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Nr. 7174368
IHK-Branchentreff Gastro, Handel und Tourismus, 14. September 2026

Auf den persönlichen Kontakt kommt es an

Beim IHK-Branchentreff Gastro, Handel und Tourismus berichten Kölner Unternehmer von den Herausforderungen des Alltags und den Lösungen, die sie gefunden haben.
Mehrmals pro Jahr bringen wir in der IHK Menschen zusammen, die in Gastronomie, Handel oder Tourismus aktiv sind. Ziel ist es, sich über die aktuellen Herausforderungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Dieses Mal waren Jan C. Maier (maiBeck FÜR DICH), Dorothee Junck (Buchladen Neusser Straße) und Nina Luig (KD) zu Gast. Außerdem sprach Dr. Markus Preißner von IFH Köln (Marktforschung) über das Handelsszenario 2030+.
Im Moment gibt es wahrlich keinen Mangel an Herausforderungen.
"Viele können wir nicht beeinflussen, aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen“, sagte Mariska Hoffmann zur Begrüßung. Alle hätten unterschiedliche Probleme zu managen und unterschiedliche Lösungen dafür, aber alle hätten eine Frage gemeinsam: „Wie bleiben wir als Unternehmen erfolgreich, wenn sich die Bedingungen um uns verändern?“

Charakter ebenso wichtig wie fachliche Kompetenz

Jan C. Maier von MaiBeck FÜR DICH beschäftigt vor allem der Fachkräftemangel. Vor allem seit Corona sei es schwierig, in der Gastronomie und auch im Einzelhandel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Sein Tipp: Nicht immer nur den bekannten Weg gehen und nach Personal mit der klassischen Ausbildung suchen, sondern alle Möglichkeiten analysieren “und das Angebot an die Menschen anpassen, die bereit sind, zu arbeiten.” Konkret heißt das bei ihm, nicht nur auf die fachliche Kompetenz zu schauen, sondern auch auf soziale Kompetenz und Motivation, also auf die persönlichen Skills. Gerade in Zeiten von KI seien Charakter und Persönlichkeit wichtig. Auch könne die Arbeit flexibler an die jeweiligen Fähigkeiten angepasst werden. “Deshalb sprechen wir bei Interesse an einem Job erstmal mit Menschen, die bei uns arbeiten möchten und finden dann heraus, wo man sie einsetzen könnte”, berichtete er.

Menschen sind dankbar für Nähe

Dorothee Junck betreibt den Buchladen Neusser Straße in Nippes und berichtete darüber, wie sie sich gegen die großen Filialisten behauptet. Auch ihr Erfolgsrezept ist die persönliche Begegnung. “Unsere Kunden kommen nicht nur für ein Buch, sondern auch für Vertrauen, Orientierung, Überraschung und Begegnung. Wir empfinden uns als Dorfbrunnen der aktuellen Zeit. Gerade in den digitalen Zeiten sind Menschen dankbar für Nähe”, hat sie festgestellt.
Um diese Nähe herzustellen, bietet sie in ihrem Buchladen zum Beispiel einen Escape Room, Signierstunden mit Autorinnen und Autoren und ein Treffen an, bei dem sich Lese-Begeisterte über bestimmte Bücher austauschen können. Außerdem kann man bei ihr Bücher online bestellen und dann in verschiedenen Läden im Veedel abholen.

Persönliche Begegnungen wichtiger denn je

Bei Nina Luig von der KD ging es darum, wie man ein 200 Jahre altes Unternehmen so digitalisiert, dass alle Beteiligten den Weg mitgehen und verstehen, warum das gut ist. “Die Leitfrage lautet: Wie verändert man sein Unternehmen, ohne das Fundament zu zerstören”, betont Nina Luig. Digitalisierung habe übrigens nichts mit IT zu tun, sondern bedeute, alle Wege zum Gast vom Ticketkauf bis zum Bezahlen zu digitalisieren, aber – ganz wichtig – “nicht das, wofür wir als KD stehen. Denn Gastfreundschaft, das Menschliche und persönliche Begegnungen sind wichtiger denn je”, so Luig.

Besondere Erlebnisse im Laden schaffen

Dr. Markus Preißner, wissenschaftlicher Leiter IFH Köln, befasste sich mit dem Handelsszenario 2030+. Aktuell entwickle sich besonders der stationäre Einzelhandel immer weiter zurück, während der Onlinehandel stetig wachse. Der Handel müsse deshalb die Kundenzentrierung ernst nehmen, Mut zu neuen Formaten haben, den Service professionalisieren und die Aufenthaltsqualität im Laden verbessern. Auch sinnvoll sei es, sich im Veedel zu vernetzen und die Innenstadt aktiv mitzugestalten.