IHK-Journal KOMPAKT
Nr. 7163814
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Unternehmensservice - Ausgabe 09-10/2026

Gute Ideen entstehen aus der Praxis

Mit der Auszeichnung „Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz“ werden Unternehmen geehrt, die ihren Beschäftigten hervorragende Rahmenbedingungen bieten und eine zukunftsorientierte Personalpolitik leben. Die BITO Lagertechnik GmbH zählt in diesem Jahr zu den ausgezeichneten Unternehmen. Personalleiter Raphael Müller erklärt im Interview, wie Mitarbeitende gefördert und eingebunden werden, welche Maßnahmen zur Fachkräftesicherung beitragen und welche Herausforderungen die Arbeitswelt von morgen bereithält.
Herr Müller, was macht BITO aus Ihrer Sicht zu einem attraktiven Arbeitgeber?
Als familiengeführtes Unternehmen verbinden wir langfristiges Denken mit einem wertschätzenden Miteinander. Unsere Mitarbeitenden erleben kurze Wege, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und einen starken Zusammenhalt. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit vielen Jahren bei BITO. Das schafft Vertrauen, Erfahrung und Stabilität.
Gleichzeitig sind wir offen für neue Ideen und Technologien. Mitarbeitende können die Entwicklung des Unternehmens aktiv mitgestalten. Diese Kombination aus Verlässlichkeit, familiärer Kultur und Innovationsfreude macht uns aus. Natürlich gibt es immer Themen, die wir weiterentwickeln können. Entscheidend ist, Herausforderungen offen anzusprechen und kontinuierlich
an guten Arbeitsbedingungen zu arbeiten.
Wie fördern Sie die Qualifizierung und Weiterentwicklung Ihrer Beschäftigten?
Weiterbildung und Lernen sind fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Wir bieten interne und externe Schulungen, strukturierte Einarbeitungs- und Onboardingprozesse sowie vielfältige Möglichkeiten zum Wissensaustausch. Ein internes Wiki, bereichsübergreifende Projekt- und Steuerkreise sowie die Zusammenarbeit mit dem BITO-Campus fördern den Wissenstransfer.
Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mitarbeitenden selbst. Über unser Ideenmanagement werden jährlich mehr als 200 Verbesserungsvorschläge eingereicht, von denen mehr als die Hälfte umgesetzt wird. Viele Innovationen entstehen direkt aus der Praxis. Weiterentwicklung verstehen wir deshalb als kontinuierlichen Prozess, den wir gemeinsam gestalten.
Wie gelingt es Ihnen, Mitarbeitende langfristig zu binden und neue Fachkräfte zu gewinnen?
Mitarbeitende bleiben, wenn sie Perspektiven sehen, Wertschätzung erfahren und Beruf und Privatleben miteinander vereinbaren können. Deshalb setzen wir auf langfristige Beschäftigungsperspektiven, flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitkonten, mobiles Arbeiten und individuelle Lösungen für unterschiedliche Lebenssituationen.
Zugleich investieren wir in moderne Arbeitsbedingungen und eine offene Unternehmenskultur. Für neue Fachkräfte ist neben den Aufgaben auch die Kultur eines Familienunternehmens attraktiv, in dem man Verantwortung übernehmen und etwas bewegen kann. Ein wichtiger Baustein ist außerdem unsere eigene Ausbildung. Auszubildende und dual Studierende werden früh an ihre späteren Aufgaben herangeführt und übernehmen häufig langfristig wichtige Rollen im Unternehmen.
Welche Bedeutung haben Kommunikation und Beteiligung für den Unternehmenserfolg?
Für uns sind transparente Kommunikation und Beteiligung wesentliche Bestandteile der Unternehmenskultur. Gute Entscheidungen entstehen häufig dort, wo unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen.
Mitarbeitende können sich über Feedbackgespräche, Mitarbeiterbefragungen, Ideenmanagement, Mitarbeiter-App, Shopfloor-Formate und die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat aktiv einbringen. Wichtig ist uns, dass Rückmeldungen nicht nur gesammelt werden, sondern möglichst sichtbar in Verbesserungen münden. Transparente Kommunikation bedeutet auch, offen über Herausforderungen zu sprechen. Nicht jede Idee lässt sich sofort umsetzen. Entscheidend ist, zuzuhören, Rückmeldungen ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. So entstehen Vertrauen, Akzeptanz für Veränderungen und eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen.
Welche Herausforderungen sehen Sie als Arbeitgeber in den kommenden Jahren?
Zu den größten Herausforderungen zählen die Fachkräftesicherung, der demografische Wandel, die technologische Entwicklung und der Wissenstransfer zwischen den Generationen. Deshalb beschäftigen wir uns frühzeitig mit
Nachfolgeplanung, Personalentwicklung und Wissenstransfer. Gleichzeitig investieren wir in Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Unser Ziel ist es, Technologie so einzusetzen, dass sie die Arbeit unserer Beschäftigten sinnvoll unterstützt.
Die Arbeitswelt wird sich weiter verändern. Wir setzen daher auf Lernbereitschaft, Weiterentwicklung und die Offenheit, neue Wege auszuprobieren.
Wir sind überzeugt, dass unsere Kultur des Miteinanders, des kontinuierlichen Lernens und des langfristigen Denkens eine gute Grundlage für die Zukunft bildet.
Susanne Ditzer

Welcome Center, Fachkräftesicherung (Geschäftsbereich Unternehmensservice)

Jörg Lenger

Geschäftsführer Regionalgeschäftsstelle Bad Kreuznach