IHK-Journal KOMPAKT
Nr. 6981088
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IHK-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing
Editorial IHK-Journal - Ausgabe 03-04/2026

Aus Tradition Zukunft gestalten

In den kommenden fünf Jahren stehen in Rheinland-Pfalz rund 9.000 Unternehmen zur Übergabe an, doch zwei Drittel haben noch keine konkreten Nachfolgepläne. In Branchen wie Handel, Tourismus und Gastronomie ist die Situation besonders angespannt: Dort steht fünf übergabewilligen Betrieben oft nur ein potenzieller Nachfolger gegenüber. Das birgt Risiken. Für den Fortbestand der Unternehmen ebenso wie für Beschäftigte, Kundenbeziehungen und wertvolles Know-how. Frühzeitige Planung ist daher ein zentraler Faktor für die Stabilität unserer regionalen Wirtschaft.
Eine erfolgreiche Übergabe benötigt jedoch eine gut organisierte langjährige Vorbereitung – idealerweise unterstützt durch professionelle Beratung. Das schafft Klarheit, reduziert Unsicherheiten und ermöglicht es, das eigene Lebenswerk verlässlich und mit einem guten Gefühl in neue Hände zu geben.
Für potenzielle Jungunternehmerinnen und -unternehmer eröffnet eine Nachfolge interessante Perspektiven. Ein eingespieltes Team, ein etablierter Kundenstamm und ein bewährtes Geschäftsmodell sind eine solide Basis, um ein Unternehmen weiterzuentwickeln und eigene Impulse zu setzen.
Als IHK Koblenz begleiten wir Nachfolgeprozesse mit passgenauen Angeboten, die Orientierung geben, vernetzen und praxisnahe Einblicke ermöglichen. Unsere Dialogplattform „Hoch hinaus! Unternehmensnachfolge über den Dächern von Koblenz“ bringt am 23. April Unternehmerinnen und Unternehmer mit potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern zusammen. In der vertraulichen Atmosphäre der Seilbahn-Gondeln am Deutschen Eck können bei ersten Gesprächen Hemmschwellen abgebaut und Perspektiven sichtbar werden.
Über einzelne Angebote hinaus bleibt jedoch eines entscheidend: Unternehmensnachfolge ist weit mehr als ein individueller Übergabeprozess. Sie ist ein wesentlicher Baustein der regionalen Zukunftssicherung – für Betriebe, Beschäftigte und unseren Wirtschaftsstandort insgesamt. Damit potenzielle Nachfolgende sich überhaupt auf den Weg machen, braucht es Rahmenbedingungen, die Perspektiven bieten und Lust auf Unternehmertum machen. Dafür ist die Politik in besonderer Verantwortung.
Susanne Szczesny-Oßing,
Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Koblenz
Kerstin Gehring

Leiterin Bereich Kommunikation und Marketing

Katja Nolles-Lorscheider

Redakteurin und Pressearbeit, Social Media (Bereich Kommunikation und Marketing)