Nr. 4651324
IHK-Initiative

HOGANEXT

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Gutes Personal für den eigenen Betrieb finden – und langfristig binden: Diese Herausforderung beschäftigt wohl fast alle Gastronomen und Hoteliers. Der Wettbewerb um Auszubildende, Arbeitskräfte, Aushilfen und Fachkräfte ist längst in vollem Gange, der branchenspezifische Arbeitsmarkt für das Gastgewerbe nahezu leergefegt. Wie lässt sich dieser Entwicklung entgegenwirken? Wo finden Gastronomen geeignete Arbeitskräfte? Wie gelingt es, Mitarbeiter an den Betrieb zu binden? Und welche Zielgruppen können Unternehmer neu ins Visier nehmen, um ihren Fachkräftebedarf zu decken?
Unter dem Dach von HOGANEXT wird die IHK Koblenz ab Februar 2020 unterschiedlichste Veranstaltungsformate anbieten, mit dem Ziel, dem massiven Personalmangel in der Branche zu begegnen. Der Wettbewerb um Auszubildende, Arbeitskräfte, Aushilfen und Fachkräfte ist längst in vollem Gang und wird sich künftig weiter massiv verschärfen.

Unsere aktuellen Veranstaltungen

 HOGANEXT – das Servicepaket für Attraktivität und Qualität der Ausbildung im Gastgewerbe (GBZ Koblenz)
Im Rahmen der unter HOGANEXT angebotenen Termine, Vorträge, Workshops und Veranstaltungen geht es darum, Antworten auf die dringlichsten Fragen der Branche zu geben. Folgenden Fragen gehen wir dabei konkret nach:
  • Welche geeigneten Maßnahmen und Ideen bestehen, dieser dramatischen Entwicklung entgegenzuwirken?
  • Wie rekrutieren Sie aktuell Ihr Personal?
  • Welche Entwicklungspotenziale haben Ihre Fachkräfte?
  • Betreiben Sie gezielte Nachwuchsförderung?
  • Wie sieht es aus mit der Integration von Flüchtlingen?
  • Beschäftigen Sie vermindert leistungsfähige Personen?
  • Unterstützen Sie die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen ins aktive Berufsleben?
  • Welche Rolle spielen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das Potenzial älterer Arbeitsnehmenden, die Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen für die Betriebsbindung und Weiterentwicklung des Personals in Ihrem Betrieb?
Um gemeinsam mit Unternehmern Antworten auf diese drängenden Fragen zu entwickeln, lädt die IHK Koblenz unter dem Dach der – von der IHK Trier initiierten – Initiative HOGANEXT ab Februar 2020 zu einer Reihe von Vorträgen, Workshops und Veranstaltungen ein.
Mit dem Format HOGANEXT möchten wir Gastronomen und Hoteliers für das immens wichtige Thema Personal sensibilisieren, Impulse vermitteln und ihnen eine Orientierungshilfe geben, um das Potenzial des inländischen Arbeitnehmermarkts besser auszuschöpfen, so das Ziel der Initiative. Ausgesuchte Best Practice-Beispiele als Erfolgsmodelle mit konkreten Maßnahmen bieten dabei wertvolle Denkanstöße.

