafen Essen: IHK bringt Wirtschaft und Verwaltung an einen Tisch
2024 organisierte die IHK zu Essen zwei moderierte Gesprächsrunden zu aktuellen Herausforderungen im Schienengüterverkehr sowie bei Großraum- und Schwertransporten.
Ziel war es, betroffenen Unternehmen eine Plattform zum Austausch mit Verwaltung und Infrastrukturbetreibern zu bieten. Die Resonanz zeigte: Der Bedarf an besserer Abstimmung und Koordination im dicht belasteten Wirtschaftsraum Ruhr ist hoch.
Verlässliche und leistungsfähige Straßeninfrastruktur erforderlich
Die Sperrung der A42-Brücke Anfang 2024 machte die Defizite in der Verkehrsinfrastruktur der Region deutlich. Gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen initiierte die IHK zu Essen eine Erklärung von 18 Wirtschaftsorganisationen, die landespolitisch Beachtung fand.
In Informationsveranstaltungen mit der EWG wurden Unternehmen über Auswirkungen und Umleitungsregelungen informiert. Im August übergaben die Ruhr-IHKs einen 10-Punkte-Plan an Verkehrsminister Krischer – mit klaren Forderungen zu Planungsbeschleunigung und Baustellenkoordination.
Zertifizierung Fahrradfreundlicher Arbeitgeber
Im September 2024 wurde die IHK zu Essen als erste Industrie- und Handelskammer bundesweit mit dem Zertifikat „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in Silber ausgezeichnet. Verliehen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) im Rahmen eines umfassenden EU-weiten Zertifizierungsverfahrens
Mit der erfolgreichen Zertifizierung in Silber unterstreicht die IHK zu Essen ihre Vorbildrolle – nicht nur als Sparringspartner für die Wirtschaft, sondern auch als attraktiver Arbeitgeber mit Haltung, die Mobilitätswandel selbst lebt, statt ihn nur zu fordern. Damit setzt sie ein starkes Zeichen – für mehr Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit in der Region.
IHK startet mit Einstiegsberatung „Betriebliches Mobilitätsmanagement“
Seit 2024 bietet die IHK zu Essen erstmals eine kostenfreie Einstiegsberatung zum betrieblichen Mobilitätsmanagement an – und reagiert damit gezielt auf die wachsenden Anforderungen an Unternehmen in der Metropole Ruhr im Kontext von Klimaschutz, Arbeitgeberattraktivität und Effizienzsteigerung.
Mit dem erfolgreichen Start dieser neuen Beratungsleistung setzt die IHK zu Essen ein starkes Signal: für nachhaltige Mobilität, wirtschaftliche Effizienz und eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur in der Region. Auch im kommenden Jahr wird das Angebot fortgeführt und weiterentwickelt.
Gemeinsam für nachhaltige Mobilität: Mobilitätspartnerschaften mit Essen und Oberhausen verlängert
2024 wurden die Mobilitätspartnerschaften in Essen und Oberhausen erfolgreich verlängert. Die IHK zu Essen begleitet das Netzwerk weiterhin aktiv als Gründungspartnerin und Impulsgeberin.
Ziel bleibt eine wirtschaftsnahe, klimafreundliche Mobilitätsplanung – getragen von Dialog, Verlässlichkeit und gemeinsamer Verantwortung.
IHK-Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur
Auch im Jahr 2024 tagte der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur der IHK zu Essen, um aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen rund um Verkehr, Logistik und Infrastruktur in der MEO-Region zu beraten.
Zwei Schwerpunktthemen standen in diesem Jahr besonders im Fokus: Der anhaltende Fachkräftemangel im Verkehrsgewerbe sowie der Umstieg auf alternative Antriebstechnologien wie Wasserstoff, Elektromobilität und HVO 100. Die Diskussionen verdeutlichten, wie sehr die Transformation der Mobilität auch die betriebliche Realität verändert – vom Fuhrpark über Qualifikationsanforderungen bis hin zur Tank- und Ladeinfrastruktur.
IHK stärkt Dialog mit dem Taxen- und Mietwagengewerbe
Die IHK zu Essen hat sich mit Taxiunternehmern sowie Taxizentralen aus der MEO-Region sowie Verbandsvertretern getroffen, um sich zum Thema Fachkräftemangel im Taxengewerbe auszutauschen. Auf Basis des Gesprächs wurde ein Infoblatt zur Tätigkeit als Fahrer/in im Taxen- und Mietwagenverkehr erstellt. Es wurde Mitarbeiter/innen der Agentur für Arbeit/der JobCenter in der MEO-Region zur Verfügung gestellt, um auch die Möglichkeiten zur Aufnahme einer Fahrertätigkeit in diesem Gewerbezweig aufzuzeigen und zu sensibilisieren. Die Hürden sowie der erforderliche Kostenaufwand für den Einstieg in den Fahrerberuf sind – im Vergleich zum Güterkraftverkehrs- und Omnibusbereich - vergleichsweise gering.
