IHKplus. Das Magazin
Nr. 7007114
IHKplus 2026-1

SOS: Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit!

Der Neumarkt. Eher ein Symbol für Drogenkonsum und Verwahrlosung als eine attraktive Visitenkarte der Stadt Köln. Anwohner und Gewerbetreibende sind nicht nur genervt von den dortigen Zuständen, sie leben zum Teil in Angst. Und merken die Folgen.
„Der dysfunktionale Drogenkonsumraum hat für wirtschaftliche Schäden für ansässige Gewerbetreibende gesorgt“, sagt zum Beispiel Daniel Niklas, Geschäftsführer des Sanitätshauses Stortz. „Das sind untragbare Zustände im Herzen von Köln. Wir Gewerbetreibende werden in ‚Beugehaft‘ genommen durch die offene Drogenszene und die Auswirkungen auf das tägliche Geschäft. Es ist ein Sozialexperiment mit extremen wirtschaftlichen Schäden für Gewerbetreibende.“
Zwar soll der Drogenkonsumraum am Neumarkt schließen und spätestens Ende 2026 am Perlengraben unweit der Severinsbrücke neu eröffnen, so der Plan von Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD). Doch der neu zusammengesetzte Rat der Stadt Köln hat noch viel Arbeit vor sich, um den allgemeinen Zustand in der Millionenmetropole wieder zu verbessern. Dazu hat die Vollversammlung der IHK Köln mit breiter Mehrheit die Resolution „Neue Verantwortung, neue Chancen: Kölns wirtschaftliche Zukunft entschlossen gestalten“ verabschiedet.
Die zentrale Forderung: „Köln muss in den Bereichen Ordnung, Sicherheit und Stadtbild wieder zu den führenden Großstädten aufschließen.“ Dazu benötigt es eine konsequente Durchsetzung bestehender Regeln und Konzepte und eine Personaloffensive bei Ordnungs- und Sicherheitskräften: offene Stellen müssen besetzt, Kapazitäten ausgebaut werden. Zudem fordert die Vollversammlung der IHK Köln einen Strategiewechsel im Umgang mit offener Drogenszene und Anwendung erprobter Modelle, die Hilfsangebote mit klaren Regelungen für den öffentlichen Raum verbinden.
Voraussetzung dafür: eine funktionierende Stadtverwaltung. In der Resolution wird konstatiert: „Köln leidet seit Jahren unter einem strukturellen Entscheidungsnotstand in Rat und Verwaltung.“ Die Strukturen müssen hinterfragt und die Prozesse digitalisiert werden.
Die Resolution ist ein Angebot zur Zusammenarbeit: „Wirtschaft darf nicht am Ende der Planungskette stehen und mit den Konsequenzen leben müssen, sondern muss aktiv in die Konzeptionsphase eingebunden werden. Das spart Ärger auf beiden Seiten und Steuergeld für notwendige Korrekturen, die aktuell regelmäßig durch eine Nicht-Einbindung entstehen.“, heißt es darin.
© IHK Köln
Jörg Löbker
Pressesprecher | Kommunikation