Stimmen aus der Praxis

Uwe Steiniger, Klostergastronomie Marienthal
Für uns war Personalnot die Initialzündung, um verstärkt auf Ausbildung zu setzen. Inzwischen haben wir unter anderem zwei Köchinnen ausgebildet, die hier im Betrieb geblieben sind. Unsere Erfahrung: Wertschätzung, Vielfalt und Entfaltungsmöglichkeiten sind für die jungen Menschen am allerwichtigsten. Wir ermöglichen unseren Azubis deshalb beispielsweise Auslandspraktika in der Bourgogne. Für viele ist das eine seltene Chance, mal was von der Welt zu sehen, und sie kommen jedes Mal voller Ideen und Motivation zurück. Gleichzeitig beflügelt es unsere Mitarbeiter, wenn französische Praktikanten bei uns vor Ort sind. Sehr motivierend ist auch die Teilnahme an Wettbewerben. Die Jüngeren sehen, dass die Älteren dort glänzen, und freuen sich, wenn sie dann selbst an der Reihe sind. So entsteht Abwechslung im Arbeitsalltag – genau wie durch die Events, zu denen wir unsere Azubis immer wieder mitnehmen. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel mit einer Auszubildenden beim Festakt ‚70 Jahre NRW‘ gekocht, bei dem auch Prinz William zu Gast war. So ein Erlebnis ist natürlich etwas ganz Besonderes. Und nicht vergessen darf man auch die hervorragenden Aufstiegschancen in unserer Branche: Unsere Küchenchefin ist erst 19 Jahre alt. Die Gastronomie wird oft schlechtgeredet – mir ist es  eine Herzensangelegenheit, die schönen Seiten unseres Berufs aufzuzeigen.
Jörg Germandi, food hotel Neuwied
Fachkräfte gibt es kaum auf dem Markt – aber Mitarbeiter schon. Wir sind deshalb sehr offen für ganz unterschiedliche Zielgruppen, alleinerziehende Mütter zum Beispiel, Menschen aus schwierigen Lebensumständen oder Quereinsteiger. Allerdings achten wir darauf, dass die Bewerber aus Dienstleistungsberufen kommen. Zum Beispiel haben wir eine ehemalige Friseurin eingestellt, die heute aus unserem Service nicht mehr wegzudenken ist.
Wir versuchen, unsere Mitarbeiter individuell zu begleiten und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Einem ‚abgebrochenen Koch‘, der bei uns die Prüfung nachholt, zahlen wir den Führerschein, damit er auch mal zum Catering rausfahren kann. Oder kommt jemand vom Land nicht weg, weil der Bus nur einmal die Stunde fährt, passen wir die Arbeitszeiten entsprechend an und stellen auch mal ein Zimmer zum Übernachten zur Verfügung. Heute muss man einfach mehr Arbeit als früher in Mitarbeiter investieren. Aber der Einsatz zahlt sich aus: Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie sich auf uns verlassen können, und erzählen es anderen – Mund-zu-Mund-Propaganda ist auf dem regionalen Arbeitsmarkt viel wert. Außerdem haben gerade Menschen, denen man eine zweite Chance gibt, eine besondere Bindung zu ihrem Arbeitgeber.
Patrick Doll, monte mare Andernach
Unser Motto lautet „mit Menschen, für Menschen“ – wir möchten ein Netzwerk schaffen, in dem sich alle Anspruchsgruppen von monte mare wohlfühlen. Mit Blick auf unsere Mitarbeiter bedeutet das: Wir wollen ihr Zugehörigkeitsgefühl stärken und so die Fluktuation niedrig halten. Dafür gestalten wir beispielsweise die Arbeitsbedingungen möglichst angenehm und familienfreundlich, ob mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, langfristiger Dienst- und Urlaubsplanung oder unserem Betrieblichem Gesundheitsmanagement. Zugleich schauen wir, dass sich auch unsere Mitarbeiter die „Pause vom Alltag“ gönnen, die wir unseren Kunden ermöglichen wollen: Sie können all unsere Anlagen kostenfrei besuchen und dabei ihre Partner mitbringen. Auch der Bereich Qualifizierung und Qualitätssicherung ist bei uns ganz wichtig. So bieten wir Teamtrainings, individuelle Schulungen und Führungskräftefortbildungen an, und jedes Team trifft sich mindestens viermal im Jahr zu einem Reflexionsworkshop. Wir sind überzeugt: Wer sich gut kennt, arbeitet auch besser zusammen. Deshalb schaffen wir auch neben dem Job viele Gemeinschaftsmomente, vom Kochabend über gemeinsame Radtouren bis zum Backen für einen guten Zweck. An den hohen Teilnahmezahlen merken wir, dass unsere Mitarbeiter das Zusammensein bei diesen Events genießen.

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