Im August 2024 hat die IHK zu Essen gegenüber der Stadt Mülheim an der Ruhr eine Stellungnahme zu einem Antrag auf Erhöhung des Mülheimer Taxitarifs abgegeben. Die IHK zu Essen werden von den jeweiligen Städten gutachtlich zu derartigen Anträgen gehört und können als Grundlage für die Entscheidungsfindung über den Antrag in der Verwaltung, dem jeweiligen Ausschuss sowie dem Rat der Stadt dienen.
IHK bringt sich aktiv im Forum für Verkehrs- und Brückenmanagement ein
Mit Blick auf den immensen Modernisierungsbedarf der Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen hat die Bezirksregierung Düsseldorf 2023 das „Forum für Verkehrs- und Brückenmanagement“ ins Leben gerufen – eine Plattform, die den intensiven Austausch zwischen Verwaltung und Wirtschaft ermöglichen und gezielt Impulse für ein besser koordiniertes Baustellen- und Risikomanagement geben soll.
Die IHK zu Essen hat sich in diesem Rahmen klar positioniert: Ein funktionierender Wirtschaftsverkehr ist Grundvoraussetzung für Wachstum und Beschäftigung – insbesondere in einer industriell geprägten Region wie der Metropole Ruhr. Die wiederholte Sperrung kritischer Knotenpunkte, fehlende Abstimmung von Baumaßnahmen und mangelnde digitale Transparenz belasten Betriebe zunehmend und gefährden Lieferketten wie Kundenerreichbarkeit.
Austausch mit Straßen.NRW und der Autobahn GmbH des Bundes
Im Herbst 2024 nahm die IHK zu Essen an einem hochrangig besetzten Informationsaustausch in der Landesverkehrszentrale NRW (LVZ) in Leverkusen teil. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH des Bundes stand die baulastträgerübergreifende Baustellenkoordination im Mittelpunkt des Treffens.
Die LVZ, künftig Teil des Mobilitätscampus NRW, entwickelt sich zunehmend zur zentralen Steuerungsinstanz für Verkehrsmanagement und -information in Nordrhein-Westfalen. Themen wie digitale Verkehrssteuerung, Tunnelüberwachung, der Ausbau vernetzter Verkehrssysteme sowie die frühzeitige Abstimmung von Baumaßnahmen zwischen Land, Bund, Kommunen und weiteren Infrastrukturanbietern wurden intensiv diskutiert.
Als IHK haben wir die Perspektive der Wirtschaft eingebracht – insbesondere die zunehmende Belastung durch parallele Baustellen und unzureichend abgestimmte Maßnahmen in der Region. Eine engere Abstimmung zwischen Baulastträgern, frühzeitige Transparenz und die konsequente Nutzung digitaler Werkzeuge sind zentrale Bausteine, um Wirtschaftsverkehre besser zu steuern und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Drei Fragen an: Stefanie Mühlenbeck
Wie lange bist du in der IHK und was sind deine Aufgaben?
Seit 2013 bin ich bei der IHK zu Essen. Meine Kernaufgaben liegen in der Betreuung der Bereiche Dienstleistungen und Tourismus. Außerdem bin ich Teil des Projektteams Nachhaltigkeit und Co-Betreuerin des Netzwerks "Zukunft MEO".
Was war dein bisher spannendstes Projekt?
Mein Herz schlägt für die Initiative "Grüne Impulssetzer". Dieses Projekt umfasste eine Reihe von Aktivitäten, darunter ein Webinar und mehrere Unternehmensinterviews, die sich auf nachhaltige Maßnahmen konzentrierten. Der Höhepunkt war eine Veranstaltung, die eindrucksvoll zeigte, wie Nachhaltigkeit als Chance für Unternehmen genutzt werden kann. Besonders an der Veranstaltung war, dass wir viel bewegen konnten – nicht nur im Bewusstsein der Unternehmen, sondern auch durch mehrere anknüpfende Projekte. Es war ein tolles Gefühl, einen solchen spürbaren Sinn und Erfolg in meiner Arbeit zu sehen!
Was machst du, wenn du nicht bei der IHK bist?
Nach der Arbeit verbringe ich als zweifache Mutter gerne Zeit mit meiner Familie und unserem Hund. Wir unternehmen regelmäßig kleine und große Ausflüge und genießen dabei intensive Familienzeit. Ich liebe es, mein Zuhause zu gestalten und handwerkliche Projekte umzusetzen. Wofür mein Herz außerdem schlägt? Warme Tage, die wir in einem gemütlichen Restaurant ausklingen lassen, spannende Urlaube und lange Spaziergänge in der Natur!
Unternehmensförderung
Das Gründungsgeschehen prägt die wirtschaftliche Entwicklung der MEO-Region maßgeblich, indem Neugründungen als Katalysator für die digitale Transformation dienen und Arbeitsplätze schaffen.
Die IHK mit ihrem STARTERCENTER NRW Essen war wichtiger Ansprechpartner für Fragen zur Gründung, Unternehmensförderung, Finanzierung und Internationalisierung. Sie stärkt die Gründungsszene nachhaltig und unterstützt bei der Nachfolgeregelung, um die Region zu einem Gründungshotspot mit überregionaler Strahlkraft zu machen und die lokale Wirtschaft nachhaltig zu unterstützen.
