Die Trends im internationalen Geschäft

DIHK-Außenwirtschaftsreport 2026

Das Umfeld für deutsche Exporteure wird nicht einfacher. Handelskonflikte und -hürden sowie geopolitische Spannungen erschweren das internationale Geschäft. Der DIHK-Außenwirtschaftsreport 2026 verdeutlicht, wie sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen verändern.
Grundlage für den Report ist eine Umfrage unter den 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) zu deren Bescheinigungsdienstleistungen und Beratungsschwerpunkten im Bereich der Außenwirtschaft.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Digitale Ursprungszeugnisse: 2025 wurden 1,03 Millionen Ursprungszeugnisse ausgestellt, 93 Prozent davon elektronisch beantragt. Seit September 2025 wurden bereits 119.000 Ursprungszeugnisse volldigital ausgestellt.
  • Carnets für temporäre Ausfuhren: 21.481 Carnets wurden 2025 ausgestellt, der Warenwert lag bei rund 2 Milliarden Euro. Deutschland belegt weltweit Rang drei bei der Carnet-Ausstellung. Ab Juni 2026 wird das Carnet-Verfahren in der EU, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und Norwegen digitalisiert.
  • Handelskonflikte und Sanktionen: Für fast zwei Drittel der IHKs war die Beratung zur US-Handelspolitik der Schwerpunkt im Jahr 2025. Die Russland-Sanktionen bleiben ein zentrales Thema, auch wenn sich der Beratungsaufwand leicht entspannt hat. Das China-Geschäft gewinnt an Bedeutung, insbesondere bei Exportkontrollen und Lieferkettenstabilität.
  • Nachhaltigkeitsregulierung: 37 Prozent der IHKs verzeichneten einen hohen Beratungsaufwand zur Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (European Union Deforestation Regulation, EUDR). Beim Kohlenstoffdioxid-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) gaben fast 50 Prozent der IHKs erhöhten Beratungsbedarf an.
  • Zollreform und elektronischer Handel: Die EU hat die Zollbefreiung für Pakete unter 150 Euro abgeschafft. Ab Juli 2026 gilt eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenposition. Die DIHK setzt sich für Vereinfachungen im Zollrecht und in den Zollverfahren ein.
  • Handelsabkommen: Rund 13 Prozent der IHKs nannten "Warenursprung, Präferenzen und Handelsabkommen" als eines der drei wichtigsten Beratungsthemen. 2025 wurden Verhandlungen mit Mercosur, Indien, Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indonesien vorangetrieben.

Die Komplexität steigt

Diese Zahlen zeigen: Das internationale Geschäft deutscher Unternehmen ist geprägt von wachsender Komplexität. Einerseits erleichtern digitale Verfahren wie das volldigitale Ursprungszeugnis und das künftig digitale Carnet-Verfahren den grenzüberschreitenden Warenverkehr erheblich. Andererseits belasten Handelskonflikte – insbesondere mit den USA –, weitere Sanktionen gegen Russland, verschärfte Exportkontrollen gegenüber China und neue Nachhaltigkeitsvorgaben die Unternehmen massiv.

Klare Regeln und Verfahren nötig

Die DIHK bündelt diese Erfahrungen aus der Beratungspraxis, um gegenüber der Politik in Berlin und Brüssel auf praxistaugliche, rechtssichere und digital verfügbare Regelungen zu drängen. Ziel ist es, den Außenhandel nicht zu bremsen, sondern zu ermöglichen – durch klare Regeln, abgestimmte Sanktionsregime und moderne, medienbruchfreie Verfahren.
Sie finden die gesamten Umfrageergebnisse hier zum Download.