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Nr. 7183414

#Brückenkrise – Der Zustand der Brücken im Rheinland ist ein massives Standortrisiko

Der Zustand der Brücken in unserer IHK-Region und im gesamten Rheinland – von Koblenz bis Emmerich – hat sich zu einem massiven Standortrisiko entwickelt, das weit über die Region hinausstrahlt.
Auf jeder entscheidenden Autobahnstrecke über den Rhein sowie von und zu den Seehäfen ist mindestens eine Brücke in kritischem Zustand.
Im Klartext heißt das: Auf jeder Route muss mit Gewichtsbeschränkungen zunächst für den Schwerlastverkehr, später auch für den allgemeinen Güterverkehr und schlimmstenfalls sogar mit weiteren Sperrungen gerechnet werden.
Deshalb fordert die IHK Köln: Verkehrsinfarkt abwenden. Brückensanierung beschleunigen und bis 2040 abschließen!

Die Lage auf einen Blick

  • Juni 2026: Die Bonner Nordbrücke (A565) wird ohne Vorwarnung voll gesperrt – fünf Jahre nach der Rahmedetalbrücke wiederholt sich das Szenario.
  • A4 Eifeltor: Überfahrverbot über 44 t seit Ende April 2026, zeitweise Sperrung für Lkw über 7,5 t, heute nur mit Schrankenanlage offen zu halten.
  • Jede Rheinroute betroffen: Auf jeder entscheidenden Autobahnstrecke über den Rhein und zu den Seehäfen ist mindestens eine Brücke in kritischem Zustand.
  • Drohender Verkehrsinfarkt: Kommen Lkw-Beschränkungen an den Zufahrten der Leverkusener Brücke, gibt es zwischen Koblenz und Düsseldorf keine funktionierende Ost-West-Querung für den Güterverkehr mehr.
  • 1.012 Unternehmen befragt: 67,5 % sind von der Bonner Nordbrücke betroffen, 57,4 % von der Lage am Eifeltor, 38,1 % melden starke Kostenfolgen.
  • Zu langsam: Nach aktuellem Fahrplan wird die Zoobrücke erst nach 2040 saniert. Die IHK fordert den Abschluss aller Kölner Rheinbrücken bis spätestens 2040.

Fällt eine Brücke aus, staut sich die ganze Region

Der Verkehr verschwindet nicht. Er drückt auf andere Autobahnen, Stadtstraßen und die Kölner Rheinbrücken – die selbst längst eingeschränkt sind. Eine Brücke ist nicht nur Beton und Stahl: Sie ist Arbeitszeit, Lieferkette, Kundentermin und Standortqualität.

Umfrage: Unternehmen verlieren Zeit, Geld und Planungssicherheit.

1.012 Unternehmen haben sich bis zum 27. Juli an der IHK-Impuls-Umfrage beteiligt. Das Ergebnis: Die Brückenkrise reicht weit über den Sperrort hinaus. Wer im Stau steht, liefert nicht aus, repariert nicht, pflegt nicht – und die Kosten laufen weiter.

Alternativen: Fehlanzeige! Kein Verkehrsträger kann die anderen auffangen

Wenn Straße, Schiene und Wasserstraße gleichzeitig an Leistung verlieren, wird aus einzelnen Engpässen ein systemisches Risiko für die regionale Wirtschaft.

Raus aus der Reparaturspirale – Was die IHK Köln fordert

Nicht mehr Bauwerk für Bauwerk reagieren, sondern das gesamte Netz planen, finanzieren und parallel erneuern. Die Geschwindigkeit beim Neubau der Rahmedetalbrücke muss zum Standard werden.

Unser 10-Punkte-Plan

  1. Kritische Brücken im Rheinland mit höchster Priorität sanieren und ersetzen.
  2. Kommunale Kölner Rheinbrücken schneller und überlappend sanieren.
  3. Severinsbrücke, Deutzer Brücke und Zoobrücke bis spätestens 2040 abschließen – Modell "Rheinbrücken 2040".
  4. Planung und Bau bündeln, funktional ausschreiben, Verfahren beschleunigen.
  5. Rheinspange A553 als Resilienzprojekt für Köln/Bonn vorantreiben.
  6. Bahnknoten Köln, Westspange und zentrale Schienenkorridore schneller ausbauen.
  7. Niedrigwasser und Binnenschifffahrt in die regionale Logistikstrategie einbeziehen.
  8. Baustellen, Sperrungen und Umleitungen verkehrsträgerübergreifend koordinieren.
  9. Unternehmen frühzeitig, kompakt und verlässlich informieren.
  10. Verbindliche Meilensteine für Planung, Vergabe, Baubeginn und Fertigstellung veröffentlichen.

Die Wirtschaft kann Umwege fahren. Aber nicht dauerhaft.

Bund, Land, Kommunen, Autobahn GmbH und Deutsche Bahn müssen jetzt liefern: mit klaren Prioritäten, verbindlichen Zeitplänen, schneller Umsetzung und verlässlicher Information.