Neben der achtteiligen Webinarreihe „Fokus Unternehmensnachfolge“ in Zusammenarbeit mit den IHKs in NRW wurde gemeinsam mit der IHK mittleres Ruhrgebiet ein Webinar zur Nachfolgefinanzierung angeboten. Der mittlerweile fest etablierte „Sprechtag Unternehmensbewertung“ konnte in Zusammenarbeit mit der IHK mittleres Ruhrgebiet und der IHK Dortmund dreimal angeboten werden.
Mit dem IHK-Nachfolgepool wird Nachfolgeinteressierten ein Tool geboten, um NRW-weit Nachfolger und Abgeber über einen Matchingprozess zusammenzuführen. Der im Dezember veröffentlichte IHK-Nachfolgereport NRW beleuchtet die Situation der Unternehmensnachfolge in NRW aus zwei relevanten Perspektiven: Die Auswertung der Zahlen zeigt den hohen Anteil von 48 % der eigentümergeführten Familienunternehmen, deren Inhaberinnen und Inhaber älter als 55 Jahre sind. Die ergänzende Umfrage unter den Familienunternehmen zeigt deutlich, wie komplex ein Generationenwechsel ist.
Auch neue Innovationen wurden gestärkt. Durch die Vernetzung von Bestandsunternehmen und StartUps ermöglicht die IHK der MEO-Region Zugang zu innovativen Produkten und Angeboten und treibt die Wirtschaft damit aktiv voran.
Auch die Nachhaltigkeitstransformation war ein wichtiges Thema im vergangenen Jahr und wird dies auch in den nächsten Jahren bleiben.
Gesundheitswirtschaft
Das 9. Essener Gesundheitsforum – unterstützt von der IHK und weiteren Partnerinnen und Partnern – fand am 21. September 2024 in der Messe Essen unter dem Motto „Essen.Gesund.Nachhaltig – Best Practices und Ausblicke“ statt. Im Mittelpunkt standen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien. Fachliche Impulse setzten Vorträge und Diskussionen zu Themen wie integrative Medizin, Digitalisierung und nachhaltige Entwicklungen im Gesundheitswesen. Die IHK zu Essen ist von Beginn an Partnerin des Forums und war auch in diesem Jahr Jurymitglied für den Sonderpreis des Vereins „Essen.Gesund.Vernetzt. – Medizinische Gesellschaft e. V.“ in der Kategorie „Gesundheit und Bildung“. Der Preis ging an die Contilia Akademie mit ihrem Fachlehrgang zur kardiologischen Fachassistenz.
Kreativwirtschaft
IHK-Branchentreff NRW
Am 15. März trafen sich Kreative und Fachleute zum 11. Branchentreff, bei dem es darum ging, wie eine lebendige Kultur- und Kreativwirtschaft für attraktive Strukturen vor Ort sorgen kann. Explizit wurde die Frage gestellt und beantwortet, wie die Innenstadt von der kreativen Szene profitieren kann.
Salon Des Creatéurs – zu Gast in der IHK
Gemeinsam mit der EWG und dem Netzwerk KURTI holten wir am 26. Mai den Salon Des Creatéurs nach Essen. An diesem Tag stellten innovative Start-ups ihre Ideen in spannenden Pitches vor. Eine fachkundige Jury wählte Glim Skin, die sich für Meta Maniacs aus Essen als Partneragentur entschieden, um das gewonnene Budget von 5.000 Euro in die Vermarktung ihres Produktes zu investieren.
Dienstleistungen
Im Rahmen des Projekts „Grüne Impulssetzer“ fand am 20. August 2024 ein Webinar zur Nachhaltigkeit im Gastgewerbe statt. Unternehmerinnen und Unternehmer erhielten praxisnahe Einblicke, wie Nachhaltigkeit im Gastgewerbe umgesetzt werden kann – von Abfallmanagement bis zur Kommunikation. Das Webinar bot konkrete Handlungsempfehlungen zur Kosteneinsparung, der Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Marktpositionierung.
Zahlen aus dem Bereich Gewerberecht
Im Jahr 2024 führte die IHK zu Essen 114 Erlaubnisverfahren für Versicherungs-, Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittler durch.
Termine 2024
Datum:
Veranstaltung:
24.01.2024
Kreativ trifft Katja Heinrich – „Auftreten und Wirkung
29.02.2024
Gründungsforum
11.04.2024
Kreativ trifft Melanie Hundacker – „Optimismus in herausfordernden Zeiten“
23.04. - 25.04.2024
Start.Up!Germany Tour
29.04.2024
Tag des Gastgewerbes
13.06.2024
Unternehmen – sicher -digital
25.06.2024
Kreativ trifft Sylvia Kupers – „Fehler als essenzielle Impulse“
29.07.2024
Webinar Sustainable Finance
06.09.2024
Gründermesse
26.09.2024
Netzwerkabend „MEO goes EXPO REAL“
14.10.2024
Naturnahes Werksgelände
12.11.2024
Kreativ trifft Jonas Heidebrecht – „Die Welt der Graphic Recordings“