IHK Köln

Positionspapier zur Landtagswahl: IHK Köln für ein besseres NRW

Nordrhein-Westfalen ist ein starker Industrie-, Logistik- und Innovationsstandort. Das muss so bleiben. Doch dafür sind unsere Unternehmen auf verlässliche und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen angewiesen. Die folgenden 4 Themenfelder sind dafür zentrale Handlungsfelder der kommenden Legislaturperiode.

1. Für sichere Energie und einen gelungenen Strukturwandel

Energie ist der Schlüsselfaktor für unsere Wirtschaft: Sie muss planbar und sicher sein und zu international wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen. Damit der Kohleausstieg gelingen kann, müssen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Voraussetzung ist in NRW der Bau von 8 oder mehr grundlastfähigen Gaskraftwerken mit einer Leistung von 8 Gigawatt, um die grundlastfähigen Kohlekraftwerke zu ersetzen. Für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren, aber auch um die Unternehmen stärker zu elektrifizieren, müssen die Netze erheblich ausgebaut werden. Vor allem aber braucht NRW eine mit dem Bund gemeinsam entwickelte und abgestimmte Kraftwerksstrategie und einen neuen, realistischen Zeitplan, nach dem neue Kraftwerke gebaut und die Kohlekraftwerke ersetzt werden können.
Wir setzen uns dafür ein, dass der Strukturwandel im Rheinischen Revier zum Erfolg wird. Entscheidend dafür ist die Schaffung neuer Industriearbeitsplätze. Die zurzeit noch vorhandenen 15.000 Arbeitsplätze rund um die Kohle müssen ersetzt und neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu ist es wichtig, die zweite Förderphase aus den Strukturmitteln des Bundes ab 2027 konsequent auf die Gewinnung unternehmerischer Investitionen auszurichten.

2. Für eine moderne Infrastruktur und bessere Mobilität

NRW ist der zentrale Verkehrs- und Logistikstandort Westeuropas. Diese Rolle muss gestärkt werden. Hierfür ist es wichtig, dass die nächste Landesregierung mehr in Infrastruktur investiert, Projekte beschleunigt, bei Projekten in Bundesverantwortung konstruktiv mitwirkt und Landesinteressen gegenüber dem Bund energisch vertritt.

3. Für mehr Fachkräfte und eine starke berufliche Bildung

NRW braucht zusätzliche Fachkräfte, um die demografische Entwicklung zu meistern. Die Schlüssel dazu liegen in der erfolgreichen Bildung von jungen Menschen, der Mobilisierung von Erwerbspersonen und der Zuwanderung von Arbeitskräften.

4. Für Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungen

Weniger Bürokratie beflügelt Innovationen, macht Unternehmen agiler, senkt Kosten und erhöht die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts. Unser Ziel ist es deshalb, dass NRW innerhalb Deutschlands das Land mit dem geringsten bürokratischen Aufwand und den schnellsten Verfahren wird. Dabei sind die drei vor der Sommerpause vorgelegten Gesetzentwürfe zur Entbürokratisierung ein guter Anfang, weitere Schritte müssen folgen.