Außenhandel bleibt unter Druck

Going International 2026: Außenwirtschaft im Wandel

Im Zeitraum vom 2. bis zum 13. Februar 2026 haben knapp 70 Unternehmen aus dem IHK‑Kammerbezirk Koblenz an der seit 2012 jährlich durchgeführten Umfrage “Going International” teilgenommen. Bundesweit beteiligten sich knapp 2.400 Unternehmen.

Internationales Geschäftsumfeld bleibt angespannt

Die Ergebnisse zeigen ein insgesamt angespanntes Umfeld für internationale Geschäfte. Viele Unternehmen blicken 2026 zurückhaltend auf wichtige Weltregionen. Positiv werden nur wenige Märkte eingeschätzt – allen voran Indien sowie Teile Europas. Der Asien‑Pazifik‑Raum ohne China wird neutral bewertet. Zahlreiche andere Regionen, darunter die USA, China oder Nordafrika, schneiden dagegen spürbar schlechter ab. Das verdeutlicht eine wachsende Konzentration auf stabile und berechenbare Märkte.
Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr gibt es vereinzelt, etwa in Europa und Teilen Asiens. Gleichzeitig verschlechtern sich die Einschätzungen insbesondere für die USA und Nordamerika deutlich – ein Hinweis darauf, dass geopolitische und handelspolitische Rahmenbedingungen zunehmend als Belastung empfunden werden.

Mehr Handelshemmnisse im Auslandsgeschäft

Ein klarer Trend wird auch bei den Handelshemmnissen sichtbar: Immer mehr Unternehmen berichten von zusätzlichen Hürden im Auslandsgeschäft. Zölle, Zertifizierungspflichten und komplexe Sicherheits‑ und Exportvorgaben stehen dabei besonders im Vordergrund. Parallel dazu gewinnen regulatorische Anforderungen entlang der Lieferkette weiter an Bedeutung und binden zunehmend Ressourcen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im US‑Geschäft. Die Perspektiven fallen deutlich negativer aus als im Vorjahr, was vor allem auf wachsende Unsicherheit, zusätzliche Kosten im Zollverfahren und drohende neue Belastungen zurückgeführt wird. Viele Unternehmen reagieren darauf mit Zurückhaltung bei Investitionen und Exportaktivitäten.

Handelspolitik zwischen Chance und Skepsis

Auch bei den aktuellen handelspolitischen Initiativen zeigt sich ein gemischtes Bild. Während „Buy European“-Ansätze eher kritisch gesehen werden – vor allem wegen höherer Kosten und zusätzlicher Bürokratie – wird das geplante Mercosur‑Abkommen von vielen Betrieben als Chance bewertet. Vor allem bessere Marktzugangsmöglichkeiten und potenzielle Zollvorteile stehen hier im Vordergrund.
Die Struktur der Teilnehmenden macht deutlich, dass die Ergebnisse insbesondere den regionalen Mittelstand betreffen. Die meisten Unternehmen sind exportorientiert und auf verlässliche und möglichst unkomplizierte Rahmenbedingungen angewiesen.

Umfrageergebnisse herunterladen

Die kompletten bundesweiten Umfrageergebnisse stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung:
Going International 2026: Erfahrungen und Perspektiven der deutschen Wirtschaft im Auslandsgeschäft